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Sonntag, 9. Dezember 2012

Chicago

Because a special friend asked me for it, I'm doing a post in English today. It's probably not perfect, but who cares.
Yesterday i arrived at Chicago O'Hare airport, which was very confusing. I got controlled in Canada pretty intensive, so didn't get controlled in the states at all! They didn't even want to see my passport. I still can't believe it.
Anyways, Hannah picked me up at the airport then, and we went home, which took us forever, because we took the wrong road :D
Afterwards I was just so tired that I went to bed at like 9 o'clock. Can't get rid of the habit being tired at 8 :D
This morning we left at 7:40 to go to downtown chicago and do all the sightseeing stuff. We first went to the Christkindelmarket which was still closed, so we moved on to get to Macy's.  Sure :D I bought the nicest tablet case ever, i adore it! Then we went to the Christmas area at Macy's which is really something to see. All these trees with the nicest decorations ever and soooo many different items to hang on your tree - it was unbelievable! It was probably as interesting as Käthe  Wohlfahrts  Weihnachtsladen  in Germany, just on a different level, since it's mostly modern stuff, like food or Hello Kitty. It was just very very big, which made it so worth seeing it.
Afterwards we went to H&M where you can find a way different collection than in Germany. Of course i bought some stuff ;-)
At Starbucks we got something to eat, because it was already noon and it was just soooo expensive. Guess what?! I miss Timmy's  already. Oh and before that, wee took pictures in front of the Chicago theatre, which is very famous.
Then it started raining so we stayed at Starbucks for about a hour where we had a great sight at the bean, which is actually supposed to show a cloud :D After the rain stopped we went to the art gallery but just to see it outside because I'm not really into art :D There we also saw the start of the famous route 66 and we had a great view at the sears tower. Afterwards we took lots and lots of pictures at thebean which i can't show you now because i don't have a converter that fits my laptop! Yes intelligent me. Then we went to the christkindelmarket where you could only find German things like bratwurst,  gluhwein, kraut.  All this stuff. It just reminded me of home so bad...
As a last stop we saw the sears tower, but we didn't go up because it was kind of cloudy the while day, so i didn't want to pay for viewing a grey sky. I saw lots of the city yesterday when my plane arrived.
Afterwards we were just exhausted and happy to come home and have a little break.
Later we want to watch a movie but I'm going to keep you updated.
I'm going to put the pictures online when I'm back in germany, where I can use my laptop.
That's why my gorgeous parents gave me a tablet PC :D
I hope I didn't make too many mistakes, but if yes, i just don't want to know.
Take care,
Lisa

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Abschied

Gestern hatte ich meinen letzten Arbeitstag. Ich dachte eigentlich, dass wir halt Tschüss sagen und gut ist.
Als ich dann zum Mittagessen in den Lunchroom gekommen bin, waren drei Riesenpizzen auf dem Tisch gestanden: Wayne hatte extra für mich Pizza bestellt - in den Schweinestall! Ich war so gerührt, das war einfach toll. Nachmittags hat er mir dann noch ein paar Sachen gezeigt, die ich noch nicht gesehen hatte und dann haben wir uns kurz verabschiedet. So kurz, dass keiner überhaupt Zeit zum Weinen hatte und das ist gut so.

Ich werd meine Kollegen echt vermissen. Lindsey hat es schön ausgedrückt, sie sind echt wie eine weitere Art von Familie für mich geworden. Ich hab so viel Zeit mit ihnen verbracht, ich bin so an sie gewöhnt, dass es jetzt echt traurig für mich ist, zu gehen. Ich glaub nicht, dass ich jemals wieder eine so gute Arbeitsathmosphäre finden werde. Und das sage ich aus tiefstem Herzen.

Wenn es mir schlecht ging, haben Lindsey und Traci versucht mich aufzumuntern und Wayne hat mir die einfacheren Arbeiten zugeteilt. Wenn ich todmüde am Frühstückstisch gesessen bin, wurde ich liebevoll geneckt, dass ich doch nicht einschlafen soll und dann dafür von Wayne eher nachhause geschickt, um ein bisschen zu schlafen.
Um mir die Einsamkeit zu erleichtern wurde ich eingeladen. Zum Essen, zum Tierflohmarkt, zum Mädelstag. Überall wurde ich mit offenen Armen empfangen.

Wenn ich Fragen oder Probleme hatte war vor allem Wayne als mein Chef immer ein super Ansprechpartner, hat mir immer geholfen, jede Frage beantwortet so gut es ging.
An einem Tag hat er mich sogar gelobt, dass ich immer so viel frage. Er meinte, dass er das echt gut findet, weil Fragen wichtig ist. Und selbst wenn er keine Antwort wüsste, würde er versuchen eine zu finden.

Ich hatte wirklich eine großartige Zeit in diesem Stall mit diesen Menschen und da sich mein Auslandsaufenthalt von "Auslandsaufenthalt mit Schweineanteil" zu "Intensivpraktikum in Kanada" entwickelt hat, war die Arbeit wirklich meine wichtigste Zeit und sie war einfach großartig. Über den Stall lässt sich streiten, aber - wie gesagt - eine solche Arbeitsathmosphäre findet man nie wieder.
Danke dafür.

Heute packe ich intensiv meinen Koffer, bin entsetzt, weil er immer noch so voll aussieht, obwohl ich den Mädels so viel mit Nachhause gegeben hab und morgen geht es dann nach Chicago.
Ich platze fast vor Vorfreude!

Bis bald,
Lisa

Freitag, 9. November 2012

Danke

Die Posts werden wieder regelmäßig auf diesem Blog, das heißt viel zu lesen!
Im Moment bin ich ein klein bisschen einsam, weil ich mich in der Woche mit den Mädels schnell wieder an Gesellschaft gewöhnt hab, aber das lässt sich jetzt wohl nicht ändern.
Morgen in 5 Wochen hebt mein Flugzeug nach Deutschland ab und jeder hier versucht mich zu überreden, doch bis Februar zu bleiben. Das rührt mich sehr und es tut mir immer wieder aufs Neue Leid, Nein sagen zu müssen und zu wollen, aber ich kann dann wirklich nicht mehr länger ohne meine gewohnte Umgebung und vor allem ohne meine Familie.
Wie manche vielleicht wissen, hab ich ja immer geplant, dass ich, bevor ich nachhause fliege, noch irgendwas anderes sehen möchte, sei es ein anderer Teil von Kanada, ein andere Stadt, was auch immer. Das hat sich jetzt erfüllt! Eine liebe Freundin von mir wohnt zurzeit in Chicago und hat mich eingeladen, sie für ein paar Tage zu besuchen. Da sag ich natürlich nicht Nein und so kommt es, dass ich am 7.12 nach Chicago fliegen werde! Wuuuhuuuu, die Vorfreude ist rießengroß und an dieser Stelle nochmal "Danke, Hannah!" für die Einladung!

Und wenn ich schon beim Danke sagen bin, kommt nun das allerwichtigste Danke:
An meine Eltern.
Ich bin mir sicher, dass ich mich dieses Mal nicht treffend ausdrücken kann, aber ich versuche es trotzdem. Als ich in der vierten Klasse beschlossen hab, dass ich nach der Schule ins Ausland gehen will, hab ich von meinen Eltern von Anfang an Unterstützung bekommen. Ich war mir damals natürlich noch nicht über Konsequenzen und Kosten im Klaren, aber Mama und Papa haben mich diesbezüglich immer bestärkt. Ich weiß, dass es nicht jedem ermöglicht wird oder ermöglicht werden kann, ins Ausland zu gehen und ohne meine Eltern hätte auch ich nicht den Hauch einer Chance gehabt. Nicht alle Eltern würden ein Jahr ohne Schule erlauben, in dem der fixe Plan nur bis Weihnachten besteht und dann immer noch 9 Monate übrig sind, die es zu füllen gilt. Meine Eltern waren aber sehr tolerant und haben mich machen lassen. Ich hab in der fast eineinhalbjährigen Planung kein einziges Nein zu hören bekommen. Egal, wo ich angefangen hab, nachzudenken, haben mir meine Eltern geholfen, haben versucht, meine Pläne rational zu machen und am Ende dieses Prozesses stand, dass mein Papa mit mir ins Reisebüro gefahren ist und alles fest gemacht hat.
In der Zeit bis zum Abflug haben sich alle mit mir gefreut, obwohl meine Familie wahrscheinlich eher traurig war, dass ich gehe (hoffe ich zumindest ;) ) und in der Zeit, in der ich mein schlimmstes Heimweh hatte, habe ich nie zu hören bekommen, dass das doch meine eigene Wahl gewesen sei, sondern sie hatten immer aufbauende Worte für mich, sind an Tagen, an denen ich erst spät Internet hatte für mich aufgeblieben, haben mich getröstet, wenn ich mal wieder vor der Webcam geweint habe. Egal, welche Probleme aufkamen wurden sie sofort gelöst. Um den Flug nach Chicago musste ich nie um Erlaubnis fragen, nein, wenn es nicht klappen würde, sagte Papa, dass wir etwas anderes fnden würden.
Alles, was ich hier beschreibe, ist ein winziger Bruchteil dessen, was meine Eltern (und natürlich auch Kathi) für mich getan haben und ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist!
Am Anfang hab ich geschrieben, dass ich mich sicher nicht treffend ausdrücken kann und ich glaube, dass das bei einer Situation dieser Reichweite auch nicht möglich ist, deswegen muss ich mich im Endeffekt doch mit einem banalen Dankeschön begnügen und wohl nicht erwähnen, dass meine Eltern die besten Eltern der Welt sind.

Mittwoch, 7. November 2012

Mädelsurlaub die Zweite

Heute kommt tatsächlich schon Teil 2 und damit der letzte Teil unseres schönen Urlaubs. Ich vermisse die Mädels jeden Tag und freu mich, wenn ich wieder bei ihnen daheim bin :)


Tag 5 – Dienstag

Dienstagmorgen sind wir endlich endlich endlich auf den CN Tower, ich hatte wirklich schon Sorgen, ob wir das noch schaffen würden, weil es die ersten Tage viiiiel zu neblig und regnerisch war und dann kam uns ja Frankenstorm (wie Frankenstein, weil ja Halloween war, haha, wie lustig) Sandy dazwischen. Am Dienstag hatten wir aber dann tatsächlich für ca. 10 Minuten einen guten Blick, danach fing es zu regnen an. Auf dem Turm haben wir übrigens Franken getroffen, die natürlich auch direkt wussten, dass wir auch aus Franken sind ;) Warum nur…. Anschließend haben wir uns zu Fuß auf den Weg ins Eaton Centre gemacht, haben aber vorher ein paar Abstecher in andere Läden gemacht und haben nochmal bei Timmys vorbeigeschaut. Am Abend sind wir dann nochmal zu Marché, wo wir uns diesmal auch Crepes gegönnt haben. Die waren zwar extrem teuer, aber dafür auch extrem lecker! Dort sind wir dann bis halb 11 gesessen und haben uns hervorragend unterhalten und uns köstlich amüsiert. Allgemein war das ein großer Bestandteil unseres Urlaubs, einfach Zeit zusammen verbringen und eine Gaudi haben. Und ich habs wirklich vermisst, danke Mädels!





Fotografiert von dem Mittelfranken, den wir auf dem CN Tower getroffen haben :D Die Welt ist klein!

Die berühmte Glasplatte auf dem CN Tower, man steht ungefähr 500m über dem Boden.

Wie man sieht, war das Wetter mal wieder bescheiden.


Mein Crepe ♥

Marions Crepe ♥

Caros Crepe ♥  (Und ja, alle waren so gut, wie sie aussehen ;) )

Yonge-Dundas-Square bei Nacht





CN Tower bei Nacht




Tag 6 – Mittwoch

Am Mittwoch haben wir dann schon aus unserem Shoppingcentre-Hotel ausgecheckt und sind dann durch die etwas „besseren“ Geschäfte gestreift. Von Prada über Burberry bis Tiffany haben wir nichts ausgelassen und wurden immer höflich und nett behandelt, was mich eigentlich überrascht hat. Gekauft haben wir –wie erwartet – nix :D Anschließend sind wir wieder mal ins Eaton Centre gegangen, aber nicht ohne zuvor den anderen Teil der Yonge-Street entlangzulaufen, den wir noch nicht gesehen hatten. Bei der Bustour wurde uns erklärt, dass in der Straße alles verkauft werden darf, was in Kanada legal ist, es gibt also keine Vorschriften, dass man nur Kleidung oder Essen verkaufen darf. Und so sieht es da auch aus :D Bei manchen Geschäften ist man sich dann wirklich nicht sicher, ob es Faschingsbedarf oder ein Kleiderladen ist. Gegen 5 Uhr sind wir dann mit dem Zug nach Stratford gefahren. Zug fahren ist in Kanada übrigens komplizierter wie Fliegen. Es gibt nämlich 2 Zuggesellschaften, die auf 2 verschiedenen Ebenen im Bahnhof sind und freundlich ist auch keiner (warum nur erinnert mich das an die Deutsche Bahn). Im Endeffekt haben wirs aber geschafft. In Stratford hat uns dann Jeanette abgeholt und dann sind wir noch zu einem kleinen Halloweenbesuch rüber zu Rose und Bob. Da gabs dann noch Halloweencandy und dann hatte sich der Abend schon gelohnt.


Halloweengeist

Halloweencandy




Tag 7 – Donnerstag

Donnerstagfrüh sind wir nach Seaforth gefahren, um bei Timmys frühstücken zu gehen. Wie immer gab es Muffin und heiße Schokolade. Ihr merkt also, nicht nur ich finde Tim Hortons ganz hervorragend. Danach sind wir Lebensmittel einkaufen gegangen und dann zurück auf die Farm gefahren. Dort haben wir Monopoly gespielt und uns einfach unterhalten. Zum Abendessen gab es dann ausnahmsweise mal Nudeln mit Soße ausm Glas. Ansonsten war der Tag eher unspektakulär, aber es war einfach so wunderschön, Zeit mit den Mädels zu verbringen, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie dankbar ich bin, dass sie wirklich zu mir nach Kanada geflogen sind.

Tag 8 – Freitag

Am Freitag haben wir in Ruhe gefrühstückt und sind dann mit Rose zum Lake Huron aufgebrochen. Leider war Freitag aber der kälteste Tag der Woche, so war der Hauptbestandteil des Ausfluges das Burgeressen. Wir sind also nach Grand Bend gefahren und sind kurz am Strand entlanggelaufen und danach direkt weiter nach Bayfield, wo wir kurz durchs Dorf gelaufen sind und dann Burger gegessen haben. Die Burger in Kanada sind übrigens zum Niederknien! Auf der Fahrt nach Bayfield hatten wir dann auch den ersten Schnee des Jahres und es hatte noch genau 1°C. Wir waren also immer sehr froh, wenn wir wieder im warmen Auto waren ;) Auf der Farm haben wir dann eigentlich nix gemacht, bis es zur Katastrophe des Tages, nein, des Jahres kam: Anne erinnerte mich daran, dass wir am Flughafen anrufen müssten und uns den Flug für den nächsten Tag bestätigen lassen müssen. Gesagt – getan, aber leider hat mich der Typ am Telefon nur dumm angemacht, dass das nicht möglich sei. Das war schon unser erstes Pech. Wir dachten uns dann ganz schlau, wir schauen einfach im Internet nach, und sehen, ob der Flug wie geplant startet. Tja, blöd gelaufen, der Flug war nämlich nicht für Samstag sondern für Freitag gelistet. Also hatten wir theoretisch noch genau zweieinhalb Stunden um zum Flughafen zu kommen und die Mädels in den Flieger zu setzen. Wir haben das Internet aktualisiert und überprüft – nix. Leider war von der ganzen Familie niemand außer Rose zuhause, die alleine niemals zum Flughafen hätte fahren können. Trotzdem sind wir zu Rose gelaufen (irgendwer hatte alle Autos mitgenommen, es war wirklich alles schei***). Rose hat uns dann wieder nachhause geschickt, wir sollen die Flüge nochmal überprüfen, und falls er wirklich Freitag geht, ist es ja eh zu spät. Ich war wirklich fast am Explodieren, von meinem Blutdruck gar nicht zu sprechen ;)Wir haben uns dann den Truck von Rose geliehen, sind zurück gefahren und siehe da – der Flug war gelistet: Und zwar an jedem einzelnen Tag mit der exakt selben Flugnummer. Sehr seltsam, aber wir waren dann beruhigt und sind zurück zu Rose gefahren, um uns zu entschuldigen. Der Tag war aber dann gelaufen, da jeder mit den Nerven am Ende war. Das wäre wirklich der SuperGAU gewesen.  Danach waren wir alle am Ende und sind dann bald ins Bett.

Lake Huron bei gefühlten -2351°C




Tag 9 – Samstag

In der Früh wollten wir eigentlich nochmal zu Timmys frühstücken fahren, aber wie gesagt, alle Autos waren weg und ich wollte Samstagfrüh niemanden am Telefon wegen fehlenden Autos belästigen, deswegen haben wir in Ruhe daheim gefrühstückt. Danach haben die Mädels Koffer gepackt und wir haben uns einfach noch ein bisschen unterhalten und uns dann um 1 Uhr zum Flughafen aufgemacht. Das hat alles hervorragend geklappt, ich hab beim Einchecken geholfen und die Mädels waren vor dem Sicherheitscheck nochmal bei Tim Hortons, also hatten sie für Samstag doch noch ihre Dosis. Ich hab mich dann mit Tränen in den Augen verabschiedet und bin mit Bob wieder zurück auf die Farm gefahren. In dem Moment wäre ich wirklich einfach gerne mitheimgeflogen, das muss ich zugeben.
Was ich übrigens noch erwähnen muss, damit uns niemand für bescheuert hält: Samstagfrüh haben wir nochmal das Internet bezüglich des Flugs befragt und ob ihr es glaub oder nicht, der Flug existierte nicht mehr. Auf der Homepage des Flughafens von Toronto war der bescheuerte Flug einfach nicht gelistet! Auf der Homepage des Flughafens Frankfurt exisiterte er aber planmäßig. Also es lag wirklich nicht an uns!

 

Das war jetzt der zweite und letzte Teil unseres wunderschönen Urlaubs. Ich werd nie in Worte fassen können, was es mir bedeutet, dass die Mädels mich in Kanada besucht haben. Danke! 

Dienstag, 6. November 2012

Mädelsurlaub die Erste

Heute hab ichs endlich geschafft, den ersten Teil unseres grandiosen Urlaubs zusammenzufassen, wobei mir die Bilder fast den letzten Nerv geraubt haben, weil das Hochladen einfach ewig dauert! In den nächsten Tagen gibts dann Teil 2.


Tag 1 – Freitag

Am Freitag, den 26.10.2012 durfte ich also endlich meine Mädels am Flughafen abholen. Ich bin in der Früh um halb 7 aufgestanden und Jeanette hat mich dann zum Bahnhof nach Stratford gefahren, von wo aus ich den Zug nach Toronto genommen hab (der mit 30$ für einfache Fahrt übrigens purer Wucher ist!). In Toronto angekommen (ganz allein, logischerweise) hab ich dann erst mal 18x nach dem Weg fragen müssen, um zum Eaton Centre zu kommen. Als ich das geschafft hab, hab ich mir was zu essen gegönnt und bin ein bisschen bummeln gegangen. Danach bin ich zum Hotel gefahren und hab eingecheckt. Und dann kam der interessante Teil: Ich musste vom Hotel zum Flughafen kommen und das sowohl möglichst billig als auch möglichst ohne größeren Fußweg, weil wir am Rückweg ja drei große Koffer zum Transportieren hatten. Diesmal musste ich nur einmal nach dem Weg fragen, weil ich gleich an eine nette Asiatin geraten bin, die in die gleiche Richtung musste. Das war gut, denn allein hätt ichs niemals geschafft! Die erste Herausforderung war nämlich die Bushaltestelle, die ganz ohne Hinweisschild auskommt und einfach aus einer Straßenecke besteht. Wie man darauf kommen soll, ist mir den ganzen Urlaub über ein Rätsel geblieben. Nach einer Stunde und 3$ bin ich dann auch endlich am Flughafen angekommen. Da musste ich mich dann über die Leute aufregen, die nicht einfach ganz normal warten können, bis ihre Gäste/Verwandten/Schießmichtot ankommen, nein, man muss in der ersten Reihe stehen, egal ob man 2m groß oder 2m breit ist!! Ich hab die Mädels aber trotzdem entdeckt und unter Freudentränen in die Arme genommen. Es war so schön, endlich mal wieder bekannte Gesichter zu sehen! Wie erwartet waren natürlich alle müde und so wurde die lange Bus- und U-Bahn-Fahrt bis zum Hotel zu einer kleinen Tortur. Im Hotel angekommen, haben wir dann festgestellt, dass wir mitten im chinesischen Einkaufszentrum wohnen!! Unser Hotel lag in Chinatown, das wusste ich auch schon vorher, aber unsere Aussicht war tatsächlich die innenliegende Rolltreppe des Einkaufszentrums! Sachen gibt’s :D Chinatown an sich war übrigens auch eine Attraktion, von ekligen Schaufensterauslagen bis Leuten, die mitten auf der Straße im Nieselregen Yoga machen, war echt alles dabei! Ansonsten haben wir an dem Abend nichts gemacht, weil einach alle todmüde waren.

Das Bild entstand nicht am ersten Tag, passte aber zur Erwähnung des Hotelzimmers.
 
 
 
Ich gehe davon aus, dass Chinesen sowas essen. Ich will aber nicht wissen, wie lange das da schon hängt..
 
 

Tag 2 – Samstag

Am nächsten Morgen sind wir gegen halb 8 aufgestanden, glaub ich, und sind erst mal frühstücken gegangen. Man muss vornweg sagen, dass das Hotel echt super war, das Personal war nett, die Zimmer sauber und echt riiiiesig, aber das Frühstück war schon so eine Sache für sich. Dass es mehr als asketisch war, ist für den Zimmerpreis wirklich gerechtfertigt und so war jeder mit Marmeladen- oder Frischkäsetoast, einem Muffin, Müsli und einem Glas Becher  Orangensaft zufrieden. Becher?! Ja, klar, wir sind hier in Nordamerika, Plastikgeschirr ist keine Seltenheit! So haben wir unser Frühstück aus Pappschüsseln und Papptellern sowie mit Plastikbesteck genossen. Das Wetter war leider den ganzen Urlaub besc*** (Danke Sandy!!!), deswegen sind wir auch Samstagmorgen im Regen losgewandert. Vom Hotel die Spadina Avenue Richtung Wasser, dann zum CN Tower. Bis dahin waren wir dann so durchweicht, dass wir 3x durchweichte Schuhe sowie 2x durchweichte Jacken und kalte Hände zu verzeichnen hatten. Auf dem Weg zum Eaton Centre (nuuuur zum Aufwärmen, natürlich), sind wir dann in der Union Station an Heizkörpern oder was auch immer vorbeigekommen, jedenfalls waren die warm und es kam warme Luft raus, wie bei einem Föhn. Also haben wir alle die Jacken (teilweise sogar die Schuhe) ausgezogen und uns erst mal ausgiebig getrocknet, wobei wir natürlich belustigte Blicke ernteten. Aber unser Motto war: „Kennt uns ja kaner.“ Den restlichen Tag haben wir dann nur mit Shopping verbracht und am Abend dann bei McDonald’s gespeist, der natürlich wie daheim und überall sonst auf der Welt schmeckt. Im Hotel haben wir in einem Viererzimmer gewohnt, das heißt, wir hatten zwei große Betten in einem riesen Zimmer und ein Bad. Das war wirklich praktisch, so waren wir alle die ganze Zeit zusammen und hatten immer den ganzen Spass zusammen :D Der größte Spass an dem Abend war aber das Zähneputzen. Anne und ich hatten die gleichen Zahnbürsten, man konnte sie echt kaum unterscheiden. In meiner Müdigkeit hab ich natürlich aus Versehen zu Annes Zahnbürste gegriffen. Sie sieht es, schaut mich an und sagt seelenruhig: „Lisa, würdest du bitte aufhören, meine Zahnbürste zu benutzen?“ :D Ihr könnt euch vorstellen, wie wir gelacht haben, es war einfach unglaublich. Aber sowas ist natürlich kein Drama, so ist sie zu einer vorgewärmten Zahnbürste gekommen, alles halb so wild :D

 

Tag 3 – Sonntag

Für Sonntag war die Niagarafälletour geplant. Dafür sind wir schon um halb 7 aus den Federn gesprungen und haben uns nach dem Frühstück auf zum Yonge-Dundas-Square gemacht, von wo aus der Bus startete. Nach einer eineinhalbstündigen Fahrt sind wir dann am Skylon Tower angekommen. Das ist eigentlich nicht mehr als ein Aussichtsturm, aber von da aus hat man einen guten Blick, sowohl auf die kanadischen Horseshoe-Fälle als auch auf die amerikanische Seite der Fälle. Nach einer Viertelstunde hat man dann aber auch wirklich alles gesehen und wir sind weitergefahren zu den Niagara-Fällen selbst. Geregnet hat es übrigens den gesamten Tag und dazu war es bitterkalt! Die Fälle sind wirklich beeindruckend, man kann sich nicht vorstellen, welche Wassermassen sich da ihren Weg nach unten suchen und das Wasser ist erstaunlich klar. Allerdings denke ich, dass das Ganze bei Schnee oder gar Sonnenschein noch viel beeindruckender ist. Anschließend ging es mit dem Bus weiter nach Niagara, das ist die Stadt, die direkt an den Wasserfällen liegt. Zu der Stadt fiel uns aber nur die Assoziation zu einem Vergnügungspark ein. Es gab alle möglichen unnützen Dinge, von komischen Theatern zu auf den Kopf gestellten Häusern. Dort haben wir dann im Burger King gegessen, aber Burger King ist einfach nur nach Dauten gut, ansonsten kann man das wirklich vergessen. Und außerdem ist es unverschämt teuer! Nach diesem kurzen Abstecher ging die Reise weiter nach Niagara-on-the-Lake, das als typisches Touristendörfchen bekannt ist. Da es ja durchgehend geregnet hat, haben wir das leider nicht so genießen können, aber wir haben uns die Zeit in einem Weihnachtsladen vertrieben und hatten dabei auch unseren Spass. Die letzte Station der Tour war dann eine Weinprobe, bei der wir unter anderem auch Eiswein probieren durften. Allerdings glaube ich, dass ich die einzige von uns war, die ihn gut fand ;) Zu der Zeit waren wir dann alle todmüde und einfach durchgekühlt und wollten nur zurück in den warmen Bus. In Toronto angekommen machten wir uns dann (nach einem kleinen Abstecher ins Eaton Centre? Ich bin mir nicht sicher…) auf die Suche nach Essbarem! Also liefen wir ziemlich ziel- und planlos die Yonge-Street hinunter und stießen auf Marché. Das System hinter dem Ganzen ist, dass man eine Karte bekommt, auf die alles gebucht wird, was man isst und am Schluss bezahlt man. Dabei kann man auswählen von vielen verschiedenen kleinen „Ständen“ bei denen man alles findet, was das Herz begehrt. Bei unserem ersten Besuch haben wir uns für Nudeln entschieden, wahlweise mit Shrimps oder Huhn und verschiedenen Gemüsen. Jeder hat dann so ca. 12$ bezahlt, dafür sitzt man in schönem Ambiente, Wasser ist umsonst und das Essen wirklich überragend!!


Direkt hinter dem Fotografen befinden sich die Niagara-Fälle. Dieses Bild zeigt, wie "touristisch" das Ganze ist.




 
 



Tag 4 – Montag

Am Montag haben wir uns dazu entschieden, die Bustour zu machen. Da sich aber keiner eingehend mit dem von uns ausgesuchten Flyer beschäftigt hat, haben wir erst auf dem Weg gemerkt, dass man eigentlich hätte reservieren sollen. Wir hatten aber noch einen anderen Flyer und setzten unseren Weg dann fort. Im Notfall hätten wir ja ins Eaton Centre gehen können ;) Glücklicherweise stand aber der von uns am Anfang ausgewählte Bus zur Abfahrt bereit am Yonge-Dundas-Square und so sind wir dann mit dem Bus durch Toronto getuckert. Leider war die Erklärung zur Wegstrecke aber nur auf Englisch, was es natürlich deutlich schwieriger macht, alles zu verstehen. Mit in der Tour inbegriffen war eine Bootsfahrt, die wir natürlich auch gemacht haben – bezahlt ist bezahlt! Das einzige Highlight dabei war allerdings der Blick auf die vernebelte Skyline von Toronto. Also eigentlich für die Katz. Danach haben wir die Bustour beendet und sind am Yonge-Dundas-Square wieder ausgestiegen. Wer errät was wir danach gemacht haben? :D Genau, zum Eaton Centre, das direkt auf der anderen Straßenseite liegt. Dort haben wir dann auch zu Abend gegessen, weil Fast Food konnte wirklich keiner mehr sehen und im Centre gibts alles Mögliche zu essen, das war genau genommen auch Fast Food ist, aber einfach „anders“. Davor sind wir aber noch zu Tim Hortons gegangen, welchem gegenüber die Mädels zuerst eher skeptisch waren. Als sie dann aber die grandiosen Muffins und die hervorragende heiße Schokolade probiert haben, waren sie natürlich überzeugt.


 
 


 
Alles Liebe,
Lisa

Freitag, 26. Oktober 2012

Off

Ja, es ist endlich so weit, morgen in aller Herrgottsfrühe (für euch, für mein Gefühl kann ich ausschlafen, wir reden von halb 7 :D ) werd ich aufstehen, meine Sachen fertig packen und mich dann auf den Weg nach Toronto machen, wo ich am Nachmittag endlich meine wundervollen Mädels am Flughafen abholen darf. Ich freu mich schon wie wahnsinnig und denke, wir werden ein paar unvergessliche Tage haben!

Ich bin ehrlich gesagt, dass die Woche um ist. Im Stall läuft nicht alles so wie es soll (aber nicht zwischen mir und den Kollegen, die sind alle toll) und die Woche Urlaub tut mir glaub ich wirklich gut. Außerdem ist es wichtig für meine Psyche, mal wieder unter Menschen zu kommen. Mal ehrlich, wenn Lebensmittel einkaufen das Highlight eines Wochenendes ist, dann läuft gehörig was falsch!

Außerdem haben wir heute Mais gedroschen, also hab ich das auch mal miterlebt, ist aber ziemlich unspektakulär. Der Mähdrescher bleibt logischerweise gleich, nur das Gebiss wird getauscht und los geht die wilde Fahrt. Naja, nicht wirklich. Bruno ist immer noch so ungesprächig wie vor ein paar Wochen und einschläfernd ist Mähdrescherfahren auch immer noch. Außerdem wird hier alles auf einen Truck geladen anstatt einzeln mit dem Bulldog zur Farm gefahren zu werden und das find ich langweilig :D Also naja, es war okay.

Jetzt muss ich hier noch ein bisschen aufräumen, sonst kriegen die Mädels ja einen Schock und dann werd ich auch schon ins Bett gehen, damit ich morgen fit bin.

So, das waren jetzt praktisch so die Week-Leftovers, jetzt sind alle wieder auf dem neuesten Stand.

Bis bald,
eure Lisa

Samstag, 20. Oktober 2012

Friday's Update

Wie der Post-Titel es schon sagt folgt heute keine interessante Geschichte oder Ähnliches, ich will einfach nur meinen Blog auf den neuesten Stand bringen - wir dürfen ja nicht vergessen, dass ein Blog auch nur ein Online-Tagebuch ist.
Am Donnerstag - also gestern - hab ich meine erste, richtige 11 Tage Arbeitswoche beendet. Die zwei Male davor hab ich jeweils einen Tag off gehabt, aus welchen Gründen auch immer. Und die Woche war hart! 11 Tage am Stück um 5 Uhr aufstehen und jeden Tag echt arbeiten! Es ist ja nicht so, als wüden wir am Wochenende nur füttern... Nein, das wäre Luxus!
Am Donnerstag war ich dann echt am Ende meiner Kräfte. Die ersten beiden Stunden bis zum Frühstück waren okay, aber die Zeit von Frühstück bis Mittagessen zog sich wie Kaugummi und jedes Bücken wurde zur Qual, weil ich mich mit meinem ganzen Willen zwingen musste, mich wieder aufzurichten anstatt mich einfach zu den Ferkeln zu legen und ein Ründchen zu schlafen ;)
Nach dem Mittagessen wurde es dann wieder besser, aber als ich dann um 3 Feierabend gemacht hab, bin ich unter die Dusche und dann (nach kurzer Brotzeit) auf direktem Weg ins Bett.
Nach 2 Stunden im Bett fühlte ich mich dann wieder einigermaßen unter den Lebenden. Also ich muss sagen, 11 Tage sind hart. Keine Ahnung, wie eure Arbeitszeiten so sind, aber das ist meiner Meinung nach schon ein bisschen grenzwertig.
Deb aber zum Beispiel hat mir erzählt, dass sie, als sie hier am Betrieb angefangen hat, am Anfang 26 Tage durchgearbeitet hat. Könnt ihr euch das vorstellen?! Nein? Ich auch nicht.
Und dann hab ich gestern begonnen, mein Weekend off ausgiebig zu genießen. Ich hab mir meinen Bagel mit meinem restlichen Käse überbacken, 2 Tassen heiße Schokolade getrunken und dann in aller Ruhe bis halb 9 (in Worten: halb Neun!!! Die letzten 11 Tage bin ich um 7 Uhr ins Bett) im Internet gesurft. Heute früh hat dann mein Wecker um 5 Uhr geklingelt, weil ich vergessen hab, ihn auszuschalten..... Trotzdem hab ich aber noch weitergedöst und war bis 10 im Bett gelegen. Meine Güte war das schön!
Danach hab ich in Ruhe gefrühstückt und mich dann auf mein Sofa gesetzt. Da war ich dann gesessen... und gesessen... und dann wars 5 :D Ernsthaft!
Dann war ich bei Bob und Rose zum Essen und jetzt bin ich hier - auf meinem angestammten Platz auf dem Sofa ;)
Morgen werd ich aber mein Wochenendhighlight in Angriff nehmen - Lebensmittel einkaufen! Danach wartet aber die Couch :D Wahrscheinlich ist der Platz durchgesessen, wenn ich wieder abreise ;)
Heute in einer Woche landen die Mädels und ich bin sooooo sooo aufgeregt :) Das wird eine tolle Zeit!

Übrigens war ich am Montag auch schon Lebensmittel einkaufen und - glaubt es oder nicht - ich hab wieder meine Abzweigung verpasst :D Ich bin echt zu doof zu Allem...

Ansonsten gibts keine Neuigkeiten, die nächsten paar Tage werd ich in höchster Vorfreude verbringen, ich werd nur 4 Tage arbeiten und dann - UND DANN! - gehts los :D

Bis bald,
eure Lisa

Sonntag, 7. Oktober 2012

Thanksgiving [1]

Heute war ich bei Jeanettes Familie zum Thanksgiving eingeladen. Ich hab mir nicht viel erwartet und nach dem Abendessen war es auch ziemlich langweilig, bis David (Jeanettes Sohn) es sich zur Aufgabe gemacht hat, mich abzufüllen.
Have fun. Am Ende war er ziemlich gut drauf und ich praktisch nüchtern. Seine Mum war nicht gerade amused. Es war auf jeden Fall echt cool. Kanadische Pig Farmers mögen auch keine Kuhbauern, aber Jack Daniels mögen sie auch nicht. Ich sag euch eins, ich vermiss Jack und Daniel. Es gab original kanadischen Whiskey, aber es war nicht wirklich meines. Außerdem hatten sie Captain Morgan, aber davon bin ich auch kein Fan. Es war kein echtes Besäufnis, am Ende war nur jeder gut drauf und alle total nett zu mir. Wie immer: Die Leute sind einfach sooo perfekt für mich German Girl, jeder ist sooo nett. Ich kanns echt kaum fassen, es könnte nicht besser sein.
Auf jeden Fall vermisse ich deutsche Partys. Heut früh hab ich erst zu Anne gesagt, dass ich Feiern gehen nicht vermisse, aber das ist nicht wahr. Ich vermisse es.
David hat dann versucht mich zu überreden, hier zu bleiben, bis ich 19 bin, damit ich hier auch vernünftig feiern gehen kann, aber no way, so lang kann ich nicht bleiben. Die alte Leier mit Weihnachten brauch ich ja jetzt wohl nicht nochmal erzählen. Ich hab ihn aber direkt nach Deutschland eingeladen, weil ernsthaft, niemand feiert so gut wie die Mittelfranken!!!
Thanksgiving ist übrigens ein super Fest, es ist einfach Essen und Trinken mit der ganzen Familie, ohne Geschenke aber auch ohne Kirche. Es macht einfach Spass! Vielleicht sollten wir sowas auch einführen. Truthahn ist auch ziemlich lecker!
Außerdem gab es Squash, hab ich davon schon erzählt? Das ist irgendwie pürierter Kürbis mit braunem Zucker und... noch irgenwas, keine Ahnung. Das Essen war echt gut. Alkohl gabs nur in der Garage und heute hatte es sagenhaft 5-8°C, dann hab ich von Glühwein erzählt, das kannte KEINER! Ich denk, Mama sollte mir ein Rezept schicken, oder eben, was alles zu einem guten Glühwein gehört und dann werd ich das hier mal machen. Ich glaub, es würde ihnen schmecken. Die Temperaturen sind hier übrigens noch kein Problem, man kann immer noch barfuß in den Schuhen das Haus verlassen und an Winterjacken wird auch noch nicht gedacht. (WTF!!??)
Morgen gehts nach Toronto (ein wichtiges Ziel sind Winterstiefel!) und der Plan wurde glücklicherweise geändert, wir können mit einem Freund von Renee fahren, also fahren wir erst um 9.20 Uhr los, das heißt, ich kann einigermaßen ausschlafen. Sehr gut! Ich bin so gespannt auf Toronto und freu mich echt auf den Tag morgen.

Bis bald,
eure Lisa

Sonntag, 9. September 2012

Mein Zimmer

Da ich weiß, dass vor allem Mama, Papa und Kathi scharf drauf sind, zu sehen, wo ich jetzt wohn, hab ich heute mal meine 3 Zimmer fotografiert, die ich wirklich allein bewohne und nutze.
Zum einen das Schlafzimmer, mit begehbarem Kleiderschrank, der hier in Kanada aber an der Tagesordnung ist, also wirklich nichts besonderes. Wie ihr sehen könnt hab ich mich noch nicht dazu überwinden können, meinen Koffer auszupacken, ich bin schon froh, dass ich meine Jacken aufgehängt habe....


Ganz besonders hübsch finde ich natürlich die Frisierkommode, die ich mir in weiß auch sofort in mein Zimmer stellen würde und auch die Farbe find ich ziemlich super. Vielleicht hättens aber zwei Wände in dem Ton auch getan.

Danach folgt das "Badezimmer". Warum in Anführungszeichen?? Weil es kein Zimmer ist, sondern höchstens eine Nische. Für eine Person (also mich) reichts aber absolut und vielleicht kriegt man sowas im Winter auch besser warm als ein größeres Bad. Wobei ich in ganz Kanada noch keinen Heizkörper gesehen hab. Wisst ihr, ob die sowas überhaupt haben, oder gibt solche Dinge nur in Deutschland? :D



Absolut sehenswert ist übrigens auch der Gang, die Tapete find ich auch total schick, aber fürs eigene Zuhause wäre die dann sogar mir zu krass.



Mein drittes Zimmer ist dann mein Computer- und Fernsehzimmer (wobei der Fernseher momentan nicht funktioniert). Hier habe ich eine kleine Couch, einen Tisch und einen Sessel, den ich aber erst noch probesitzen muss. Dieses Zimmer war auch deswegen notwendig, weil im Schlafzimmer das Wi-Fi nicht funktioniert und das wäre ja wirklich katastrophal!
Heute morgen hat das Internet nämlich nicht funktioniert und ich war zuerst einem Wutausbruch und dann einem Nervenzusammenbruch nahe! Kurz nach Mittag hat es sich aber umentschieden und funktioniert seitdem einwandfrei. Hier also das dritte Zimmer:



Wie ihr seht hab ich also wirklich ein schönes Übergangs-Zuhause und meine Probleme bestehen nachwievor in Heimweh und Einsamkeit/Abgeschiedenheit. Mit dem geplanten Toronto-Trip in 2 Wochen hoffe ich aber wenigstens die Abgeschiedenheit ein bisschen hinter mir lassen zu können.

Als nächstes werd ich mich an irgendeinem Tag dazu aufraffen, das Haus von außen zu fotografieren und werd das dann online stellen.

Bis dahin.
Lisa

Tractors Reunion

Heimweih.Heimweh.Heimweh.Heimweh.Heimweh.Heimweh.Heimweh.H - Oh, Traci holt mich ab. Gott sei Dank, ansonsten würd ich noch länger still vor mich hinleiden. Sie hat mich also abgeholt und wir sind dann nach Woauchimmer gefahren, waren da zuerst im Pianovations (Musikgeschäft), wo ich einen Flügel und ein Klavier ausprobieren durfte (und Traci und ihre Kinder mit "Die fabelhafte Welt der Amelie" begeistert hab...) und sind danach zur Tractors Reunion.

(Leider ist die Bildqualität miserabel, aber ich hab meine Kamera vergessen -.-).Dabei handelt es sich um eine Ausstellung mit allerelei alten Motoren, mit denen die ersten Siedler ihre Farms betrieben haben. Ziemlich interessant und ein riiiiesen Event, für das die Leute sogar aus den USA anreisen und dort ihre Trailer aufstellen (Wohnwägen, die so groß sind wie so manche Wohnung, die man kennt). Wir haben uns das alles angeschaut und das war eigentlich ziemlich interessant. Man merkt hier übrigens, dass die Kanadier John Deere lieben, es gab einen Fanstand mit allem Drum und Dran und sogar eine Quilt-Decke war ausgestellt, die nur John Deeres zeigte.







 
Es gab außerdem eine Oldtimer-Ausstellung, eine Parade (booooring) und einen Streichelzoo (an dem Traci, die Viecher aller Art liebt, natürlich nicht vorbeigehen konnte). So kam ich also in den Genuss, Truthähne, Pferde und Schafe zu begutachten. Alles Getier, das ich wiiirklich liebe. Nicht.





Ganz zum Schluss waren wir in einem alten Haus, das ganz in Freilichtmuseum-Bad Windsheim-Manier originalgetreu auf dem Gelände wieder aufgebaut wurde. Darin befand sich altertümliche Hauseinrichtung und darunter auch eine alte, wunderschöne Nähmaschine, bei der ich sofort Sehnsucht nach meiner Mama bekam. Dir gefällt sie nämlich auch, stimmts?


Und dann kam der Hammer des Tages. Nachdem Traci und die Kinder ein Stück Pizza gegessen hatten (ich nicht, weil wir bei der TractorsReunion die beeeeeesten Donuts ever gegessen haben - übrigens von Amish-People) sind wir zu ihrem Freund nachhause gefahren und haben den Viechanhänger abgeholt um dann ihre 6 neuerworbenen Ziegen abzuholen. Bei dieser Gelegenheit wurde sie auch ihre 5 Enten los, die sie absolut nicht leiden konnte. Die waren aber auch schrecklich - und haben gestuuuunken -.-
Die Ziegen haben wir bei einer Familie abgeholt - almecht, ich war sprachlos! Heute hatte es so um die 15°C vielleicht und ich hatte eine lange Hose und meine Fleecejacke an und mir war nicht warm. Wir kamen also da an und zuerst sah ich den Sohn. Der war vielleicht 9 und hatte verfilzte Haare - ich will nicht wissen, was da alles drin wohnt. Außerdem uralte Kleidung und dreckig von oben bis unten. Dann kam die Tochter. 16, schwanger, in uralter Jogginghose und durchlöcherten Schuhen. Dan kam der Vater, ebenfalls teils verfilzte Haare, teils Glatze und dreckig von Kopf bis Fuß. Und zuletzt die Mutter. Die schoss den Vogel ab. Sie war barfuß und ihre Zehennägel waren gefühlte 3 Jahre nicht geschnitten worden, dafür aber nachlässig neon-blau lackiert. Sie war stark übergewichtig, hat ausgesehen, als hätte sie ihr Leben lang nur geraucht und gegessen und ein fürchterliches Benehmen. Da ihr das Abholen der Ziegen zu lang dauerte, setzte sie sich kurzerhand auf den Boden und rauchte eine Zigarette. Ich war unfähig mich zu unterhalten oder irgendetwas einigermaßen zivilisiertes zu tun, weil ich absolut geflasht war von diesen Gestalten! Ihr könnt es euch nicht vorstellen. Meine größte Angst war dann natürlich, dass Traci das "normal" finden würde, aber so war es Gott sei Dank nicht! Im Auto hat sie mir erzählt, dass es ihr auch gegraust hat.
Danach hat sie mir noch ihre Mini-Ziege gezeigt (ungefähr so groß wie ein Beagle) und dann hat sie mich heimgefahren. Jetzt mach ich mich auf direktem Weg auf ins Bett, weil ich todmüde bin, und bemühe mich das Heimweh mit ein bisschen Lesen zu vertreiben.

Alles Liebe,
Lisa

Samstag, 8. September 2012

Stratford

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Am Besten beim letzten Post. Ich hab immer noch schlimmes Heimweh, aber mittlerweile hab ich so viel geheult, dass ich das nicht mehr ständig mache. Aber bei allem was ich tu, werd ich immer irgendwie an Zuhause erinnert und das tut jedes Mal weh.
Ich fange aber an, mich mit meiner Situation zu arrangieren und beginne, alles als eine "Erfahrung" zu sehen. Allerdings bin ich im Moment sicher, vor Weihnachten heimzufliegen, weil ich das hier nicht pack, auch nicht, wenn meine Familie herkommt oder ähnliches. Aber diese Entscheidung wird erst im November endgültig getroffen.
Ansonsten hab ich jetzt einen völlig anderen Tagesrhythmus. Bin ich den Sommer über immer zum Mittagessen aufgestanden und frühestens um Mitternacht ins Bett, ist es jetzt andersrum. Ich stehe um 5 Uhr auf und gehe dementsprechend spätestens um 8 Uhr ins Bett. Zum Glück muss ich dieses Wochenende nicht arbeiten, und kann mich von der harten Woche ausruhen. Die erste wichtige Erfahrung die ich hier und eigentlich das ganze Jahr über gemacht habe, ist, dass ich arbeiten kann. Wenn ich muss, funktioniert das auch. Ich weiß aber auch, dass ich das nicht mein ganzes Leben lang machen möchte und nun weiß ich auch, warum ich mein Abi gemacht habe und die Chance haben will einem "guten Job" nachgehen zu können.
Heute hab ich nur bis zum Mittagessen gearbeitet (was trotzdem 6,5 Stunden sind) und war dann bei Bob und Rose zum Lunch. Danach sind wir nach Stratford gefahren. Ich habs gegoogelt und es hat 32000 Einwohner und ist die Heimatstadt von Justin Bieber (yeeeeeeeeeeeeeessssssss! :D ). Bis wir dort waren sind wir 20 Minuten einfach gradeaus gefahren. Kann sich das jemand vorstellen? Einfach gradeaus, ohne eine einzige Kurve, die Straße hat sich kein bisschen gewunden, NULL! Auf jeden Fall hab ich mir natürlich was "Größeres" vorgestellt, wurde aber bitter enttäuscht. Manchmal hab ich das Gefühl, die Zeit ist hier vor 30 Jahren stehen geblieben.
Zuerst sind wir zum Shakespeare Theatre, denn Stratford am Avon in Kanada ist natürlich nach Stratford-upon-Avon in England benannt, wo der allseits bekannte und beliebte Schriftsteller Willian Shakespeare geboren wurde.


Dann sind wir Downtown gefahren und ich dachte, dass man da vielleicht mal irgendwas in Richtung Zivilisation finden könnte. Konnte man auch. Aber eben jene Zivilisation vor 30 Jahren. Hm.
Bild gefällig?


Auf jeden Fall hab ich einen Shop gesehen "Mc Leods Scott Store" und hatte gleich Tränen in den Augen :( Stimmts Papa???

Naja, ich hab dann immerhin einen Drugstore gefunden, weil ich was für meine Haare wollte, die unter dem 2x Duschen am Tag ziemlich leiden. Aber die Auswahl war extrem beschränkt. Wie gesagt, Zivilisation vor 30 Jahren. Als Ausgleich wars dann dafür ziemlich teuer :D
Danach musste ich die Townhall bewundern, Rose ist nämlich ganz angetan von Stratford. Ich verstehe aber nicht warum, weil eigentlich hat sie schon richtig viel von dieser Welt gesehen und ich kann Stratford absolut nichts abgewinnen. Aber die Townhall war schön:


Naja. ziemlich unspektakulär.
Nachdem es ja in Stratford nichts mehr zu sehen gab, sind wir in den Supermarkt gefahren und haben eingekauft. Einen Salad to go gibts da übrigens schon für laue 7$...
Ich hab mir Uncle Ben's Fertigreis gekauft, mal sehen, ob das nahrhaft ist.
Unseren Salad to go (ich hatte einen Wrap to go für knappe 3$) haben wir dann am Avon genossen und das war das einzige, was mir richtig gut gefallen hat in Stratford: Der Fluss.



Heute hab ich meine Merkendorfer Oma ziemlich vermisst. Rose ist ungefähr so alt wie Oma und der Trip war wirklich schön, aber mit meiner Oma wärs toll gewesen. Da hab ich wieder gemerkt: Die richtig wichtigen Menschen und Dinge im Leben weiß man erst zu schätzen, wenn sie mal nicht verfügbar sind.

Im Moment ist meine Einstellung die, dass ich alles als eine einzige große Erfahrung sehe, dass ich viel lerne (sowohl sprach- als auch arbeitstechnisch), mich wahnsinnig auf den Besuch meiner Mädels im Oktober freue und Weihnachten in jedem Fall zuhause verbringe und mich meine Familie wenn dann vor Weihnachten besuchen kommt.

Ich denk mal, für den Moment hab ich alles wichtige erzählt.
Machts gut,
Lisa