DENMARK!
Ja, es klappt wirklich! Aber zuerst zur Gegenwart:
Ich arbeite nach wie vor in Niederbayern, hab immer noch Spaß, kann Zalando noch finanzieren und freu mich jedes Mal wie eine Schneekönigin, wenn ich wieder nach Hause darf. Ich vermisse während der Zeit, die ich hier bin, so viele Menschen, und ich komm an meinen freien Tagen nicht hinterher, alle zu sehen. Manchmal bringt mich das schon ein bisschen aus der Puste. Aber wert ist es das allemal.
Mein weiterer Plan ist also, dass ich hier noch den Juni über arbeite, vielleicht auch noch im Juli, mal sehen was sich ergibt.
Im Juni hab ich noch die Gelegenheit mit meinem Freund auf einen Ball zu gehen, ein Kleid war auch schnell gefunden, die Schuh-Frage allerdings treibt mich noch in den Wahnsinn. Und dann hab ich noch keine Handtasche... Zum Verzweifeln!
Für den Juli werd ich auch eine Beschäftigung finden und am 24. gehts schon auf nach Dänemark.
Mein Freund und ich werden eine Woche Urlaub am Meer machen und am 31.7 beginnt dann das Praktikum auf dem Betrieb.
Wohnen werd ich in irgendeiner Landwirtschaftsschule oder so? Einen richtigen Plan gibts noch nicht, aber im Notfall werd ich eben zelten. Nein, das war natürlich ein Spaß. Ich würde niemals zelten.
Der Hof ist nur einen Kilometer vom Meer entfernt und ich freue mich wirklich sehr darauf.
Das Praktikum soll vier Wochen dauern und voraussichtlich kommt Papa Ende August und holt mich ab.
Im September fahre ich dann noch für ein paar Tage nach Berlin mit meiner Schwester und dann geht auch schon das Studium los.
Im Moment freu ich mich noch auf die Lernerei, aber nach zwei Wochen werd ich alles verfluchen und mich wieder in meine Schweineställe mit Handfütterung wünschen!
Apropos, so viel ich weiß, wird in Dänemark automatisch gefüttert (was soll ich dann bloß arbeiten?!), aber dafür hab ich nichts über Duschen oder Ähnliches gefragt *ohwei*
Mit Kanada hab ich natürlich immer noch Kontakt. Rose ist leider sehr krank geworden, mein letzter Stand war, dass es ihr gar nicht gut ging. Lindsey baut fleißig an ihrem Haus und Traci ist schwanger! Im September bekommt sie ein Mädchen und wir haben jetzt schon ein paar Mal ausgemacht zu telefonieren, haben uns aber immer verpasst. Vielleicht klappts am Wochenende.
Manchmal vermiss ich Kanada schon sehr. Meine tollen Kollegen (Wayne hat soooo süße Zwillingsbabys!), die Abgeschiedenheit, meine Weekends off, an denen ich nichts und niemanden gesehen habe, das Land an sich. Es war einfach toll und ich bin immer noch überzeugt, dass ich über kurz oder lang wieder kommen werde!
Mein Jahr ohne wirklichen Plan neigt sich übrigens dem Ende zu. Die schriftlichen Abi-Prüfungen sind vorbei, in drei Wochen ist Abschlussball. Vor einem Jahr stand ich da auf der Bühne und hab mein Zeugnis bekommen und wusste nicht so genau, wohin es in ein paar Wochen gehen würde. Jetzt gehts mir wieder so, allerdings sind neun Stunden Fahrt natürlich überschaubarer als neun Stunden Flug und ich kenn mich jetzt auch schon ein bisschen aus, mit dem, was auf mich zukommen wird. Außerdem reden wir von 4 Wochen, anstatt von 4 Monaten.
Mama bescheinigt mir jetzt schon, dass ich wieder heulend vor der Webcam sitzen werde und die meiste Zeit glaub ich das auch. Das Vermissen wird mindestens genauso schlimm werden, aber ganz ehrlich: Die Heulerei ist es mir tatsächlich wert!
Ich freu mich.
Bis bald,
Lisa
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Mittwoch, 5. Juni 2013
Donnerstag, 22. November 2012
Vermissen
"I'm so gonna cry when you go home!"
"I have to admit I'm gonna miss you."
Wenn ich das von Arbeitskollegen höre, mit denen ich "nur" drei Monate zusammengearbeitet hab, macht mich das richtig richtig stolz.
Aber ich werd sie auch vermissen. Ich glaub nicht, dass man irgendwo eine besser Arbeitsathmosphäre finden kann.
"I have to admit I'm gonna miss you."
Wenn ich das von Arbeitskollegen höre, mit denen ich "nur" drei Monate zusammengearbeitet hab, macht mich das richtig richtig stolz.
Aber ich werd sie auch vermissen. Ich glaub nicht, dass man irgendwo eine besser Arbeitsathmosphäre finden kann.
Freitag, 26. Oktober 2012
Off
Ja, es ist endlich so weit, morgen in aller Herrgottsfrühe (für euch, für mein Gefühl kann ich ausschlafen, wir reden von halb 7 :D ) werd ich aufstehen, meine Sachen fertig packen und mich dann auf den Weg nach Toronto machen, wo ich am Nachmittag endlich meine wundervollen Mädels am Flughafen abholen darf. Ich freu mich schon wie wahnsinnig und denke, wir werden ein paar unvergessliche Tage haben!
Ich bin ehrlich gesagt, dass die Woche um ist. Im Stall läuft nicht alles so wie es soll (aber nicht zwischen mir und den Kollegen, die sind alle toll) und die Woche Urlaub tut mir glaub ich wirklich gut. Außerdem ist es wichtig für meine Psyche, mal wieder unter Menschen zu kommen. Mal ehrlich, wenn Lebensmittel einkaufen das Highlight eines Wochenendes ist, dann läuft gehörig was falsch!
Außerdem haben wir heute Mais gedroschen, also hab ich das auch mal miterlebt, ist aber ziemlich unspektakulär. Der Mähdrescher bleibt logischerweise gleich, nur das Gebiss wird getauscht und los geht die wilde Fahrt. Naja, nicht wirklich. Bruno ist immer noch so ungesprächig wie vor ein paar Wochen und einschläfernd ist Mähdrescherfahren auch immer noch. Außerdem wird hier alles auf einen Truck geladen anstatt einzeln mit dem Bulldog zur Farm gefahren zu werden und das find ich langweilig :D Also naja, es war okay.
Jetzt muss ich hier noch ein bisschen aufräumen, sonst kriegen die Mädels ja einen Schock und dann werd ich auch schon ins Bett gehen, damit ich morgen fit bin.
So, das waren jetzt praktisch so die Week-Leftovers, jetzt sind alle wieder auf dem neuesten Stand.
Bis bald,
eure Lisa
Ich bin ehrlich gesagt, dass die Woche um ist. Im Stall läuft nicht alles so wie es soll (aber nicht zwischen mir und den Kollegen, die sind alle toll) und die Woche Urlaub tut mir glaub ich wirklich gut. Außerdem ist es wichtig für meine Psyche, mal wieder unter Menschen zu kommen. Mal ehrlich, wenn Lebensmittel einkaufen das Highlight eines Wochenendes ist, dann läuft gehörig was falsch!
Außerdem haben wir heute Mais gedroschen, also hab ich das auch mal miterlebt, ist aber ziemlich unspektakulär. Der Mähdrescher bleibt logischerweise gleich, nur das Gebiss wird getauscht und los geht die wilde Fahrt. Naja, nicht wirklich. Bruno ist immer noch so ungesprächig wie vor ein paar Wochen und einschläfernd ist Mähdrescherfahren auch immer noch. Außerdem wird hier alles auf einen Truck geladen anstatt einzeln mit dem Bulldog zur Farm gefahren zu werden und das find ich langweilig :D Also naja, es war okay.
Jetzt muss ich hier noch ein bisschen aufräumen, sonst kriegen die Mädels ja einen Schock und dann werd ich auch schon ins Bett gehen, damit ich morgen fit bin.
So, das waren jetzt praktisch so die Week-Leftovers, jetzt sind alle wieder auf dem neuesten Stand.
Bis bald,
eure Lisa
Samstag, 20. Oktober 2012
Friday's Update
Wie der Post-Titel es schon sagt folgt heute keine interessante Geschichte oder Ähnliches, ich will einfach nur meinen Blog auf den neuesten Stand bringen - wir dürfen ja nicht vergessen, dass ein Blog auch nur ein Online-Tagebuch ist.
Am Donnerstag - also gestern - hab ich meine erste, richtige 11 Tage Arbeitswoche beendet. Die zwei Male davor hab ich jeweils einen Tag off gehabt, aus welchen Gründen auch immer. Und die Woche war hart! 11 Tage am Stück um 5 Uhr aufstehen und jeden Tag echt arbeiten! Es ist ja nicht so, als wüden wir am Wochenende nur füttern... Nein, das wäre Luxus!
Am Donnerstag war ich dann echt am Ende meiner Kräfte. Die ersten beiden Stunden bis zum Frühstück waren okay, aber die Zeit von Frühstück bis Mittagessen zog sich wie Kaugummi und jedes Bücken wurde zur Qual, weil ich mich mit meinem ganzen Willen zwingen musste, mich wieder aufzurichten anstatt mich einfach zu den Ferkeln zu legen und ein Ründchen zu schlafen ;)
Nach dem Mittagessen wurde es dann wieder besser, aber als ich dann um 3 Feierabend gemacht hab, bin ich unter die Dusche und dann (nach kurzer Brotzeit) auf direktem Weg ins Bett.
Nach 2 Stunden im Bett fühlte ich mich dann wieder einigermaßen unter den Lebenden. Also ich muss sagen, 11 Tage sind hart. Keine Ahnung, wie eure Arbeitszeiten so sind, aber das ist meiner Meinung nach schon ein bisschen grenzwertig.
Deb aber zum Beispiel hat mir erzählt, dass sie, als sie hier am Betrieb angefangen hat, am Anfang 26 Tage durchgearbeitet hat. Könnt ihr euch das vorstellen?! Nein? Ich auch nicht.
Und dann hab ich gestern begonnen, mein Weekend off ausgiebig zu genießen. Ich hab mir meinen Bagel mit meinem restlichen Käse überbacken, 2 Tassen heiße Schokolade getrunken und dann in aller Ruhe bis halb 9 (in Worten: halb Neun!!! Die letzten 11 Tage bin ich um 7 Uhr ins Bett) im Internet gesurft. Heute früh hat dann mein Wecker um 5 Uhr geklingelt, weil ich vergessen hab, ihn auszuschalten..... Trotzdem hab ich aber noch weitergedöst und war bis 10 im Bett gelegen. Meine Güte war das schön!
Danach hab ich in Ruhe gefrühstückt und mich dann auf mein Sofa gesetzt. Da war ich dann gesessen... und gesessen... und dann wars 5 :D Ernsthaft!
Dann war ich bei Bob und Rose zum Essen und jetzt bin ich hier - auf meinem angestammten Platz auf dem Sofa ;)
Morgen werd ich aber mein Wochenendhighlight in Angriff nehmen - Lebensmittel einkaufen! Danach wartet aber die Couch :D Wahrscheinlich ist der Platz durchgesessen, wenn ich wieder abreise ;)
Heute in einer Woche landen die Mädels und ich bin sooooo sooo aufgeregt :) Das wird eine tolle Zeit!
Übrigens war ich am Montag auch schon Lebensmittel einkaufen und - glaubt es oder nicht - ich hab wieder meine Abzweigung verpasst :D Ich bin echt zu doof zu Allem...
Ansonsten gibts keine Neuigkeiten, die nächsten paar Tage werd ich in höchster Vorfreude verbringen, ich werd nur 4 Tage arbeiten und dann - UND DANN! - gehts los :D
Bis bald,
eure Lisa
Am Donnerstag - also gestern - hab ich meine erste, richtige 11 Tage Arbeitswoche beendet. Die zwei Male davor hab ich jeweils einen Tag off gehabt, aus welchen Gründen auch immer. Und die Woche war hart! 11 Tage am Stück um 5 Uhr aufstehen und jeden Tag echt arbeiten! Es ist ja nicht so, als wüden wir am Wochenende nur füttern... Nein, das wäre Luxus!
Am Donnerstag war ich dann echt am Ende meiner Kräfte. Die ersten beiden Stunden bis zum Frühstück waren okay, aber die Zeit von Frühstück bis Mittagessen zog sich wie Kaugummi und jedes Bücken wurde zur Qual, weil ich mich mit meinem ganzen Willen zwingen musste, mich wieder aufzurichten anstatt mich einfach zu den Ferkeln zu legen und ein Ründchen zu schlafen ;)
Nach dem Mittagessen wurde es dann wieder besser, aber als ich dann um 3 Feierabend gemacht hab, bin ich unter die Dusche und dann (nach kurzer Brotzeit) auf direktem Weg ins Bett.
Nach 2 Stunden im Bett fühlte ich mich dann wieder einigermaßen unter den Lebenden. Also ich muss sagen, 11 Tage sind hart. Keine Ahnung, wie eure Arbeitszeiten so sind, aber das ist meiner Meinung nach schon ein bisschen grenzwertig.
Deb aber zum Beispiel hat mir erzählt, dass sie, als sie hier am Betrieb angefangen hat, am Anfang 26 Tage durchgearbeitet hat. Könnt ihr euch das vorstellen?! Nein? Ich auch nicht.
Und dann hab ich gestern begonnen, mein Weekend off ausgiebig zu genießen. Ich hab mir meinen Bagel mit meinem restlichen Käse überbacken, 2 Tassen heiße Schokolade getrunken und dann in aller Ruhe bis halb 9 (in Worten: halb Neun!!! Die letzten 11 Tage bin ich um 7 Uhr ins Bett) im Internet gesurft. Heute früh hat dann mein Wecker um 5 Uhr geklingelt, weil ich vergessen hab, ihn auszuschalten..... Trotzdem hab ich aber noch weitergedöst und war bis 10 im Bett gelegen. Meine Güte war das schön!
Danach hab ich in Ruhe gefrühstückt und mich dann auf mein Sofa gesetzt. Da war ich dann gesessen... und gesessen... und dann wars 5 :D Ernsthaft!
Dann war ich bei Bob und Rose zum Essen und jetzt bin ich hier - auf meinem angestammten Platz auf dem Sofa ;)
Morgen werd ich aber mein Wochenendhighlight in Angriff nehmen - Lebensmittel einkaufen! Danach wartet aber die Couch :D Wahrscheinlich ist der Platz durchgesessen, wenn ich wieder abreise ;)
Heute in einer Woche landen die Mädels und ich bin sooooo sooo aufgeregt :) Das wird eine tolle Zeit!
Übrigens war ich am Montag auch schon Lebensmittel einkaufen und - glaubt es oder nicht - ich hab wieder meine Abzweigung verpasst :D Ich bin echt zu doof zu Allem...
Ansonsten gibts keine Neuigkeiten, die nächsten paar Tage werd ich in höchster Vorfreude verbringen, ich werd nur 4 Tage arbeiten und dann - UND DANN! - gehts los :D
Bis bald,
eure Lisa
Dienstag, 16. Oktober 2012
Welche Farbe hat ein Schwein?
Wenn euch jemand diese Frage stellen würde: Wer würde nicht mit Rosa antworten?
Tja, falsch gedacht. Ich hab mich bisher noch nie mit Schweinerassen beschäftigt und hab damit bis jetzt auch noch nicht angefangen, aber hier auf dem Betrieb gibt es auch ein paar Duroc-Schweine. Und die haben so süße Babys.
Ganz ehrlich, googlet mal "Duroc Ferkel". Das zeigt zwar nicht annähernd wie süß die sind, aber immerhin die Farbe.
Wenn man die Durocs im Vergleich zu "normalen" Ferkeln betrachtet, hat man immer das Gefühl, dass ihnen ihre Haut eigentlich zu groß ist, das sind ganz faltige, kleine Viecher. Und sie sind viel netter als die anderen Ferkel :D Heut war ich echt kurz davor, eines mit heim zu nehmen. Wenn sie dann groß werden, behalten sie ihr dunkles Fell und sehen ganz furchtbar borstig und gefährlich aus, aber sie sind eigentlich eine nette Rasse, finde ich.
Auf jeden Fall eine schöne Abwechslung im tristen Rosa und ich find sie ganz furchtbar süß!!
Alles Liebe,
Lisa
Tja, falsch gedacht. Ich hab mich bisher noch nie mit Schweinerassen beschäftigt und hab damit bis jetzt auch noch nicht angefangen, aber hier auf dem Betrieb gibt es auch ein paar Duroc-Schweine. Und die haben so süße Babys.
Ganz ehrlich, googlet mal "Duroc Ferkel". Das zeigt zwar nicht annähernd wie süß die sind, aber immerhin die Farbe.
Wenn man die Durocs im Vergleich zu "normalen" Ferkeln betrachtet, hat man immer das Gefühl, dass ihnen ihre Haut eigentlich zu groß ist, das sind ganz faltige, kleine Viecher. Und sie sind viel netter als die anderen Ferkel :D Heut war ich echt kurz davor, eines mit heim zu nehmen. Wenn sie dann groß werden, behalten sie ihr dunkles Fell und sehen ganz furchtbar borstig und gefährlich aus, aber sie sind eigentlich eine nette Rasse, finde ich.
Auf jeden Fall eine schöne Abwechslung im tristen Rosa und ich find sie ganz furchtbar süß!!
Alles Liebe,
Lisa
Sonntag, 14. Oktober 2012
What I miss...
Das wird nur ein halber "What I miss..."-Post, ich hab einfach von allem ein bisschen was zu erzählen.
Eigentlich hat sich seit dem letzten Eintrag nichts getan, aber irgendwie doch.
Ich bin mitten in meiner 11 Tage Arbeitswoche und ich gewöhne mich immer besser dran. Am Freitag bin ich um halb 5 aufgewacht, weil ich ausgeschlafen war. Klar, ich wollte nicht aufstehen und war noch nicht wirklich motiviert, aber ich war ausgeschlafen, ich hatte genug Schlaf. Das ist doch ein super Fortschritt oder? Auch sonst mache ich viele Fortschritte: Ich darf im Stall immer mehr selbstständig arbeiten, ich lerne immer neue Sachen, die ich manchmal gut finde, meistens aber nicht so schön sind (Einzelheiten werd ich auf dem Blog aber nicht nennen, ich hab sowieso keine Ahnung, wer von euch an "Schweinarbeit" interessiert ist ;)). Mit den Kollegen komme ich super klar und mittlerweile fühle ich mich echt dazugehörig. Das funktioniert also echt super!
Im Moment hab ich auch wieder eine Phase (vielleicht ist es aber auch keine Phase, ich weiß nicht), in der mir die Stallarbeit echt Spass macht. Zwar ist es irgendwann nervig, wenn man jeden Tag die gleichen Arbeiten verrichtet, aber trotzdem entwickel ich irgendwie Spass dran. Vielleicht denk ich das aber auch bloss heute, weil ich gute Laune hab...
Ansonsten bin ich am Wochenende viel allein, aber ich fühl mich nicht mehr so einsam wie am Anfang. Ich weiß nicht, ob das auch an meiner guten Laune liegt, oder ob das wirklich so ist. Wie auch immer. In weniger als 2 Wochen darf ich meine Mädels vom Flughafen abholen und ich bin schon sooo aufgeregt! Diese Woche hab ich ein Hotel gebucht und jetzt bin ich dabei, Pläne zu erstellen, was wir alles sehen müssen und was wir alles unternehmen können. Ich glaub, es wird eine echt schöne Zeit und ich freu mich schon richtig drauf! (Endlich mal wieder ein paar Tage am Stück Deutsch sprechen...)
Gestern waren wir schon um 9 im Stall fertig und ich hab mich dann ganz meinem "Lazy Saturday" gewidmet. Ich hab Nudeln gekocht, hab geskypt und mich dann einfach auf die Couch gelegt.
Dann hab ich mich um halb 7 von der Couch ins Bett bewegt und war schon richtig in "Schlafstimmung", als um kurz vor 7 Jeff gekommen ist und mich eingeladen hat, weil es anlässlichs Bobs Geburtstag noch Eis und Kuchen gibt. Also bin ich wieder aus dem Bett gestiegen und bin im strömenden Regen mit Little Green zu Jeff und Erin rüber gefahren. Da hats dann Eis und ekligen Schokokuchen gegeben und ich hab mit Emily, Renee und David ein Brettspiel gespielt. Das war eine Mischung aus "Sorry" und "Mensch ärgere dich nicht" und beim ersten Mal hab ich prompt haushoch verloren. Wer mich kennt, weiß, was für eine miese Verliererin ich bin. Also haben wir nochmal gespielt und ich hab glücklicherweise gewonnen :D Und dann hab ich das Klavier entdeckt. Ooooh war ich aufgeregt :) Eine Enkelin von Bob und Rose hat gespielt und dann meinte Bob, dass doch jetzt ich mal spielen soll. Aus dem Stegreif kann ich nur "Die fabelhafte Welt der Amelie" und das hab ich dann gespielt und - Ach du meine Güte - ich habs so vermisst. Ich hab mir mein Klavier hergewünscht und meine Noten. Es war echt ein schönes Gefühl. Zwar wars blöd, dass ich die ganze Familie um mich rumstehen hatte, sowas nervt, aber in dem Moment hab ich mein Klavier und die Musik echt vermisst. Und jetzt schon wieder ;)
Zur Zeit gehts mir also richtig gut, ich freue mich nachwievor sehr auf Daheim, aber ich kann jetzt die Zeit hier auch so richtig genießen, ich lerne viel Neues kennen und mache tolle Erfahrungen.
Bis bald,
Lisa
Eigentlich hat sich seit dem letzten Eintrag nichts getan, aber irgendwie doch.
Ich bin mitten in meiner 11 Tage Arbeitswoche und ich gewöhne mich immer besser dran. Am Freitag bin ich um halb 5 aufgewacht, weil ich ausgeschlafen war. Klar, ich wollte nicht aufstehen und war noch nicht wirklich motiviert, aber ich war ausgeschlafen, ich hatte genug Schlaf. Das ist doch ein super Fortschritt oder? Auch sonst mache ich viele Fortschritte: Ich darf im Stall immer mehr selbstständig arbeiten, ich lerne immer neue Sachen, die ich manchmal gut finde, meistens aber nicht so schön sind (Einzelheiten werd ich auf dem Blog aber nicht nennen, ich hab sowieso keine Ahnung, wer von euch an "Schweinarbeit" interessiert ist ;)). Mit den Kollegen komme ich super klar und mittlerweile fühle ich mich echt dazugehörig. Das funktioniert also echt super!
Im Moment hab ich auch wieder eine Phase (vielleicht ist es aber auch keine Phase, ich weiß nicht), in der mir die Stallarbeit echt Spass macht. Zwar ist es irgendwann nervig, wenn man jeden Tag die gleichen Arbeiten verrichtet, aber trotzdem entwickel ich irgendwie Spass dran. Vielleicht denk ich das aber auch bloss heute, weil ich gute Laune hab...
Ansonsten bin ich am Wochenende viel allein, aber ich fühl mich nicht mehr so einsam wie am Anfang. Ich weiß nicht, ob das auch an meiner guten Laune liegt, oder ob das wirklich so ist. Wie auch immer. In weniger als 2 Wochen darf ich meine Mädels vom Flughafen abholen und ich bin schon sooo aufgeregt! Diese Woche hab ich ein Hotel gebucht und jetzt bin ich dabei, Pläne zu erstellen, was wir alles sehen müssen und was wir alles unternehmen können. Ich glaub, es wird eine echt schöne Zeit und ich freu mich schon richtig drauf! (Endlich mal wieder ein paar Tage am Stück Deutsch sprechen...)
Gestern waren wir schon um 9 im Stall fertig und ich hab mich dann ganz meinem "Lazy Saturday" gewidmet. Ich hab Nudeln gekocht, hab geskypt und mich dann einfach auf die Couch gelegt.
Dann hab ich mich um halb 7 von der Couch ins Bett bewegt und war schon richtig in "Schlafstimmung", als um kurz vor 7 Jeff gekommen ist und mich eingeladen hat, weil es anlässlichs Bobs Geburtstag noch Eis und Kuchen gibt. Also bin ich wieder aus dem Bett gestiegen und bin im strömenden Regen mit Little Green zu Jeff und Erin rüber gefahren. Da hats dann Eis und ekligen Schokokuchen gegeben und ich hab mit Emily, Renee und David ein Brettspiel gespielt. Das war eine Mischung aus "Sorry" und "Mensch ärgere dich nicht" und beim ersten Mal hab ich prompt haushoch verloren. Wer mich kennt, weiß, was für eine miese Verliererin ich bin. Also haben wir nochmal gespielt und ich hab glücklicherweise gewonnen :D Und dann hab ich das Klavier entdeckt. Ooooh war ich aufgeregt :) Eine Enkelin von Bob und Rose hat gespielt und dann meinte Bob, dass doch jetzt ich mal spielen soll. Aus dem Stegreif kann ich nur "Die fabelhafte Welt der Amelie" und das hab ich dann gespielt und - Ach du meine Güte - ich habs so vermisst. Ich hab mir mein Klavier hergewünscht und meine Noten. Es war echt ein schönes Gefühl. Zwar wars blöd, dass ich die ganze Familie um mich rumstehen hatte, sowas nervt, aber in dem Moment hab ich mein Klavier und die Musik echt vermisst. Und jetzt schon wieder ;)
Zur Zeit gehts mir also richtig gut, ich freue mich nachwievor sehr auf Daheim, aber ich kann jetzt die Zeit hier auch so richtig genießen, ich lerne viel Neues kennen und mache tolle Erfahrungen.
Bis bald,
Lisa
Samstag, 29. September 2012
Fazit: 4 Wochen
Gestern vor 4 Wochen bin ich in Toronto gelandet und hier angekommen und seitdem hat sich ziemlich viel getan, finde ich. Die erste 3 Tage waren wie im Traum und ich hab irgendwie noch gar nicht realisiert, worauf ich mich eigentlich eingelassen habe.
Ich bin Freitag gelandet und am Sonntag hab ich das erste Mal festgestellt, dass mir meine Familie fehlt. Ab diesem Zeitpunkt ist es steil bergab gegangen und ich dachte, ich müsste sofort nachhause fliegen, weil ich das Heimweh nicht packe.
Ich habe dann für mich beschlossen, dass ich Weihnachten, Neujahr und meinen Geburtstag nicht ohne meine Familie und meine Freunde verbringen will und hab ich meinen Flug umgebucht. Ich habe oft gehört, dass es wahrscheinlich nur eine Reaktion des Heimwehs ist und dass es übertrieben ist, den Flug sofort umzubuchen, aber auch jetzt bin ich noch fest davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung ist.
Ich habe auch gelernt, dass man unterscheiden muss. Anfangs dachte ich immer, dass es keine Rolle spielt ob man zum Schüleraustausch ins Ausland geht, als Au-pair oder ob man "richtig" arbeitet. Damit meine ich, dass ich für mich selbst verantwortlich bin, nicht in einer Familie lebe und auch nicht wie ein weiteres Kind behandelt werde. Das ist ein Riesenunterschied. Kommt man nämlich in eine Familie, wird man automatisch in alle Aktivitäten miteinbezogen und auch wenn ich weiß, wie anstrengend Babysitting sein kann, ist Au-pair im Endeffekt keine wirklich harte, körperliche Arbeit.
Ich wohne alleine, ich kaufe meine Lebensmittel selbst ein, ich bin allein beim Frühsück und beim Abendessen. Außerdem arbeite ich hart in einem Beruf, von dem ich eigentlich wenig Ahnung habe. Ich denke, dass das auch einer der Gründe war, warum mir die ersten paar Tage so schwer gefallen sind.
Die negativen Dinge hab ich jetzt ausführlich genannt, sie sind an manchen Tagen schwer zu ertragen für mich, aber trotzdem überwiegen mittlerweile die positiven Aspekte.
1. Ich hab sehr nette Arbeitgeber. Rose und Bob sind, wie gesagt, ungefähr so alt wie Oma und Opa und kümmern sich gut um mich. Ich bin ab und zu zum Abendessen eingeladen und wenn ich in irgendeiner Angelegenheit Hilfe brauche (wir erinnern uns an meine Nadelverletzung), kann ich immer auf sie zählen. Auch ihre Söhne und die dazugehörigen Familien sind sehr nett zu mir und nehmen mich immer gut auf.
2. Meine Arbeitskollegen sind tolle Leute, die Stimmung ist hervorragend und die meisten Scherze sind ganz nach meinem Humor. Bis jetzt (ich hoffe inständig, das bleibt so) musste ich noch keine harten Arbeiten wie Stallwaschen etc. machen. Es wäre auch nichts, dass mir wirklich was helfen würde, wenn ich es könnte. Ich gewöhne mich immer mehr an die Arbeit und lerne, mit den Gegebenheiten umzugehen (2x pro Tag duschen, Mittagessen im Lunchraum, Arbeitsbeginn 5.30, ...).
3. Ich weiß jetzt, dass ich Landwirtschaft studieren will, ich weiß, wo ich studieren will und ich weiß, warum ich mein Abitur gemacht habe. In Ontario (vielleicht in ganz Kanada, das weiß ich nicht) gibt es so viele Menschen, die für nicht gerade hohe Löhne arbeiten. Da die Infrastruktur hier in der Gegend (meine Ausdrucksweise ist eigentlich nicht treffend, die Gegend von der ich spreche ist 2x so groß wie Deutschland...) ist praktisch nicht vorhanden und deswegen ist das Jobangebot auch überschaubar. Vom Fastfoodrestaurant über verschiedene landwirtschaftliche Berufe bis hin zum Truckfahrer. Und dann hat sich das Ganze auch schon erschöpft.
Ich will später einmal die Gelegenheit haben, genügend Geld zu verdienen, um mir einen guten/hohen Lebensstandard zu sichern und um irgendwann später meinen Kindern dieselben Möglichkeiten zu bieten, die ich hatte/habe. Ich denke, das ist etwas, das ich - wäre ich in Deutschland geblieben - nie so richtig realisiert hätte. Die Menschen, die hier einen hohen Lebensstandard haben sind übrigens meistens die Inhaber der Farmen, also die Bauern. Sie sind in Ontario auch die Berufsgruppe mit dem meisten Ansehen. Wer hier Farmer ist, ist automatisch in der Gesellschaft akzeptiert. Ganz beliebt ist übrigens das Schild "Farmers feed Cities". Finde ich sehr treffend.
4. Ich verbessere mein Englisch. Eigentlich war die Sprache eine meiner Sorgen, weil mir ein gewissen Englischlehrer in der Oberstufe nicht gerade die besten Noten gegeben hat und ich mich an kein Lob oder Ähnliches erinnern kann. Hier sind alle begeistert von meinen guten Englischkenntnissen. Ihr merkt also, Lehrer sind nicht immer objektiv ;) Ein paar Vokabeln hab ich schon dazugelernt, und ich hoffe, dass es noch mehr werden und ich am Ende der Zeit hier mein Englisch so weit verbessert habe, dass ich jede Art von Unterhaltungen ohne Einschränkung führen kann. Mal sehen, ob das klappt.
5. Ich lerne Kanada kennen. Für mich war Kanada immer ein Land, von dem ich zwar wusste, wo es liegt, aber von Nordamerika haben mich immer bloss die Staaten interessiert. Jetzt wo ich hier bin, merke ich, dass es hier völlig anders, aber trotzdem schön und sehenswert ist. Die Natur und die endlose Weite sind etwas, dass ich froh bin, erleben zu können, von dem ich aber auch weiß, dass ich die "Enge" Mittelfrankens vorziehe. Meine eventuellen Auswanderungsgedanken, die ich in akuten Fernwehzeiten hatte, sind jetzt übrigens auch gecancelt ;) Die Menschen hier lieben ihr Land und als ich letztens das Sozialsysten kritisierte, wurde sofort verteidigt, obwohl es offensichtlich ist, dass sie kein besonders gutes System haben. Außerdem fällt die erwähnte Kanada-Flagge auf. Die "Städte" hier sind alle ein bisschen rückständig, machen jedenfals keinen sonderlich modernen Eindruck und kommen an deutschen Standard nicht heran. Als nächste bin ich natürlich auf Toronto gespannt und neugierig darauf, wie diese Stadt so drauf ist.
Mein Fazit nach 4 Wochen fällt also alles in allem sehr positiv aus. Mein Heimweh war eine schwere und eher tränenreiche Erfahrung aber im Endeffekt positiv, da es mir zeigt, wie sehr ich an meiner Familie, meinen Freunden und meiner Heimat hänge. Das war mir vorher nicht so extrem bewusst.
Ich hoffe, dass die nächsten paar Wochen spannend bleiben und ich im Dezember glücklich, gesund und mit vielen positiven Erfahrungen wieder nach Hause zurückkommen kann.
Bis bald,
Lisa
Ich bin Freitag gelandet und am Sonntag hab ich das erste Mal festgestellt, dass mir meine Familie fehlt. Ab diesem Zeitpunkt ist es steil bergab gegangen und ich dachte, ich müsste sofort nachhause fliegen, weil ich das Heimweh nicht packe.
Ich habe dann für mich beschlossen, dass ich Weihnachten, Neujahr und meinen Geburtstag nicht ohne meine Familie und meine Freunde verbringen will und hab ich meinen Flug umgebucht. Ich habe oft gehört, dass es wahrscheinlich nur eine Reaktion des Heimwehs ist und dass es übertrieben ist, den Flug sofort umzubuchen, aber auch jetzt bin ich noch fest davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung ist.
Ich habe auch gelernt, dass man unterscheiden muss. Anfangs dachte ich immer, dass es keine Rolle spielt ob man zum Schüleraustausch ins Ausland geht, als Au-pair oder ob man "richtig" arbeitet. Damit meine ich, dass ich für mich selbst verantwortlich bin, nicht in einer Familie lebe und auch nicht wie ein weiteres Kind behandelt werde. Das ist ein Riesenunterschied. Kommt man nämlich in eine Familie, wird man automatisch in alle Aktivitäten miteinbezogen und auch wenn ich weiß, wie anstrengend Babysitting sein kann, ist Au-pair im Endeffekt keine wirklich harte, körperliche Arbeit.
Ich wohne alleine, ich kaufe meine Lebensmittel selbst ein, ich bin allein beim Frühsück und beim Abendessen. Außerdem arbeite ich hart in einem Beruf, von dem ich eigentlich wenig Ahnung habe. Ich denke, dass das auch einer der Gründe war, warum mir die ersten paar Tage so schwer gefallen sind.
Die negativen Dinge hab ich jetzt ausführlich genannt, sie sind an manchen Tagen schwer zu ertragen für mich, aber trotzdem überwiegen mittlerweile die positiven Aspekte.
1. Ich hab sehr nette Arbeitgeber. Rose und Bob sind, wie gesagt, ungefähr so alt wie Oma und Opa und kümmern sich gut um mich. Ich bin ab und zu zum Abendessen eingeladen und wenn ich in irgendeiner Angelegenheit Hilfe brauche (wir erinnern uns an meine Nadelverletzung), kann ich immer auf sie zählen. Auch ihre Söhne und die dazugehörigen Familien sind sehr nett zu mir und nehmen mich immer gut auf.
2. Meine Arbeitskollegen sind tolle Leute, die Stimmung ist hervorragend und die meisten Scherze sind ganz nach meinem Humor. Bis jetzt (ich hoffe inständig, das bleibt so) musste ich noch keine harten Arbeiten wie Stallwaschen etc. machen. Es wäre auch nichts, dass mir wirklich was helfen würde, wenn ich es könnte. Ich gewöhne mich immer mehr an die Arbeit und lerne, mit den Gegebenheiten umzugehen (2x pro Tag duschen, Mittagessen im Lunchraum, Arbeitsbeginn 5.30, ...).
3. Ich weiß jetzt, dass ich Landwirtschaft studieren will, ich weiß, wo ich studieren will und ich weiß, warum ich mein Abitur gemacht habe. In Ontario (vielleicht in ganz Kanada, das weiß ich nicht) gibt es so viele Menschen, die für nicht gerade hohe Löhne arbeiten. Da die Infrastruktur hier in der Gegend (meine Ausdrucksweise ist eigentlich nicht treffend, die Gegend von der ich spreche ist 2x so groß wie Deutschland...) ist praktisch nicht vorhanden und deswegen ist das Jobangebot auch überschaubar. Vom Fastfoodrestaurant über verschiedene landwirtschaftliche Berufe bis hin zum Truckfahrer. Und dann hat sich das Ganze auch schon erschöpft.
Ich will später einmal die Gelegenheit haben, genügend Geld zu verdienen, um mir einen guten/hohen Lebensstandard zu sichern und um irgendwann später meinen Kindern dieselben Möglichkeiten zu bieten, die ich hatte/habe. Ich denke, das ist etwas, das ich - wäre ich in Deutschland geblieben - nie so richtig realisiert hätte. Die Menschen, die hier einen hohen Lebensstandard haben sind übrigens meistens die Inhaber der Farmen, also die Bauern. Sie sind in Ontario auch die Berufsgruppe mit dem meisten Ansehen. Wer hier Farmer ist, ist automatisch in der Gesellschaft akzeptiert. Ganz beliebt ist übrigens das Schild "Farmers feed Cities". Finde ich sehr treffend.
4. Ich verbessere mein Englisch. Eigentlich war die Sprache eine meiner Sorgen, weil mir ein gewissen Englischlehrer in der Oberstufe nicht gerade die besten Noten gegeben hat und ich mich an kein Lob oder Ähnliches erinnern kann. Hier sind alle begeistert von meinen guten Englischkenntnissen. Ihr merkt also, Lehrer sind nicht immer objektiv ;) Ein paar Vokabeln hab ich schon dazugelernt, und ich hoffe, dass es noch mehr werden und ich am Ende der Zeit hier mein Englisch so weit verbessert habe, dass ich jede Art von Unterhaltungen ohne Einschränkung führen kann. Mal sehen, ob das klappt.
5. Ich lerne Kanada kennen. Für mich war Kanada immer ein Land, von dem ich zwar wusste, wo es liegt, aber von Nordamerika haben mich immer bloss die Staaten interessiert. Jetzt wo ich hier bin, merke ich, dass es hier völlig anders, aber trotzdem schön und sehenswert ist. Die Natur und die endlose Weite sind etwas, dass ich froh bin, erleben zu können, von dem ich aber auch weiß, dass ich die "Enge" Mittelfrankens vorziehe. Meine eventuellen Auswanderungsgedanken, die ich in akuten Fernwehzeiten hatte, sind jetzt übrigens auch gecancelt ;) Die Menschen hier lieben ihr Land und als ich letztens das Sozialsysten kritisierte, wurde sofort verteidigt, obwohl es offensichtlich ist, dass sie kein besonders gutes System haben. Außerdem fällt die erwähnte Kanada-Flagge auf. Die "Städte" hier sind alle ein bisschen rückständig, machen jedenfals keinen sonderlich modernen Eindruck und kommen an deutschen Standard nicht heran. Als nächste bin ich natürlich auf Toronto gespannt und neugierig darauf, wie diese Stadt so drauf ist.
Mein Fazit nach 4 Wochen fällt also alles in allem sehr positiv aus. Mein Heimweh war eine schwere und eher tränenreiche Erfahrung aber im Endeffekt positiv, da es mir zeigt, wie sehr ich an meiner Familie, meinen Freunden und meiner Heimat hänge. Das war mir vorher nicht so extrem bewusst.
Ich hoffe, dass die nächsten paar Wochen spannend bleiben und ich im Dezember glücklich, gesund und mit vielen positiven Erfahrungen wieder nach Hause zurückkommen kann.
Bis bald,
Lisa
Dienstag, 18. September 2012
Injury
Da ich ja wirklich jede Erfahrung mal machen will, hab ich mich gestern vorsichtshalber gestochen, dass ich auch mal zum kanadischen Doktor komm. Nein, natürlich nicht!
Aber von vorne: Gestern hab ich in der Früh Traci geholfen und nachdem wir gefüttert haben, haben wir kleine Ferkel gegen Durchfall geimpft. Blöderweise ist Spritzen und Spritze aufziehen schon ein bisschen Routine geworden und ich schätze, dass ist mir zum Verhängnis geworden.
Ich hatte also grad mein letztes Ferkel gespritzt, wollte die Spritze aufziehen, fuchtel mit meinen Händen rum (kann man sich ja lebhaft vorstellen) und stech mir dabei die Spritze in die eigene Hand. Da ja jedes Kind weiß (und mich meine Eltern dahingehend instruiert haben), dass tierisches Eiweiß hochgefährlich für Menschen ist, war ich natürlich geschockt! Also bin ich zu Traci hin und hab ihr gesagt, was passiert ist. Ach, sagt sie, das ist nicht so schlimm, mir passiert das ständig. Ich war aber ziemlich verängstigt, was sie mir angemerkt hat, und dann haben wir die Wunde (die nicht mal ernsthaft geblutet hat und praktisch nicht sichtbar war) desinfiziert und verpflastert und weiter gemacht. In Deutschland wäre es Pflicht, zum Arzt zu gehen und ich meine, dass auch Antibiotikum Pflicht ist. Hier schert sich keiner drum. Ich aber natürlich schon! Ich bin in der Hinsicht eh ängstlich (stellt euch vor, mir fällt der Finger ab oder so -.-) und in der Fremde brauch ich wirklich keine gefährliche Infektion in meiner Hand. Also hab ich nach der Arbeit Bob überzeugt, dass es wirklich nötig ist, zum Arzt zu gehen. Er hat das nicht verstanden, aber okay, wenn das deutsche Mädchen will...
Also hat mich Rose abgeholt, und wir sind in die Notaufnahme gefahren. Natürlich hätts der Hausarzt auch getan, aber rein versicherungstechnisch ist die Notaufnahme besser gerüstet. Dort hab ich dann erst mal 500$ bezahlt, die ich aber von meiner Krankenversicherung rückerstattet bekomm. Ihr seht also, man sollte so eine Aktion niemals ohne Krankenversicherung starten. Stellt euch vor, ich stech mich nochmal... Nein, lieber nicht.
Die Dame hat mich dann gefragt, wie das passiert ist, ob ich Allergien hab, blablabla...
Danach durft ich zum Doktor, der ein junger Inder ohne Bauernhoferfahrung war. Er hat mich dann auch wieder gefragt, was passiert ist und wie und mit was ich denn die Ferkel geimpft hab. Das hab ich aber total vergessen zu fragen, keine Ahnung, was die für Medizin kriegen. Er meinte dann, dass wenn es gefährlich wäre, man das schon an der Wunde sehen würde, weils ja schon einige Stunden vorher passiert ist. Trotz allem hat er mir aber von sich aus ein Antibiotikum verschrieben, weil er meinte, Infektionen in der Hand sind nicht das Schönste. Ich war natürlich happy darüber, weil ich nun auf der sicheren Seite bin.
Gestern Abend war ich dann natürlich todmüde, weil es ein echt harter Tag für meine Psyche war, aber heute hab ich schon wieder fröhlich Ferkel geimpft. Mir fehlt also nichts :)
Allgemein könnts hier besser nicht laufen: Ich wurde heut von Lindsay zum Hähnchen essen morgen Abend eingeladen, obwohl ich eigentlich dachte, dass sich Lindsay nicht ernsthaft für mich interessiert und auch ansonsten werd ich wie eine ganz normale Kollegin behandelt und alle nehmen Rücksicht. Es könnte wirklich nicht besser sein!
Bis bald,
Lisa
Aber von vorne: Gestern hab ich in der Früh Traci geholfen und nachdem wir gefüttert haben, haben wir kleine Ferkel gegen Durchfall geimpft. Blöderweise ist Spritzen und Spritze aufziehen schon ein bisschen Routine geworden und ich schätze, dass ist mir zum Verhängnis geworden.
Ich hatte also grad mein letztes Ferkel gespritzt, wollte die Spritze aufziehen, fuchtel mit meinen Händen rum (kann man sich ja lebhaft vorstellen) und stech mir dabei die Spritze in die eigene Hand. Da ja jedes Kind weiß (und mich meine Eltern dahingehend instruiert haben), dass tierisches Eiweiß hochgefährlich für Menschen ist, war ich natürlich geschockt! Also bin ich zu Traci hin und hab ihr gesagt, was passiert ist. Ach, sagt sie, das ist nicht so schlimm, mir passiert das ständig. Ich war aber ziemlich verängstigt, was sie mir angemerkt hat, und dann haben wir die Wunde (die nicht mal ernsthaft geblutet hat und praktisch nicht sichtbar war) desinfiziert und verpflastert und weiter gemacht. In Deutschland wäre es Pflicht, zum Arzt zu gehen und ich meine, dass auch Antibiotikum Pflicht ist. Hier schert sich keiner drum. Ich aber natürlich schon! Ich bin in der Hinsicht eh ängstlich (stellt euch vor, mir fällt der Finger ab oder so -.-) und in der Fremde brauch ich wirklich keine gefährliche Infektion in meiner Hand. Also hab ich nach der Arbeit Bob überzeugt, dass es wirklich nötig ist, zum Arzt zu gehen. Er hat das nicht verstanden, aber okay, wenn das deutsche Mädchen will...
Also hat mich Rose abgeholt, und wir sind in die Notaufnahme gefahren. Natürlich hätts der Hausarzt auch getan, aber rein versicherungstechnisch ist die Notaufnahme besser gerüstet. Dort hab ich dann erst mal 500$ bezahlt, die ich aber von meiner Krankenversicherung rückerstattet bekomm. Ihr seht also, man sollte so eine Aktion niemals ohne Krankenversicherung starten. Stellt euch vor, ich stech mich nochmal... Nein, lieber nicht.
Die Dame hat mich dann gefragt, wie das passiert ist, ob ich Allergien hab, blablabla...
Danach durft ich zum Doktor, der ein junger Inder ohne Bauernhoferfahrung war. Er hat mich dann auch wieder gefragt, was passiert ist und wie und mit was ich denn die Ferkel geimpft hab. Das hab ich aber total vergessen zu fragen, keine Ahnung, was die für Medizin kriegen. Er meinte dann, dass wenn es gefährlich wäre, man das schon an der Wunde sehen würde, weils ja schon einige Stunden vorher passiert ist. Trotz allem hat er mir aber von sich aus ein Antibiotikum verschrieben, weil er meinte, Infektionen in der Hand sind nicht das Schönste. Ich war natürlich happy darüber, weil ich nun auf der sicheren Seite bin.
Gestern Abend war ich dann natürlich todmüde, weil es ein echt harter Tag für meine Psyche war, aber heute hab ich schon wieder fröhlich Ferkel geimpft. Mir fehlt also nichts :)
Allgemein könnts hier besser nicht laufen: Ich wurde heut von Lindsay zum Hähnchen essen morgen Abend eingeladen, obwohl ich eigentlich dachte, dass sich Lindsay nicht ernsthaft für mich interessiert und auch ansonsten werd ich wie eine ganz normale Kollegin behandelt und alle nehmen Rücksicht. Es könnte wirklich nicht besser sein!
Bis bald,
Lisa
Donnerstag, 13. September 2012
International
Nachdem ich mich gestern wieder einigermaßen gut gefühlt hab, haben mich Bob und Rose mehr oder weniger überredet, mit ihnen zum Barbeque zu kommen. Ein Freund/Bekannter von ihnen hatte nämlich Südafrikaner zu Besuch und ein Anderer Ukrainer oder irgendwie so. Ganz bin ich nicht durchgestiegen, ich weiß nur, dass auf dem Fest am Ende Leute aus aller Herren Länder waren und dass es hochinteressant war. Das Grillen fand auf einem wunderschönen Grundstück statt. Es gab ein hübsches Haus, einen gepflegten Garten und einen Schwimmteich (Hallo, Mama!) und war wirklich ansprechend gestaltet. Das Essen war okay, aber natürlich nicht mit deutschem oder gar Papas Gegrilltem vergleichbar.
Aber die Gesellschaft war unvergleichlich! Nachdem ich mich zuerst mit einem Schweinebauern auf Deutsch unterhalten hab, der ursprünglich aus Heidelberg stammt, hab ich mit einem Holländer über den FC Bayern und die Championsleague gefachsimpelt. Im Anschluss hab ich mit der netten Südafrikanerin über Auslandsaufenthalte geplaudert, die ein paar Worte Deutsch sprach, weil sie ein Jahr lang in diversen Austauschfamilien in Deutschland gelebt hat. Danach hat mich ein Kanadier über deutschen Schnaps und deutsches Bier aufgeklärt und zuguterletzt hab ich Japaner/Chinesen kennen gelernt, die - NATÜRLICH - schon in Nürnberg den Christkindlesmarkt besucht und Drei im Weggla gegessen haben.
Ihr seht: Es war der Wahnsinn! Ich war schlichtweg begeistert.
Heute Morgen war ich dann natürlich (als um 5 Uhr mein Wecker klingelte) dementsprechend immer noch müde und geschafft. Ich hab dann bis 10 Uhr gearbeitet und heute viel gelernt! Dazu hab ich mich auch obligatorischerweise zwei Mal geduscht. Dann hatte ich Break bis 12.30 Uhr und hab in der Zeit was gegessen und mit meinen Eltern und Kathi geskypt ♥
Anschließend bin ich mit Jeff und Little Green (das Auto) zu einem anderen Stall gefahren und hab dort wieder zwei Mal geduscht. Sauberer geht nicht!!!
Das beste Erlebnis heute war aber, dass ich Autofahren durfte. Allein das wäre ja ein Grund zur Freude, weil ich Autofahren extrem vermisse. Der Hammer aber war, dass ich Little Green fahren durfte. Das heißt, einen gefühlt 100 Jahre alten (in Wirklichkeit ist er glaub ich 14 Jahre alt) grünen Toyota mit 80 Sachen über die Schotterpiste jagen. That was fun!!
Bis bald,
Lisa
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