Heute war mein letzter Tag im Stall in Dänemark. Trotz der Tatsache, dass ich so viele Menschen zuhause vermisst hab, ging die Zeit wirklich schnell vorbei. Ich hab mich immer beschäftigen können, bin ein bisschen unterwegs gewesen und so war der Aufenthalt hier echt schön.
Ich bin aber jetzt wirklich froh, dass ich zurück "darf". Ich kann es nicht erwarten. Obwohl ich es im letzten Jahr so oft erfahren habe, die Erkenntnis, dass es daheim mit Abstand am Schönsten ist, trifft mich immer wieder.
Ihr könnt das in gefühlt jedem zweiten Post lesen, deswegen lass ich mich hier nicht wieder ausgiebig über mein wunderschönes Daheim aus, aber ihr wisst ja was ich meine.
Morgen packe ich meine Sachen und versuch, alles ins Auto zu kriegen, wovor ich ein bisschen Angst hab :D Aber im Notfall... Hm im Notfall weiß ich auch nicht. Außerdem muss ich mein Zimmer bezahlen und dann fahr ich nach Flensburg und hol meinen Papa am Bahnhof ab, wuuuuhuuuu! Ich freu mich!
Der kommt aber erst um dreiviertel 7 an, deswegen "muss" ich nach Flensburg in die Innenstadt, sonst vergeht ja die Zeit nicht.
Anschließend sind wir bei Dorthe und Hans zum Abendessen eingeladen (es gibt das Leibgericht vom Prinz Frederick.. oder so..) und danach wird ins Bett gegangen, weil Samstag haben wir ja einen langen Weg vor uns.
Was ich noch erzählen wollte: Ich hab hier fast durchgängig mit Radiokopfhörer gearbeitet, weil ich meistens irgendeine Aufgabe bekommen hab, die ich alleine erledigt hab und was soll man dann auch sonst machen. Da ich dänisch nicht versteh und mir dänische Nachrichten dermaßen auf die Nerven gehen, hab ich immer RSH gehört. Rundfunk Schleswig-Holstein. Die betiteln sich als "schönstes Bundesland der Welt" - war wohl noch keiner von denen in Bayern.
Außerdem reden die wie... wie... Norddeutsche? Ich weiß nicht. Wahnsinnig schnell, noch 100x schneller als ich und totaaal undeutlich. Jedes Wort verschwindet halb im anderen, man erahnt eher, dass die sagen wollen. Der Sinn für Humor ist ... anders? Also ich kann meistens nur über den sehr seltsamen Dialekt lachen, die Gags find ich nicht lustig.
Das Einzige was ich besser find, als bei unseren Radiosendern, ist die Musikauswahl. Die hat mich begeistert. Und ich hatte das Gefühl, dass die weniger Werbung spielen, aber das kann auch Einbildung gewesen sein.
Man sieht, sogar innerhalb Deutschlands sind die Unterschiede riesig.
Mehr gibt's glaub ich nicht zu sagen.
Bis bald,
Lisa
*ich fühl mich so frei frei, ich will wieder heim."
Cro - Whatever (und ja, ich weiß, dass der Text nicht stimmt :D )
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Donnerstag, 22. August 2013
Mittwoch, 5. Juni 2013
Off to....
DENMARK!
Ja, es klappt wirklich! Aber zuerst zur Gegenwart:
Ich arbeite nach wie vor in Niederbayern, hab immer noch Spaß, kann Zalando noch finanzieren und freu mich jedes Mal wie eine Schneekönigin, wenn ich wieder nach Hause darf. Ich vermisse während der Zeit, die ich hier bin, so viele Menschen, und ich komm an meinen freien Tagen nicht hinterher, alle zu sehen. Manchmal bringt mich das schon ein bisschen aus der Puste. Aber wert ist es das allemal.
Mein weiterer Plan ist also, dass ich hier noch den Juni über arbeite, vielleicht auch noch im Juli, mal sehen was sich ergibt.
Im Juni hab ich noch die Gelegenheit mit meinem Freund auf einen Ball zu gehen, ein Kleid war auch schnell gefunden, die Schuh-Frage allerdings treibt mich noch in den Wahnsinn. Und dann hab ich noch keine Handtasche... Zum Verzweifeln!
Für den Juli werd ich auch eine Beschäftigung finden und am 24. gehts schon auf nach Dänemark.
Mein Freund und ich werden eine Woche Urlaub am Meer machen und am 31.7 beginnt dann das Praktikum auf dem Betrieb.
Wohnen werd ich in irgendeiner Landwirtschaftsschule oder so? Einen richtigen Plan gibts noch nicht, aber im Notfall werd ich eben zelten. Nein, das war natürlich ein Spaß. Ich würde niemals zelten.
Der Hof ist nur einen Kilometer vom Meer entfernt und ich freue mich wirklich sehr darauf.
Das Praktikum soll vier Wochen dauern und voraussichtlich kommt Papa Ende August und holt mich ab.
Im September fahre ich dann noch für ein paar Tage nach Berlin mit meiner Schwester und dann geht auch schon das Studium los.
Im Moment freu ich mich noch auf die Lernerei, aber nach zwei Wochen werd ich alles verfluchen und mich wieder in meine Schweineställe mit Handfütterung wünschen!
Apropos, so viel ich weiß, wird in Dänemark automatisch gefüttert (was soll ich dann bloß arbeiten?!), aber dafür hab ich nichts über Duschen oder Ähnliches gefragt *ohwei*
Mit Kanada hab ich natürlich immer noch Kontakt. Rose ist leider sehr krank geworden, mein letzter Stand war, dass es ihr gar nicht gut ging. Lindsey baut fleißig an ihrem Haus und Traci ist schwanger! Im September bekommt sie ein Mädchen und wir haben jetzt schon ein paar Mal ausgemacht zu telefonieren, haben uns aber immer verpasst. Vielleicht klappts am Wochenende.
Manchmal vermiss ich Kanada schon sehr. Meine tollen Kollegen (Wayne hat soooo süße Zwillingsbabys!), die Abgeschiedenheit, meine Weekends off, an denen ich nichts und niemanden gesehen habe, das Land an sich. Es war einfach toll und ich bin immer noch überzeugt, dass ich über kurz oder lang wieder kommen werde!
Mein Jahr ohne wirklichen Plan neigt sich übrigens dem Ende zu. Die schriftlichen Abi-Prüfungen sind vorbei, in drei Wochen ist Abschlussball. Vor einem Jahr stand ich da auf der Bühne und hab mein Zeugnis bekommen und wusste nicht so genau, wohin es in ein paar Wochen gehen würde. Jetzt gehts mir wieder so, allerdings sind neun Stunden Fahrt natürlich überschaubarer als neun Stunden Flug und ich kenn mich jetzt auch schon ein bisschen aus, mit dem, was auf mich zukommen wird. Außerdem reden wir von 4 Wochen, anstatt von 4 Monaten.
Mama bescheinigt mir jetzt schon, dass ich wieder heulend vor der Webcam sitzen werde und die meiste Zeit glaub ich das auch. Das Vermissen wird mindestens genauso schlimm werden, aber ganz ehrlich: Die Heulerei ist es mir tatsächlich wert!
Ich freu mich.
Bis bald,
Lisa
Ja, es klappt wirklich! Aber zuerst zur Gegenwart:
Ich arbeite nach wie vor in Niederbayern, hab immer noch Spaß, kann Zalando noch finanzieren und freu mich jedes Mal wie eine Schneekönigin, wenn ich wieder nach Hause darf. Ich vermisse während der Zeit, die ich hier bin, so viele Menschen, und ich komm an meinen freien Tagen nicht hinterher, alle zu sehen. Manchmal bringt mich das schon ein bisschen aus der Puste. Aber wert ist es das allemal.
Mein weiterer Plan ist also, dass ich hier noch den Juni über arbeite, vielleicht auch noch im Juli, mal sehen was sich ergibt.
Im Juni hab ich noch die Gelegenheit mit meinem Freund auf einen Ball zu gehen, ein Kleid war auch schnell gefunden, die Schuh-Frage allerdings treibt mich noch in den Wahnsinn. Und dann hab ich noch keine Handtasche... Zum Verzweifeln!
Für den Juli werd ich auch eine Beschäftigung finden und am 24. gehts schon auf nach Dänemark.
Mein Freund und ich werden eine Woche Urlaub am Meer machen und am 31.7 beginnt dann das Praktikum auf dem Betrieb.
Wohnen werd ich in irgendeiner Landwirtschaftsschule oder so? Einen richtigen Plan gibts noch nicht, aber im Notfall werd ich eben zelten. Nein, das war natürlich ein Spaß. Ich würde niemals zelten.
Der Hof ist nur einen Kilometer vom Meer entfernt und ich freue mich wirklich sehr darauf.
Das Praktikum soll vier Wochen dauern und voraussichtlich kommt Papa Ende August und holt mich ab.
Im September fahre ich dann noch für ein paar Tage nach Berlin mit meiner Schwester und dann geht auch schon das Studium los.
Im Moment freu ich mich noch auf die Lernerei, aber nach zwei Wochen werd ich alles verfluchen und mich wieder in meine Schweineställe mit Handfütterung wünschen!
Apropos, so viel ich weiß, wird in Dänemark automatisch gefüttert (was soll ich dann bloß arbeiten?!), aber dafür hab ich nichts über Duschen oder Ähnliches gefragt *ohwei*
Mit Kanada hab ich natürlich immer noch Kontakt. Rose ist leider sehr krank geworden, mein letzter Stand war, dass es ihr gar nicht gut ging. Lindsey baut fleißig an ihrem Haus und Traci ist schwanger! Im September bekommt sie ein Mädchen und wir haben jetzt schon ein paar Mal ausgemacht zu telefonieren, haben uns aber immer verpasst. Vielleicht klappts am Wochenende.
Manchmal vermiss ich Kanada schon sehr. Meine tollen Kollegen (Wayne hat soooo süße Zwillingsbabys!), die Abgeschiedenheit, meine Weekends off, an denen ich nichts und niemanden gesehen habe, das Land an sich. Es war einfach toll und ich bin immer noch überzeugt, dass ich über kurz oder lang wieder kommen werde!
Mein Jahr ohne wirklichen Plan neigt sich übrigens dem Ende zu. Die schriftlichen Abi-Prüfungen sind vorbei, in drei Wochen ist Abschlussball. Vor einem Jahr stand ich da auf der Bühne und hab mein Zeugnis bekommen und wusste nicht so genau, wohin es in ein paar Wochen gehen würde. Jetzt gehts mir wieder so, allerdings sind neun Stunden Fahrt natürlich überschaubarer als neun Stunden Flug und ich kenn mich jetzt auch schon ein bisschen aus, mit dem, was auf mich zukommen wird. Außerdem reden wir von 4 Wochen, anstatt von 4 Monaten.
Mama bescheinigt mir jetzt schon, dass ich wieder heulend vor der Webcam sitzen werde und die meiste Zeit glaub ich das auch. Das Vermissen wird mindestens genauso schlimm werden, aber ganz ehrlich: Die Heulerei ist es mir tatsächlich wert!
Ich freu mich.
Bis bald,
Lisa
Freitag, 14. Dezember 2012
Fazit
Heute will ich ein Gesamtfazit über meinen Kanadaaufenthalt schreiben. Wahrscheinlich ist es eigentlich noch zu „frisch“, aber ich denke, dass sich meine Eindrücke so halten werden, wie sie jetzt sind. Vornweg kann ich sagen, dass im Endeffekt alles positiv ist – genauso wie Papa es immer prophezeit hat. Ich werd versuchen, das Ganze einigermaßen übersichtlich zu gestalten, aber das wird wahrscheinlich schwierig.
Wenn ich so durch meinen Blog scrolle, muss ich jetzt ein bisschen schmunzeln. Am Anfang hab ich mich nur über die Arbeit beschwert. Ich hab mich auf dem Blog sogar zurückgehalten, denn eigentlich hat es mir wirklich keinen Spaß gemacht. Ich kannte die Leute noch nicht richtig, war nicht eingewöhnt, hatte so viele andere Sachen, über die ich mir tagtäglich Gedanken gemacht hab, dass die Arbeit einfach ein lästiges Übel war. Mit der Zeit hab ich mich aber an meine Kollegen gewöhnt, Freundschaften geschlossen.
Ich lernte zu schätzen, dass es immer was zu lachen gibt, dass man niemals unfair behandelt wird, wenn man niemanden unfair behandelt, dass Rücksicht auf mich genommen wird, dass ich Fragen stellen darf, so viel ich will und das sogar Willkommen ist, dass wir in den Pausen unheimlich viel Spaß hatten und nicht zuletzt, dass ich wahre Freundschaften geschlossen habe. Vor Allem mit Traci und Lindsey verstehe ich mich extrem gut, ich vermisse sie wie wahnsinnig. Aber auch der „Arbeitsteil“ der Arbeit ist für mich zum Vergnügen geworden. Am Anfang war es nur körperlich harte Arbeit für mich. Ich bin Gymnasiast, ich war 12 Jahre nur rumgesessen und dann soll ich im Sauenstall hart arbeiten? Mach das mal meinem Körper klar. Ich denke, dass ich deswegen die ersten paar Tage einfach nur unfassbar demotiviert war. Ich hab mich aber ziemlich schnell dran gewöhnt und dann hat es Spaß gemacht. Mit den Tieren zu arbeiten, verschiedene Tätigkeiten zu erlernen und der allerschönste Teil ist natürlich, wenn man gelobt wird. Das ist so ganz anders, als in der Schule eine gute Note zu schreiben, es ist einfach ein schönes Gefühl. Und ich wurde gelobt :)
Das Einzige was mir gefehlt hat, war die geistige Arbeit. Ich war Angestellter, das heißt, Wayne ist Chef und jeder sonst kriegt einfach Anweisungen. Wir müssen uns keine Gedanken darüber machen, was wir tun. Klar, wir müssen bei der Sache sein, aber wir erstellen keine Arbeitspläne, wir behandeln selbstständig keine Tiere, wir übernehmen im Endeffekt keine Verantwortung und damit würde ich persönlich mich auf lange Sicht unterfordert fühlen. Es wird ein bisschen langweilig, wenn man dann alles kann.
Über Arbeit an sich hab ich gelernt, dass sie glücklich macht. Sicher hat man Tage, an denen man einfach nur Urlaub will, aber wenn man am Ende des Tages sieht, dass man etwas geschafft hat, dass man gebraucht wurde, dass man Geld verdient hat, macht einen das (mich jedenfalls) zufriedener. Nach der Schule hab ich mir immer gedacht: „Schön, fünf weitere Formeln, die ich in meinem ganzen Leben nie mehr brauchen werde. Wofür bin ich heute Morgen aufgestanden?“ Nach der Arbeit hat man das Gefühl, etwas geleistet zu haben. So geht es mir jedenfalls. Zuletzt war die Arbeit natürlich auch der Hauptgrund (jedenfalls ist sie dazu geworden, aber dazu später mehr), weswegen ich nach Kanada gekommen bin. Ich habe sehr viel gelernt, hab mich an die Arbeit gewöhnt, ein paar Dinge gesehen, die ich gut fand, ein paar Dinge gesehen, die es so in meinem (theoretischen) Stall nie geben würde.
Etwas, über das ich mich von Anfang bis Ende niemals beschweren konnte, war meine „Betreuung“. Schon am Flughafen wurde ich von Bob und Rose mit einer herzlichen Umarmung begrüßt, direkt zum Essen eingeladen, ausgefragt und einfach nur extrem nett behandelt. Immer wenn ich Hilfe brauchte, war auf sie Verlass. Ich wurde oft zum Essen eingeladen, umsorgt und wie ein weiteres Enkelkind behandelt. Nach der Eingewöhnungsphase wurde das weniger, aber das ist okay so, ich bin ja kein Austauschkind, sondern ein Austauschbanditpraktikant.
Ich weiß noch, als ich am dritten Tag ins Farmhaus gezogen bin, hat mir Rose eine Heizdecke mitgegeben. Was hab ich mir für Horrorszenarien ausgemalt, von fehlender Heizung über zugige Fenster bis hin zu Blizzards. Nichts davon ist wahr geworden und auch die Heizdecke hab ich nur für meinen schmerzenden Nacken verwendet.
Neben Rose und Bob (meinen Grandparents) haben sich vor allem Jeanette und Scott um mich gekümmert. Ich war immer eingeladen, und wenns nur war, weil mir langweilig war, Jeanette hat mich mit zum Shoppen genommen, mit ins Kino, mit ins Essen, ja sogar zum Thanksgiving ihrer Familie wurde ich mitgenommen. Durch sie hatte ich eine weit bessere Freizeitgestaltung, hab mehr Leute kennen gelernt und viel Spass gehabt. Ich durfte zum Schneemannbauen kommen, durfte Snowmobile fahren, ich wurde in alles einbezogen und das werd ich ihr nie vergessen.
Mit Stacey, Renee und David hab ich mich auch super verstanden, und die haben mich auch immer wieder eingeladen. Auch der Rest des Betriebes und der Familie war bei Fragen und Problemen immer für mich da. Ich kann aus voller Überzeugung sagen, dass man für ein landwirtschaftliches Praktikum keine bessere Hostfamily finden kann.
Allerdings hat selbst die hervorragende Hostfamily mir nicht über die Einsamkeit hinweggeholfen. Und damit rede ich nicht von der Einsamkeit, weil ich ganz alleine war, sondern von der Einsamkeit, dass um mich herum nichts war. Die Farm ist in „the middle of nowhere“ und genau so hat es sich auch angefühlt. Der nächste Supermarkt war 20 Fahrminuten entfernt, aber außer dem Supermarkt und einem Timmys gab es da sonst auch nix. Und das ist natürlich nicht wirklich Entertainment. Das hat mir meinen Aufenthalt wirklich erschwert, weil es bedeutete, dass ich außer Stall und Jeanettes Kindern kein Sozialleben aufbauen konnte. In einer größeren Stadt hätte ich mal ins Kino gehen können, ins Café, ein bisschen Bummeln, wie auch immer. Das war mir alles nicht möglich, weil zusätzlich zur Einsamkeit mein Orientierungssinn nicht vorhanden ist – aber darüber hab ich ja bereits erzählt. Diese Abgeschiedenheit war wirklich ein Problem und ein Grund, wieso ich auch jetzt, wo ich schon fast zuhause bin, diesen Grund als angemessen empfinde, „nur“ drei Monate geblieben zu sein.
Bevor ich nach Kanada geflogen bin, dachte ich immer, dass meine Englischkenntnisse vielleicht zum Problem werden könnten. Ich wurde in der Oberstufe in Englisch nicht gelobt und hab mich nie mehr als nötig mit Englisch beschäftigt. Diese Befürchtung wurde aber überhaupt nicht bestätigt. Ich wurde vom ersten bis zum letzten Tag nur für mein hervorragendes Englisch gelobt, ich hatte außer ein paar Vokabeln niemals Schwierigkeiten jemanden zu verstehen, jetzt kann ich sogar Telefonieren. Telefonieren ist meiner Meinung nach das Schwerste, weil man seinen Gegenüber ja nicht sieht und sich somit nicht mit Händen und Füßen verständlich machen kann. Aber auch dem bin ich jetzt gewachsen.
Englisch an sich ist eine schöne Sprache, ich werde es auch sehr vermissen, aber verglichen mit Fränkisch (also dem Dialekt, nicht mit Hochdeutsch) ist es langweilig. Es gibt nicht so viele Möglichkeiten sich auszudrücken, es gibt nicht so viele Worte und es fehlt irgendwie die persönliche Note. Ich werde Englisch wirklich vermissen, werde aber weiterhin englische Filme sehen und englische Bücher lesen um meine Englischkenntnisse immer frisch zu halten – wer weiß, wie schnell ich es wieder brauche ;)
Das allein wohnen ist allerdings kein Grund, wieder zu kommen. Dadurch, dass ich ja am A*** der Welt war, war das allein wohnen dann der Gipfel der Einsamkeit. Als ich aber dann das akute Heimweh überwunden hatte, fand ich es einfach nur noch langweilig. Man ist den ganzen Tag alleine, man steht alleine auf, Frühstückt alleine, macht alles alleine. Es wird einfach langweilig. So sehr ich allein sein auch genieße und auch kein Problem hab, mal alleine shoppen zu gehen oder ähnliches, so langweilig finde ich alleine wohnen. Diese Erfahrung hab ich jetzt gemacht, ich fand sie sehr wichtig, aber ich weiß auch, dass ich das nicht wiederholen möchte.
Ich sitze im Moment in Toronto am Flughafen und warte, bis mein Schalter zum Check-In öffnet. Das heißt, ich bin erst eine Woche von der Farm weg, aber noch nicht zuhause. Ich glaube, dass ist die perfekte Gelegenheit, mein Fazit zu vervollständigen:
Ich hatte geplant, nach Kanada zu kommen, um ein anderes Land kennen zu lernen, um mein Englisch zu verbessern, um neue Freunde zu finden, um von Zuhause raus zu kommen und mein letzter Grund war, dass ich etwas über Landwirtschaft lernen wollte. Da ich die Gegebenheiten vorher nicht kannte, hat sich meine ganze Situation drastisch verändert, nachdem ich angekommen war: Ich war im Schweinestall. 24/7. Nein, so schlimm war es nicht, aber von der Tatsache, dass die Erfahrung im Stall mein letzter Grund war, nach Kanada zu kommen, blieb nix mehr übrig. Es war der einzige und der Hauptgrund. Ich habe zwar auch alle meine anderen Punkte erfüllt, aber die Prioritäten haben sich geändert.
Am Anfang hat mir das nicht gefallen, aber mittlerweile weiß ich es zu schätzen. Ich habe so viel gelernt, wie ich wahrscheinlich nirgendwo anders lernen hätte können. Nicht so viel über die moderne Schweineaufzucht, aber über das ganze Business an sich. Es ist einfach schwer zu erklären. Nach der Zeit hab ich mich aber daran gewöhnt und weiß es jetzt zu schätzen. Der Schweinestall ist wirklich meine Welt :D
Ich hatte die besten Arbeitskollegen der Welt und eine wunderschöne Zeit, vor allem im Stall. Es hat einfach wahnsinnig Spaß gemacht und selbst die Tage, die ich in dem Moment einfach nur schei** fand, sind mir jetzt in guter Erinnerung geblieben. Das hat mir Papa schon immer prophezeit und er behielt wie immer Recht.
Ich weiß jetzt auch, dass es die beste Entscheidung seit Langem war, ein Praktikum zu machen, ein Jahr nicht in die Schule zu gehen, ein Praktikum im Schweinestall zu machen, nach Kanada zu kommen und zuletzt, im Dezember schon heimzufliegen.
Ich bin durch und durch zufrieden damit, wie alles gelaufen ist und werde diese Zeit immer wahnsinnig positiv in Erinnerung behalten. Danke an alle, die mir dabei geholfen haben.
Außerdem hab ich mich in Kanada verliebt.
Die Menschen sind so nett und umgänglich wie nirgendwo sonst auf der Welt, die Landschaft ist einfach unglaublich und nicht zu toppen und die ganze Mentalität in Kanada hat mich einfach überzeugt. Die Leute sind zwar diszipliniert und ehrgeizig, aber dabei nicht so verkniffen, wie Deutsche es wären. Kurz gesagt, ich hab mich in Kanada verliebt. Ich will noch so viel mehr von diesem Land sehen und werde auf jeden Fall zurückkommen. Wann steht noch in den Sternen, aber ich habe das fest geplant.
Die USA sind natürlich auch ein schönes Land, ich kann nicht so sehr mitreden, weil ich nie da gelebt habe, aber verglichen mit den kurzen Eindrücken, die ich in Texas und Chicago sammeln konnte, gefällt mir Kanada besser. (New York natürlich ausgenommen, das steht zuoberst auf meiner Liste der zu besuchenden Orte ;) )
Ich hatte Kanada an sich vorher nie auf dem Schirm, ich wusste, wo es liegt, aber das war es auch schon. Jetzt habe ich mich verliebt und ich werde wieder kommen.
Bis bald, liebes Kanada, und danke für die wunderschönen und prägenden Erfahrungen, die ich mit nach Deutschland nehmen darf.
Alles Liebe, Lisa
Wenn ich so durch meinen Blog scrolle, muss ich jetzt ein bisschen schmunzeln. Am Anfang hab ich mich nur über die Arbeit beschwert. Ich hab mich auf dem Blog sogar zurückgehalten, denn eigentlich hat es mir wirklich keinen Spaß gemacht. Ich kannte die Leute noch nicht richtig, war nicht eingewöhnt, hatte so viele andere Sachen, über die ich mir tagtäglich Gedanken gemacht hab, dass die Arbeit einfach ein lästiges Übel war. Mit der Zeit hab ich mich aber an meine Kollegen gewöhnt, Freundschaften geschlossen.
Ich lernte zu schätzen, dass es immer was zu lachen gibt, dass man niemals unfair behandelt wird, wenn man niemanden unfair behandelt, dass Rücksicht auf mich genommen wird, dass ich Fragen stellen darf, so viel ich will und das sogar Willkommen ist, dass wir in den Pausen unheimlich viel Spaß hatten und nicht zuletzt, dass ich wahre Freundschaften geschlossen habe. Vor Allem mit Traci und Lindsey verstehe ich mich extrem gut, ich vermisse sie wie wahnsinnig. Aber auch der „Arbeitsteil“ der Arbeit ist für mich zum Vergnügen geworden. Am Anfang war es nur körperlich harte Arbeit für mich. Ich bin Gymnasiast, ich war 12 Jahre nur rumgesessen und dann soll ich im Sauenstall hart arbeiten? Mach das mal meinem Körper klar. Ich denke, dass ich deswegen die ersten paar Tage einfach nur unfassbar demotiviert war. Ich hab mich aber ziemlich schnell dran gewöhnt und dann hat es Spaß gemacht. Mit den Tieren zu arbeiten, verschiedene Tätigkeiten zu erlernen und der allerschönste Teil ist natürlich, wenn man gelobt wird. Das ist so ganz anders, als in der Schule eine gute Note zu schreiben, es ist einfach ein schönes Gefühl. Und ich wurde gelobt :)
Das Einzige was mir gefehlt hat, war die geistige Arbeit. Ich war Angestellter, das heißt, Wayne ist Chef und jeder sonst kriegt einfach Anweisungen. Wir müssen uns keine Gedanken darüber machen, was wir tun. Klar, wir müssen bei der Sache sein, aber wir erstellen keine Arbeitspläne, wir behandeln selbstständig keine Tiere, wir übernehmen im Endeffekt keine Verantwortung und damit würde ich persönlich mich auf lange Sicht unterfordert fühlen. Es wird ein bisschen langweilig, wenn man dann alles kann.
Über Arbeit an sich hab ich gelernt, dass sie glücklich macht. Sicher hat man Tage, an denen man einfach nur Urlaub will, aber wenn man am Ende des Tages sieht, dass man etwas geschafft hat, dass man gebraucht wurde, dass man Geld verdient hat, macht einen das (mich jedenfalls) zufriedener. Nach der Schule hab ich mir immer gedacht: „Schön, fünf weitere Formeln, die ich in meinem ganzen Leben nie mehr brauchen werde. Wofür bin ich heute Morgen aufgestanden?“ Nach der Arbeit hat man das Gefühl, etwas geleistet zu haben. So geht es mir jedenfalls. Zuletzt war die Arbeit natürlich auch der Hauptgrund (jedenfalls ist sie dazu geworden, aber dazu später mehr), weswegen ich nach Kanada gekommen bin. Ich habe sehr viel gelernt, hab mich an die Arbeit gewöhnt, ein paar Dinge gesehen, die ich gut fand, ein paar Dinge gesehen, die es so in meinem (theoretischen) Stall nie geben würde.
Etwas, über das ich mich von Anfang bis Ende niemals beschweren konnte, war meine „Betreuung“. Schon am Flughafen wurde ich von Bob und Rose mit einer herzlichen Umarmung begrüßt, direkt zum Essen eingeladen, ausgefragt und einfach nur extrem nett behandelt. Immer wenn ich Hilfe brauchte, war auf sie Verlass. Ich wurde oft zum Essen eingeladen, umsorgt und wie ein weiteres Enkelkind behandelt. Nach der Eingewöhnungsphase wurde das weniger, aber das ist okay so, ich bin ja kein Austauschkind, sondern ein Austauschbanditpraktikant.
Ich weiß noch, als ich am dritten Tag ins Farmhaus gezogen bin, hat mir Rose eine Heizdecke mitgegeben. Was hab ich mir für Horrorszenarien ausgemalt, von fehlender Heizung über zugige Fenster bis hin zu Blizzards. Nichts davon ist wahr geworden und auch die Heizdecke hab ich nur für meinen schmerzenden Nacken verwendet.
Neben Rose und Bob (meinen Grandparents) haben sich vor allem Jeanette und Scott um mich gekümmert. Ich war immer eingeladen, und wenns nur war, weil mir langweilig war, Jeanette hat mich mit zum Shoppen genommen, mit ins Kino, mit ins Essen, ja sogar zum Thanksgiving ihrer Familie wurde ich mitgenommen. Durch sie hatte ich eine weit bessere Freizeitgestaltung, hab mehr Leute kennen gelernt und viel Spass gehabt. Ich durfte zum Schneemannbauen kommen, durfte Snowmobile fahren, ich wurde in alles einbezogen und das werd ich ihr nie vergessen.
Mit Stacey, Renee und David hab ich mich auch super verstanden, und die haben mich auch immer wieder eingeladen. Auch der Rest des Betriebes und der Familie war bei Fragen und Problemen immer für mich da. Ich kann aus voller Überzeugung sagen, dass man für ein landwirtschaftliches Praktikum keine bessere Hostfamily finden kann.
Allerdings hat selbst die hervorragende Hostfamily mir nicht über die Einsamkeit hinweggeholfen. Und damit rede ich nicht von der Einsamkeit, weil ich ganz alleine war, sondern von der Einsamkeit, dass um mich herum nichts war. Die Farm ist in „the middle of nowhere“ und genau so hat es sich auch angefühlt. Der nächste Supermarkt war 20 Fahrminuten entfernt, aber außer dem Supermarkt und einem Timmys gab es da sonst auch nix. Und das ist natürlich nicht wirklich Entertainment. Das hat mir meinen Aufenthalt wirklich erschwert, weil es bedeutete, dass ich außer Stall und Jeanettes Kindern kein Sozialleben aufbauen konnte. In einer größeren Stadt hätte ich mal ins Kino gehen können, ins Café, ein bisschen Bummeln, wie auch immer. Das war mir alles nicht möglich, weil zusätzlich zur Einsamkeit mein Orientierungssinn nicht vorhanden ist – aber darüber hab ich ja bereits erzählt. Diese Abgeschiedenheit war wirklich ein Problem und ein Grund, wieso ich auch jetzt, wo ich schon fast zuhause bin, diesen Grund als angemessen empfinde, „nur“ drei Monate geblieben zu sein.
Bevor ich nach Kanada geflogen bin, dachte ich immer, dass meine Englischkenntnisse vielleicht zum Problem werden könnten. Ich wurde in der Oberstufe in Englisch nicht gelobt und hab mich nie mehr als nötig mit Englisch beschäftigt. Diese Befürchtung wurde aber überhaupt nicht bestätigt. Ich wurde vom ersten bis zum letzten Tag nur für mein hervorragendes Englisch gelobt, ich hatte außer ein paar Vokabeln niemals Schwierigkeiten jemanden zu verstehen, jetzt kann ich sogar Telefonieren. Telefonieren ist meiner Meinung nach das Schwerste, weil man seinen Gegenüber ja nicht sieht und sich somit nicht mit Händen und Füßen verständlich machen kann. Aber auch dem bin ich jetzt gewachsen.
Englisch an sich ist eine schöne Sprache, ich werde es auch sehr vermissen, aber verglichen mit Fränkisch (also dem Dialekt, nicht mit Hochdeutsch) ist es langweilig. Es gibt nicht so viele Möglichkeiten sich auszudrücken, es gibt nicht so viele Worte und es fehlt irgendwie die persönliche Note. Ich werde Englisch wirklich vermissen, werde aber weiterhin englische Filme sehen und englische Bücher lesen um meine Englischkenntnisse immer frisch zu halten – wer weiß, wie schnell ich es wieder brauche ;)
Das allein wohnen ist allerdings kein Grund, wieder zu kommen. Dadurch, dass ich ja am A*** der Welt war, war das allein wohnen dann der Gipfel der Einsamkeit. Als ich aber dann das akute Heimweh überwunden hatte, fand ich es einfach nur noch langweilig. Man ist den ganzen Tag alleine, man steht alleine auf, Frühstückt alleine, macht alles alleine. Es wird einfach langweilig. So sehr ich allein sein auch genieße und auch kein Problem hab, mal alleine shoppen zu gehen oder ähnliches, so langweilig finde ich alleine wohnen. Diese Erfahrung hab ich jetzt gemacht, ich fand sie sehr wichtig, aber ich weiß auch, dass ich das nicht wiederholen möchte.
Ich sitze im Moment in Toronto am Flughafen und warte, bis mein Schalter zum Check-In öffnet. Das heißt, ich bin erst eine Woche von der Farm weg, aber noch nicht zuhause. Ich glaube, dass ist die perfekte Gelegenheit, mein Fazit zu vervollständigen:
Ich hatte geplant, nach Kanada zu kommen, um ein anderes Land kennen zu lernen, um mein Englisch zu verbessern, um neue Freunde zu finden, um von Zuhause raus zu kommen und mein letzter Grund war, dass ich etwas über Landwirtschaft lernen wollte. Da ich die Gegebenheiten vorher nicht kannte, hat sich meine ganze Situation drastisch verändert, nachdem ich angekommen war: Ich war im Schweinestall. 24/7. Nein, so schlimm war es nicht, aber von der Tatsache, dass die Erfahrung im Stall mein letzter Grund war, nach Kanada zu kommen, blieb nix mehr übrig. Es war der einzige und der Hauptgrund. Ich habe zwar auch alle meine anderen Punkte erfüllt, aber die Prioritäten haben sich geändert.
Am Anfang hat mir das nicht gefallen, aber mittlerweile weiß ich es zu schätzen. Ich habe so viel gelernt, wie ich wahrscheinlich nirgendwo anders lernen hätte können. Nicht so viel über die moderne Schweineaufzucht, aber über das ganze Business an sich. Es ist einfach schwer zu erklären. Nach der Zeit hab ich mich aber daran gewöhnt und weiß es jetzt zu schätzen. Der Schweinestall ist wirklich meine Welt :D
Ich hatte die besten Arbeitskollegen der Welt und eine wunderschöne Zeit, vor allem im Stall. Es hat einfach wahnsinnig Spaß gemacht und selbst die Tage, die ich in dem Moment einfach nur schei** fand, sind mir jetzt in guter Erinnerung geblieben. Das hat mir Papa schon immer prophezeit und er behielt wie immer Recht.
Ich weiß jetzt auch, dass es die beste Entscheidung seit Langem war, ein Praktikum zu machen, ein Jahr nicht in die Schule zu gehen, ein Praktikum im Schweinestall zu machen, nach Kanada zu kommen und zuletzt, im Dezember schon heimzufliegen.
Ich bin durch und durch zufrieden damit, wie alles gelaufen ist und werde diese Zeit immer wahnsinnig positiv in Erinnerung behalten. Danke an alle, die mir dabei geholfen haben.
Außerdem hab ich mich in Kanada verliebt.
Die Menschen sind so nett und umgänglich wie nirgendwo sonst auf der Welt, die Landschaft ist einfach unglaublich und nicht zu toppen und die ganze Mentalität in Kanada hat mich einfach überzeugt. Die Leute sind zwar diszipliniert und ehrgeizig, aber dabei nicht so verkniffen, wie Deutsche es wären. Kurz gesagt, ich hab mich in Kanada verliebt. Ich will noch so viel mehr von diesem Land sehen und werde auf jeden Fall zurückkommen. Wann steht noch in den Sternen, aber ich habe das fest geplant.
Die USA sind natürlich auch ein schönes Land, ich kann nicht so sehr mitreden, weil ich nie da gelebt habe, aber verglichen mit den kurzen Eindrücken, die ich in Texas und Chicago sammeln konnte, gefällt mir Kanada besser. (New York natürlich ausgenommen, das steht zuoberst auf meiner Liste der zu besuchenden Orte ;) )
Ich hatte Kanada an sich vorher nie auf dem Schirm, ich wusste, wo es liegt, aber das war es auch schon. Jetzt habe ich mich verliebt und ich werde wieder kommen.
Bis bald, liebes Kanada, und danke für die wunderschönen und prägenden Erfahrungen, die ich mit nach Deutschland nehmen darf.
Alles Liebe, Lisa
Chicago II
Im Moment bin ich in meinem Zwischenstophotel in Toronto und kann meinen Bericht über Chicago fertig machen.
Über den Tag in Chicago hab ich ja im letzten Eintrag geschrieben (Na, wer mochte Englisch? :D) und heute gibts die Bilder dazu:
Trotzdem freue ich mich wahnsinnig auf meine Familie und kann es noch gar nicht richtig realisieren. Heute hab ich am Flughafen gewartet und plötzlich dachte ich so, dass ich ja in 48 Stunden schon wieder an meinem Esszimmertisch Brotzeit mache. Da hatte ich vor Freude Tränen in den Augen.
Über den Tag in Chicago hab ich ja im letzten Eintrag geschrieben (Na, wer mochte Englisch? :D) und heute gibts die Bilder dazu:
| Vor dem Sears-Tower |
| Spielzeugbaum in Macy's. Es gab bestimmt 30 verschieden geschmückte Bäume. |
| Candybaum in Macy's |
| Weihnachtslandschaft in Macy's |
| Das berühmte Chicago Theatre |
| Hannah und Ich unter The Bean |
| The Bean |
Am zweiten
Tag sind wir in der Früh mit meiner „Gastfamilie“ in die Kirche. Carol und Marc
sind echt total nett. Alle ihrer 4 Kinder sind schon ausgezogen und so hatten
sie ein Zimmer für mich frei, was perfekt war, weil ich mir kein Hotel hätte
leisten wollen und können.
Der
Gottesdienst war ähnlich dem, den ich in Kanada besucht hatte und ich mochte
es. Vor allem die Musik war gut, weil es anstatt einer Orgel ein Klavier und
eine Liveband gab. Hat mich überzeugt.
Anschließend
haben wir mit Carol Mittag gegessen und den Nachmittag verbracht und abends
waren wir dann im Kino in dem Film „Playing for keeps“ gesehen, der ganz gut war.
Montag war
ich dann mit Hannah in der Highschool. Sie assistiert da der Deutschlehrerin
und ich wollte unbedingt mal eine Highschool sehen, also durfte ich mit. Es
sieht schon sehr aus wie in Highschool Musical und was mir vor allem
aufgefallen ist, ist dass der Unterricht lang nicht so streng ist wie in
Deutschland und dass Schule auch nicht so hart ist wie in Deutschland. In den
USA schafft wirklich jeder einen Abschluss.
Anschließend
haben wir gekocht, es gab Reis mit Gemüse und das hat richtig gut geschmeckt.
Gekocht hab ich wirklich schon lang nicht mehr ;)
Am Dienstag sind wir dann eeeeeeeendlich shoppen gegangen. In der Mall gab es echt alles und wir waren schon um 8Uhr da, das heißt, wir waren fast die einzigen. Das war wirklich toll.
Am Dienstag sind wir dann eeeeeeeendlich shoppen gegangen. In der Mall gab es echt alles und wir waren schon um 8Uhr da, das heißt, wir waren fast die einzigen. Das war wirklich toll.
Ich hab viel
Geld ausgegeben, viele Weihnachtsgeschenke gekauft, ein paar Sachen gekauft,
die ich schon länger geplant hab, es war durch und durch erfolgreich.
Anschließend waren wir im Chipotle essen, was ein mexikanisches
Fastfoodrestaurant ist, das aber wirklich nicht nach Fastfood schmeckt. Ich
weiß nicht, ob es nur Burritos gibt, jedenfalls haben wir alle einen gegessen.
Die schmecken wirklich lecker, die Zutaten sehen sehr frisch aus und der Preis
zwischen 7 und 9$ ist echt okay. Vor allem hab ich meinen nicht mal ganz
geschafft und das heißt bei mir echt was!
Abends waren
wir dann im Fitnessstudio. Wie angenommen fand ich Trainieren an Geräten nicht
so toll, mochte ich noch nie, aber überraschenderweise hat Laufen auf dem
Laufband echt Spaß gemacht. Ich glaube, ich vermisse jetzt schon die Bewegung
und das Auspowern beim Arbeiten.
Das
Fitnessstudio hat auch eine Sauna und einen Pool, also haben wir das auch noch
ausgenutzt. Das hat wirklich Spaß gemacht und ich hab mich richtig gut gefühlt
danach.
Daheim haben
wir dann noch einen Film angeschaut, aber Hannah ist schon nach 20min
eingeschlafen und ich nach einer halben
Stunde, weil der Film einfach so grottenschlecht war :D Ich war dann um halb 12
im Bett, weswegen wir uns für Mittwoch erst um halb 10 zum Frühstücken
verabredet haben. Anschließend haben wir Cookies gebacken (mit Kokos, mmmhhh)
und dann Mittagessen gekocht (Reis mit Nudeln ;) ) und dann noch einen Film
geschaut. Abends waren wir bei Carol und Marc und haben da noch ein bisschen
Fernseh geschaut.
Heute hat
mich Eric in der Früh zum Flughafen gefahren, von wo aus ich nach Toronto
geflogen bin, wo ich jetzt im Hotelzimmer bin, das riiiiießig ist, weil an dem
Tag, an dem ich gebucht hatte, das Zimmer mit zwei Doppelbetten für 80$ das
billigste war :D Viiiiiiel Platz, sag ich euch.
Auf jeden Fall muss ich an dieser Stelle noch mal Danke sagen an Hannah und Eric, die mich eingeladen und herumgeführt haben, ich hatte wirklich eine großartige Zeit, die ich sehr genossen habe. Dankeschön!
Morgen Abend
um 8Uhr geht dann mein Flug nach Deutschland, wo ich um 10 Uhr Samstagfrüh in
München ankomme.
Ich kann es
noch gar nicht realisieren, dass meine Zeit in Nordamerika jetzt vorbei ist und
ich gehe wirklich mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach Hause.
Zum
Abschluss kann ich euch jetzt auf jeden Fall versichern, dass ich Kanada den
USA vorziehen würde. Ich hab nie in den USA gelebt, aber Kanada ist wirklich
mehr nach meinem Geschmack und wenn es die Gegebenheiten einmal erlauben werde
ich definitiv hierher zurückkommen.
I’m gonna miss the crazy Canadians,
eh?!
Trotzdem freue ich mich wahnsinnig auf meine Familie und kann es noch gar nicht richtig realisieren. Heute hab ich am Flughafen gewartet und plötzlich dachte ich so, dass ich ja in 48 Stunden schon wieder an meinem Esszimmertisch Brotzeit mache. Da hatte ich vor Freude Tränen in den Augen.
Deutschland,
ich komme!
Sonntag, 9. Dezember 2012
Chicago
Because a special friend asked me for it, I'm doing a post in English today. It's probably not perfect, but who cares.
Yesterday i arrived at Chicago O'Hare airport, which was very confusing. I got controlled in Canada pretty intensive, so didn't get controlled in the states at all! They didn't even want to see my passport. I still can't believe it.
Anyways, Hannah picked me up at the airport then, and we went home, which took us forever, because we took the wrong road :D
Afterwards I was just so tired that I went to bed at like 9 o'clock. Can't get rid of the habit being tired at 8 :D
This morning we left at 7:40 to go to downtown chicago and do all the sightseeing stuff. We first went to the Christkindelmarket which was still closed, so we moved on to get to Macy's. Sure :D I bought the nicest tablet case ever, i adore it! Then we went to the Christmas area at Macy's which is really something to see. All these trees with the nicest decorations ever and soooo many different items to hang on your tree - it was unbelievable! It was probably as interesting as Käthe Wohlfahrts Weihnachtsladen in Germany, just on a different level, since it's mostly modern stuff, like food or Hello Kitty. It was just very very big, which made it so worth seeing it.
Afterwards we went to H&M where you can find a way different collection than in Germany. Of course i bought some stuff ;-)
At Starbucks we got something to eat, because it was already noon and it was just soooo expensive. Guess what?! I miss Timmy's already. Oh and before that, wee took pictures in front of the Chicago theatre, which is very famous.
Then it started raining so we stayed at Starbucks for about a hour where we had a great sight at the bean, which is actually supposed to show a cloud :D After the rain stopped we went to the art gallery but just to see it outside because I'm not really into art :D There we also saw the start of the famous route 66 and we had a great view at the sears tower. Afterwards we took lots and lots of pictures at thebean which i can't show you now because i don't have a converter that fits my laptop! Yes intelligent me. Then we went to the christkindelmarket where you could only find German things like bratwurst, gluhwein, kraut. All this stuff. It just reminded me of home so bad...
As a last stop we saw the sears tower, but we didn't go up because it was kind of cloudy the while day, so i didn't want to pay for viewing a grey sky. I saw lots of the city yesterday when my plane arrived.
Afterwards we were just exhausted and happy to come home and have a little break.
Later we want to watch a movie but I'm going to keep you updated.
I'm going to put the pictures online when I'm back in germany, where I can use my laptop.
That's why my gorgeous parents gave me a tablet PC :D
I hope I didn't make too many mistakes, but if yes, i just don't want to know.
Take care,
Lisa
Yesterday i arrived at Chicago O'Hare airport, which was very confusing. I got controlled in Canada pretty intensive, so didn't get controlled in the states at all! They didn't even want to see my passport. I still can't believe it.
Anyways, Hannah picked me up at the airport then, and we went home, which took us forever, because we took the wrong road :D
Afterwards I was just so tired that I went to bed at like 9 o'clock. Can't get rid of the habit being tired at 8 :D
This morning we left at 7:40 to go to downtown chicago and do all the sightseeing stuff. We first went to the Christkindelmarket which was still closed, so we moved on to get to Macy's. Sure :D I bought the nicest tablet case ever, i adore it! Then we went to the Christmas area at Macy's which is really something to see. All these trees with the nicest decorations ever and soooo many different items to hang on your tree - it was unbelievable! It was probably as interesting as Käthe Wohlfahrts Weihnachtsladen in Germany, just on a different level, since it's mostly modern stuff, like food or Hello Kitty. It was just very very big, which made it so worth seeing it.
Afterwards we went to H&M where you can find a way different collection than in Germany. Of course i bought some stuff ;-)
At Starbucks we got something to eat, because it was already noon and it was just soooo expensive. Guess what?! I miss Timmy's already. Oh and before that, wee took pictures in front of the Chicago theatre, which is very famous.
Then it started raining so we stayed at Starbucks for about a hour where we had a great sight at the bean, which is actually supposed to show a cloud :D After the rain stopped we went to the art gallery but just to see it outside because I'm not really into art :D There we also saw the start of the famous route 66 and we had a great view at the sears tower. Afterwards we took lots and lots of pictures at thebean which i can't show you now because i don't have a converter that fits my laptop! Yes intelligent me. Then we went to the christkindelmarket where you could only find German things like bratwurst, gluhwein, kraut. All this stuff. It just reminded me of home so bad...
As a last stop we saw the sears tower, but we didn't go up because it was kind of cloudy the while day, so i didn't want to pay for viewing a grey sky. I saw lots of the city yesterday when my plane arrived.
Afterwards we were just exhausted and happy to come home and have a little break.
Later we want to watch a movie but I'm going to keep you updated.
I'm going to put the pictures online when I'm back in germany, where I can use my laptop.
That's why my gorgeous parents gave me a tablet PC :D
I hope I didn't make too many mistakes, but if yes, i just don't want to know.
Take care,
Lisa
Donnerstag, 6. Dezember 2012
Abschied
Gestern hatte ich meinen letzten Arbeitstag. Ich dachte eigentlich, dass wir halt Tschüss sagen und gut ist.
Als ich dann zum Mittagessen in den Lunchroom gekommen bin, waren drei Riesenpizzen auf dem Tisch gestanden: Wayne hatte extra für mich Pizza bestellt - in den Schweinestall! Ich war so gerührt, das war einfach toll. Nachmittags hat er mir dann noch ein paar Sachen gezeigt, die ich noch nicht gesehen hatte und dann haben wir uns kurz verabschiedet. So kurz, dass keiner überhaupt Zeit zum Weinen hatte und das ist gut so.
Ich werd meine Kollegen echt vermissen. Lindsey hat es schön ausgedrückt, sie sind echt wie eine weitere Art von Familie für mich geworden. Ich hab so viel Zeit mit ihnen verbracht, ich bin so an sie gewöhnt, dass es jetzt echt traurig für mich ist, zu gehen. Ich glaub nicht, dass ich jemals wieder eine so gute Arbeitsathmosphäre finden werde. Und das sage ich aus tiefstem Herzen.
Wenn es mir schlecht ging, haben Lindsey und Traci versucht mich aufzumuntern und Wayne hat mir die einfacheren Arbeiten zugeteilt. Wenn ich todmüde am Frühstückstisch gesessen bin, wurde ich liebevoll geneckt, dass ich doch nicht einschlafen soll und dann dafür von Wayne eher nachhause geschickt, um ein bisschen zu schlafen.
Um mir die Einsamkeit zu erleichtern wurde ich eingeladen. Zum Essen, zum Tierflohmarkt, zum Mädelstag. Überall wurde ich mit offenen Armen empfangen.
Wenn ich Fragen oder Probleme hatte war vor allem Wayne als mein Chef immer ein super Ansprechpartner, hat mir immer geholfen, jede Frage beantwortet so gut es ging.
An einem Tag hat er mich sogar gelobt, dass ich immer so viel frage. Er meinte, dass er das echt gut findet, weil Fragen wichtig ist. Und selbst wenn er keine Antwort wüsste, würde er versuchen eine zu finden.
Ich hatte wirklich eine großartige Zeit in diesem Stall mit diesen Menschen und da sich mein Auslandsaufenthalt von "Auslandsaufenthalt mit Schweineanteil" zu "Intensivpraktikum in Kanada" entwickelt hat, war die Arbeit wirklich meine wichtigste Zeit und sie war einfach großartig. Über den Stall lässt sich streiten, aber - wie gesagt - eine solche Arbeitsathmosphäre findet man nie wieder.
Danke dafür.
Heute packe ich intensiv meinen Koffer, bin entsetzt, weil er immer noch so voll aussieht, obwohl ich den Mädels so viel mit Nachhause gegeben hab und morgen geht es dann nach Chicago.
Ich platze fast vor Vorfreude!
Bis bald,
Lisa
Als ich dann zum Mittagessen in den Lunchroom gekommen bin, waren drei Riesenpizzen auf dem Tisch gestanden: Wayne hatte extra für mich Pizza bestellt - in den Schweinestall! Ich war so gerührt, das war einfach toll. Nachmittags hat er mir dann noch ein paar Sachen gezeigt, die ich noch nicht gesehen hatte und dann haben wir uns kurz verabschiedet. So kurz, dass keiner überhaupt Zeit zum Weinen hatte und das ist gut so.
Ich werd meine Kollegen echt vermissen. Lindsey hat es schön ausgedrückt, sie sind echt wie eine weitere Art von Familie für mich geworden. Ich hab so viel Zeit mit ihnen verbracht, ich bin so an sie gewöhnt, dass es jetzt echt traurig für mich ist, zu gehen. Ich glaub nicht, dass ich jemals wieder eine so gute Arbeitsathmosphäre finden werde. Und das sage ich aus tiefstem Herzen.
Wenn es mir schlecht ging, haben Lindsey und Traci versucht mich aufzumuntern und Wayne hat mir die einfacheren Arbeiten zugeteilt. Wenn ich todmüde am Frühstückstisch gesessen bin, wurde ich liebevoll geneckt, dass ich doch nicht einschlafen soll und dann dafür von Wayne eher nachhause geschickt, um ein bisschen zu schlafen.
Um mir die Einsamkeit zu erleichtern wurde ich eingeladen. Zum Essen, zum Tierflohmarkt, zum Mädelstag. Überall wurde ich mit offenen Armen empfangen.
Wenn ich Fragen oder Probleme hatte war vor allem Wayne als mein Chef immer ein super Ansprechpartner, hat mir immer geholfen, jede Frage beantwortet so gut es ging.
An einem Tag hat er mich sogar gelobt, dass ich immer so viel frage. Er meinte, dass er das echt gut findet, weil Fragen wichtig ist. Und selbst wenn er keine Antwort wüsste, würde er versuchen eine zu finden.
Ich hatte wirklich eine großartige Zeit in diesem Stall mit diesen Menschen und da sich mein Auslandsaufenthalt von "Auslandsaufenthalt mit Schweineanteil" zu "Intensivpraktikum in Kanada" entwickelt hat, war die Arbeit wirklich meine wichtigste Zeit und sie war einfach großartig. Über den Stall lässt sich streiten, aber - wie gesagt - eine solche Arbeitsathmosphäre findet man nie wieder.
Danke dafür.
Heute packe ich intensiv meinen Koffer, bin entsetzt, weil er immer noch so voll aussieht, obwohl ich den Mädels so viel mit Nachhause gegeben hab und morgen geht es dann nach Chicago.
Ich platze fast vor Vorfreude!
Bis bald,
Lisa
Mittwoch, 5. Dezember 2012
Die Heimat ruft!
Ich kann sie bis hierher hören. Ich freu mich schon so unsagbar auf Zuhause, das kann ich echt nicht ausdrücken, aber davor werde ich natürlich die Zeit in Chicago genießen!
Heute hab ich mein Hotel gebucht, weil ich, wenn ich am 13. zurückfliege, eine Nacht in Toronto bleibe, damit ich nicht 24 Stunden am Stück unterwegs bin, das muss ich dann ganz alleine nicht haben. Wobei eine Nacht ganz alleine im Hotel auch interessant wird :D Ein bisschen Schiss hab ich schon, aber mein Gott, das haben andere auch schon geschafft. Jedenfalls ist das jetzt auch gebucht, es kann also losgehen!
Am Sonntag war ich bei Rose zum Essen eingeladen. Das ist dadurch entstanden, dass ich ihr einen Nürnberg-Kalender geschenkt hab und ihr erzählt hab, dass mein Lieblingsmonat der ist, an dem die Nürnberger Bratwürste und Stopfer und Kraut abgebildet sind. Also hat sie sich eingebildet, dass wir das nachkochen. Haben wir auch gemacht und es war nicht so schlecht wie ich befürchtet hatte! Nein, es war sogar richtig lecker und zum Nachtisch gab es ihren berühmten Schokoladenkuchen, den ich wirklich vermissen werde.
Am Montag hab ich gearbeitet und war Abends bei meinem Chef zum Essen eingeladen. Das hat mich wirklich gefreut, weil er eigentlich eher nicht so viel redet. Wir verstehen uns zwar, aber das wars dann eingentlich auch schon. Ich hab mich aber sehr gefreut, dass er und seine Frau mich eingeladen haben. Es gab Lasagne (selber gemacht, das macht sympathisch :D ) und zum Nachtisch Cinnabuns. Die werd ich auch vermissen! Hochkalorische Zimtschnecken mit noch höherkalorischem Topping - allerdings nur selbst gekauft :) Seine beiden Töchter sind echt zurückersüß und es war interessant, ihn mit seiner Familie zu erleben, weil er einfach so anders war, als auf der Arbeit. War aber wirklich ein schöner Abend.
Ich hab im Gästezimmer übernachtet, weil mein nicht vorhandener Orientierungssinn es mir verbietet, mich allein weiter als bis Seaforth zu wagen und da er ein verdammter Frühaufsteher ist, hat er mich schon um 4 Uhr geweckt. Für ihn ist das die perfekte Zeit aufzustehen. Alles klar.
Danach hab ich noch in einem anderen Maststall geholfen, wo ich feststellen musste, dass ich Liquidfeed schon deswegen nicht mag, weils einfach extrem eklig aussieht :D
Anschließend hatte ich den Nachmittag off und hab geschlafen (Hallo 4 Uhr in der Früh!).
Morgen hab ich meinen letzten Arbeitstag, worüber ich einerseits froh bin, weil es heißt, dass ich nicht mehr um 5.30 morgens unter die Dusche hüpfen muss, andererweits bin ich total traurig, weil ich die Arbeitsathmosphäre echt geliebt habe und es einfach schade ist, dass ich gehe. Wirklich schade. Deswegen bin ich eigentlich auch nur traurig, weil die Arbeit so viel Spaß gemacht hat, dass es das Duschen wert war.
Danach werd ich meine Wäsche waschen, weil ich dann keine Arbeitsklamotten und Werktagsklamotten mehr brauche, und mit meinem Koffer anfangen.
Am Donnerstag bin ich bei Jeanette zum Essen eingeladen, die ich auch wie verrückt vermissen werde. Hätte ich eine Hostmum, wäre sie das wohl gewesen.
Und Freitag früh um 8 gehs los.
Auf in den Urlaub, ich freeeeeeeeu mich!!
Bis bald,
Lisa
Heute hab ich mein Hotel gebucht, weil ich, wenn ich am 13. zurückfliege, eine Nacht in Toronto bleibe, damit ich nicht 24 Stunden am Stück unterwegs bin, das muss ich dann ganz alleine nicht haben. Wobei eine Nacht ganz alleine im Hotel auch interessant wird :D Ein bisschen Schiss hab ich schon, aber mein Gott, das haben andere auch schon geschafft. Jedenfalls ist das jetzt auch gebucht, es kann also losgehen!
Am Sonntag war ich bei Rose zum Essen eingeladen. Das ist dadurch entstanden, dass ich ihr einen Nürnberg-Kalender geschenkt hab und ihr erzählt hab, dass mein Lieblingsmonat der ist, an dem die Nürnberger Bratwürste und Stopfer und Kraut abgebildet sind. Also hat sie sich eingebildet, dass wir das nachkochen. Haben wir auch gemacht und es war nicht so schlecht wie ich befürchtet hatte! Nein, es war sogar richtig lecker und zum Nachtisch gab es ihren berühmten Schokoladenkuchen, den ich wirklich vermissen werde.
Am Montag hab ich gearbeitet und war Abends bei meinem Chef zum Essen eingeladen. Das hat mich wirklich gefreut, weil er eigentlich eher nicht so viel redet. Wir verstehen uns zwar, aber das wars dann eingentlich auch schon. Ich hab mich aber sehr gefreut, dass er und seine Frau mich eingeladen haben. Es gab Lasagne (selber gemacht, das macht sympathisch :D ) und zum Nachtisch Cinnabuns. Die werd ich auch vermissen! Hochkalorische Zimtschnecken mit noch höherkalorischem Topping - allerdings nur selbst gekauft :) Seine beiden Töchter sind echt zurückersüß und es war interessant, ihn mit seiner Familie zu erleben, weil er einfach so anders war, als auf der Arbeit. War aber wirklich ein schöner Abend.
Ich hab im Gästezimmer übernachtet, weil mein nicht vorhandener Orientierungssinn es mir verbietet, mich allein weiter als bis Seaforth zu wagen und da er ein verdammter Frühaufsteher ist, hat er mich schon um 4 Uhr geweckt. Für ihn ist das die perfekte Zeit aufzustehen. Alles klar.
Danach hab ich noch in einem anderen Maststall geholfen, wo ich feststellen musste, dass ich Liquidfeed schon deswegen nicht mag, weils einfach extrem eklig aussieht :D
Anschließend hatte ich den Nachmittag off und hab geschlafen (Hallo 4 Uhr in der Früh!).
Morgen hab ich meinen letzten Arbeitstag, worüber ich einerseits froh bin, weil es heißt, dass ich nicht mehr um 5.30 morgens unter die Dusche hüpfen muss, andererweits bin ich total traurig, weil ich die Arbeitsathmosphäre echt geliebt habe und es einfach schade ist, dass ich gehe. Wirklich schade. Deswegen bin ich eigentlich auch nur traurig, weil die Arbeit so viel Spaß gemacht hat, dass es das Duschen wert war.
Danach werd ich meine Wäsche waschen, weil ich dann keine Arbeitsklamotten und Werktagsklamotten mehr brauche, und mit meinem Koffer anfangen.
Am Donnerstag bin ich bei Jeanette zum Essen eingeladen, die ich auch wie verrückt vermissen werde. Hätte ich eine Hostmum, wäre sie das wohl gewesen.
Und Freitag früh um 8 gehs los.
Auf in den Urlaub, ich freeeeeeeeu mich!!
Bis bald,
Lisa
Freitag, 30. November 2012
We're coming closer!
Ich zähle nachwievor die Tage bis ich Zuhause bin (auch wenn die Drecks-App jeden Tag was anderes ausrechnet :D ) und ich weiß sicher, dass es bis zu meinem Flug nach Chicago nur noch 7 Tage und 8 Nächte sind und dass ich es kaum erwarten kann!
Heute war ich mit Scott im Maststall, wo wir Schweine auf Fettschicht und Muskelschicht (?) gescannt haben. Allerdings haben die hier Kaltställe und das ist wirklich nicht my cup of tea! Da bevorzuge ich gemütliche, geheizte Ställe. Es war zwar nicht kalt, aber irgendwie ein bisschen klamm und vor allem zugig. Nein danke. Jedenfalls wäre damit der Maststall abgehakt.
Morgen werd ich arbeiten und abends die Christmas Parade in Seaforth anschauen, weil ichs zu der in Wingham ja nicht geschafft habe. Am Samstag werd ich dann meine Wäsche waschen und dann langsam mit dem Packen beginnen :) Außerdem muss ich anfangen, hier Ordnung zu schaffen. Gott sei Dank hab ich nie Gäste.
Samstagabend ist dann die Christmasparty, da kann ich dann eines meiner neuen Kleider anziehen und hab endlich mal wieder einen Anlass, mein Make-up zu benutzen, das fühlt sich schon ganz schön einsam.
Für Sonntag ist nichts geplant, außer die Hunger Games weiter lesen. Ich hab Band 2 und 3 von Stacey ausgeliehen und hab Band 2 jetzt halb durch, will aber beide Bände fertig lesen. Werd ich hoffentlich schaffen.
Dann sinds noch 3 Tage Arbeit, den Donnerstag hab ich frei, um fertig zu packen und Tschüss zu sagen und am Freitag bin ich dann auf meinem Weg nach Chicago!
Ich sags euch, es ist wie Weihnachten. Je näher das alles kommt, also mein Urlaub in Chicago und mein endgültiger Heimflug, desto mehr steigert sich die Vorfreude (und wenn ich dann daheim bin, bleibt ja immer noch die immense Vorfreude auf Weihnachten). Abends vorm Einschlafen mal ich mir immer aus, wie toll die Tage in Chicago werden und wie sehr ich mich freuen werd, wenn ich in München Mama, Papa und Kathi endlich wieder in die Arme nehmen darf.
Ein ausführliches Fazit über meine Zeit hier in Kanada werd ich wahrscheinlich am Wochenende oder vielleicht auch erst in Chicago tippen, aber ich weiß, dass es richtig war, den Aufenthalt zu verkürzen. Ich denke nicht, dass ich mehr hätte lernen können und es wäre kontraproduktiv für mein Seelenheil gewesen, mich zu zwingen, hierzubleiben. Und zweitens weiß ich, dass ich die Arbeit im Stall mag, dass mich Landwirtschaft interessiert, dass ich weitere Praktika machen will, dass ich Landwirtschaft studieren will.
Und das rauszufinden war doch eigentlich zu 80% der Grund, herzukommen. 20% war, ein anderes Land bzw. Kanada kennen zu lernen und mein Englisch zu verbessern.
Bis bald,
Lisa
Heute war ich mit Scott im Maststall, wo wir Schweine auf Fettschicht und Muskelschicht (?) gescannt haben. Allerdings haben die hier Kaltställe und das ist wirklich nicht my cup of tea! Da bevorzuge ich gemütliche, geheizte Ställe. Es war zwar nicht kalt, aber irgendwie ein bisschen klamm und vor allem zugig. Nein danke. Jedenfalls wäre damit der Maststall abgehakt.
Morgen werd ich arbeiten und abends die Christmas Parade in Seaforth anschauen, weil ichs zu der in Wingham ja nicht geschafft habe. Am Samstag werd ich dann meine Wäsche waschen und dann langsam mit dem Packen beginnen :) Außerdem muss ich anfangen, hier Ordnung zu schaffen. Gott sei Dank hab ich nie Gäste.
Samstagabend ist dann die Christmasparty, da kann ich dann eines meiner neuen Kleider anziehen und hab endlich mal wieder einen Anlass, mein Make-up zu benutzen, das fühlt sich schon ganz schön einsam.
Für Sonntag ist nichts geplant, außer die Hunger Games weiter lesen. Ich hab Band 2 und 3 von Stacey ausgeliehen und hab Band 2 jetzt halb durch, will aber beide Bände fertig lesen. Werd ich hoffentlich schaffen.
Dann sinds noch 3 Tage Arbeit, den Donnerstag hab ich frei, um fertig zu packen und Tschüss zu sagen und am Freitag bin ich dann auf meinem Weg nach Chicago!
Ich sags euch, es ist wie Weihnachten. Je näher das alles kommt, also mein Urlaub in Chicago und mein endgültiger Heimflug, desto mehr steigert sich die Vorfreude (und wenn ich dann daheim bin, bleibt ja immer noch die immense Vorfreude auf Weihnachten). Abends vorm Einschlafen mal ich mir immer aus, wie toll die Tage in Chicago werden und wie sehr ich mich freuen werd, wenn ich in München Mama, Papa und Kathi endlich wieder in die Arme nehmen darf.
Ein ausführliches Fazit über meine Zeit hier in Kanada werd ich wahrscheinlich am Wochenende oder vielleicht auch erst in Chicago tippen, aber ich weiß, dass es richtig war, den Aufenthalt zu verkürzen. Ich denke nicht, dass ich mehr hätte lernen können und es wäre kontraproduktiv für mein Seelenheil gewesen, mich zu zwingen, hierzubleiben. Und zweitens weiß ich, dass ich die Arbeit im Stall mag, dass mich Landwirtschaft interessiert, dass ich weitere Praktika machen will, dass ich Landwirtschaft studieren will.
Und das rauszufinden war doch eigentlich zu 80% der Grund, herzukommen. 20% war, ein anderes Land bzw. Kanada kennen zu lernen und mein Englisch zu verbessern.
Bis bald,
Lisa
Donnerstag, 22. November 2012
Vermissen
"I'm so gonna cry when you go home!"
"I have to admit I'm gonna miss you."
Wenn ich das von Arbeitskollegen höre, mit denen ich "nur" drei Monate zusammengearbeitet hab, macht mich das richtig richtig stolz.
Aber ich werd sie auch vermissen. Ich glaub nicht, dass man irgendwo eine besser Arbeitsathmosphäre finden kann.
"I have to admit I'm gonna miss you."
Wenn ich das von Arbeitskollegen höre, mit denen ich "nur" drei Monate zusammengearbeitet hab, macht mich das richtig richtig stolz.
Aber ich werd sie auch vermissen. Ich glaub nicht, dass man irgendwo eine besser Arbeitsathmosphäre finden kann.
Samstag, 29. September 2012
Fazit: 4 Wochen
Gestern vor 4 Wochen bin ich in Toronto gelandet und hier angekommen und seitdem hat sich ziemlich viel getan, finde ich. Die erste 3 Tage waren wie im Traum und ich hab irgendwie noch gar nicht realisiert, worauf ich mich eigentlich eingelassen habe.
Ich bin Freitag gelandet und am Sonntag hab ich das erste Mal festgestellt, dass mir meine Familie fehlt. Ab diesem Zeitpunkt ist es steil bergab gegangen und ich dachte, ich müsste sofort nachhause fliegen, weil ich das Heimweh nicht packe.
Ich habe dann für mich beschlossen, dass ich Weihnachten, Neujahr und meinen Geburtstag nicht ohne meine Familie und meine Freunde verbringen will und hab ich meinen Flug umgebucht. Ich habe oft gehört, dass es wahrscheinlich nur eine Reaktion des Heimwehs ist und dass es übertrieben ist, den Flug sofort umzubuchen, aber auch jetzt bin ich noch fest davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung ist.
Ich habe auch gelernt, dass man unterscheiden muss. Anfangs dachte ich immer, dass es keine Rolle spielt ob man zum Schüleraustausch ins Ausland geht, als Au-pair oder ob man "richtig" arbeitet. Damit meine ich, dass ich für mich selbst verantwortlich bin, nicht in einer Familie lebe und auch nicht wie ein weiteres Kind behandelt werde. Das ist ein Riesenunterschied. Kommt man nämlich in eine Familie, wird man automatisch in alle Aktivitäten miteinbezogen und auch wenn ich weiß, wie anstrengend Babysitting sein kann, ist Au-pair im Endeffekt keine wirklich harte, körperliche Arbeit.
Ich wohne alleine, ich kaufe meine Lebensmittel selbst ein, ich bin allein beim Frühsück und beim Abendessen. Außerdem arbeite ich hart in einem Beruf, von dem ich eigentlich wenig Ahnung habe. Ich denke, dass das auch einer der Gründe war, warum mir die ersten paar Tage so schwer gefallen sind.
Die negativen Dinge hab ich jetzt ausführlich genannt, sie sind an manchen Tagen schwer zu ertragen für mich, aber trotzdem überwiegen mittlerweile die positiven Aspekte.
1. Ich hab sehr nette Arbeitgeber. Rose und Bob sind, wie gesagt, ungefähr so alt wie Oma und Opa und kümmern sich gut um mich. Ich bin ab und zu zum Abendessen eingeladen und wenn ich in irgendeiner Angelegenheit Hilfe brauche (wir erinnern uns an meine Nadelverletzung), kann ich immer auf sie zählen. Auch ihre Söhne und die dazugehörigen Familien sind sehr nett zu mir und nehmen mich immer gut auf.
2. Meine Arbeitskollegen sind tolle Leute, die Stimmung ist hervorragend und die meisten Scherze sind ganz nach meinem Humor. Bis jetzt (ich hoffe inständig, das bleibt so) musste ich noch keine harten Arbeiten wie Stallwaschen etc. machen. Es wäre auch nichts, dass mir wirklich was helfen würde, wenn ich es könnte. Ich gewöhne mich immer mehr an die Arbeit und lerne, mit den Gegebenheiten umzugehen (2x pro Tag duschen, Mittagessen im Lunchraum, Arbeitsbeginn 5.30, ...).
3. Ich weiß jetzt, dass ich Landwirtschaft studieren will, ich weiß, wo ich studieren will und ich weiß, warum ich mein Abitur gemacht habe. In Ontario (vielleicht in ganz Kanada, das weiß ich nicht) gibt es so viele Menschen, die für nicht gerade hohe Löhne arbeiten. Da die Infrastruktur hier in der Gegend (meine Ausdrucksweise ist eigentlich nicht treffend, die Gegend von der ich spreche ist 2x so groß wie Deutschland...) ist praktisch nicht vorhanden und deswegen ist das Jobangebot auch überschaubar. Vom Fastfoodrestaurant über verschiedene landwirtschaftliche Berufe bis hin zum Truckfahrer. Und dann hat sich das Ganze auch schon erschöpft.
Ich will später einmal die Gelegenheit haben, genügend Geld zu verdienen, um mir einen guten/hohen Lebensstandard zu sichern und um irgendwann später meinen Kindern dieselben Möglichkeiten zu bieten, die ich hatte/habe. Ich denke, das ist etwas, das ich - wäre ich in Deutschland geblieben - nie so richtig realisiert hätte. Die Menschen, die hier einen hohen Lebensstandard haben sind übrigens meistens die Inhaber der Farmen, also die Bauern. Sie sind in Ontario auch die Berufsgruppe mit dem meisten Ansehen. Wer hier Farmer ist, ist automatisch in der Gesellschaft akzeptiert. Ganz beliebt ist übrigens das Schild "Farmers feed Cities". Finde ich sehr treffend.
4. Ich verbessere mein Englisch. Eigentlich war die Sprache eine meiner Sorgen, weil mir ein gewissen Englischlehrer in der Oberstufe nicht gerade die besten Noten gegeben hat und ich mich an kein Lob oder Ähnliches erinnern kann. Hier sind alle begeistert von meinen guten Englischkenntnissen. Ihr merkt also, Lehrer sind nicht immer objektiv ;) Ein paar Vokabeln hab ich schon dazugelernt, und ich hoffe, dass es noch mehr werden und ich am Ende der Zeit hier mein Englisch so weit verbessert habe, dass ich jede Art von Unterhaltungen ohne Einschränkung führen kann. Mal sehen, ob das klappt.
5. Ich lerne Kanada kennen. Für mich war Kanada immer ein Land, von dem ich zwar wusste, wo es liegt, aber von Nordamerika haben mich immer bloss die Staaten interessiert. Jetzt wo ich hier bin, merke ich, dass es hier völlig anders, aber trotzdem schön und sehenswert ist. Die Natur und die endlose Weite sind etwas, dass ich froh bin, erleben zu können, von dem ich aber auch weiß, dass ich die "Enge" Mittelfrankens vorziehe. Meine eventuellen Auswanderungsgedanken, die ich in akuten Fernwehzeiten hatte, sind jetzt übrigens auch gecancelt ;) Die Menschen hier lieben ihr Land und als ich letztens das Sozialsysten kritisierte, wurde sofort verteidigt, obwohl es offensichtlich ist, dass sie kein besonders gutes System haben. Außerdem fällt die erwähnte Kanada-Flagge auf. Die "Städte" hier sind alle ein bisschen rückständig, machen jedenfals keinen sonderlich modernen Eindruck und kommen an deutschen Standard nicht heran. Als nächste bin ich natürlich auf Toronto gespannt und neugierig darauf, wie diese Stadt so drauf ist.
Mein Fazit nach 4 Wochen fällt also alles in allem sehr positiv aus. Mein Heimweh war eine schwere und eher tränenreiche Erfahrung aber im Endeffekt positiv, da es mir zeigt, wie sehr ich an meiner Familie, meinen Freunden und meiner Heimat hänge. Das war mir vorher nicht so extrem bewusst.
Ich hoffe, dass die nächsten paar Wochen spannend bleiben und ich im Dezember glücklich, gesund und mit vielen positiven Erfahrungen wieder nach Hause zurückkommen kann.
Bis bald,
Lisa
Ich bin Freitag gelandet und am Sonntag hab ich das erste Mal festgestellt, dass mir meine Familie fehlt. Ab diesem Zeitpunkt ist es steil bergab gegangen und ich dachte, ich müsste sofort nachhause fliegen, weil ich das Heimweh nicht packe.
Ich habe dann für mich beschlossen, dass ich Weihnachten, Neujahr und meinen Geburtstag nicht ohne meine Familie und meine Freunde verbringen will und hab ich meinen Flug umgebucht. Ich habe oft gehört, dass es wahrscheinlich nur eine Reaktion des Heimwehs ist und dass es übertrieben ist, den Flug sofort umzubuchen, aber auch jetzt bin ich noch fest davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung ist.
Ich habe auch gelernt, dass man unterscheiden muss. Anfangs dachte ich immer, dass es keine Rolle spielt ob man zum Schüleraustausch ins Ausland geht, als Au-pair oder ob man "richtig" arbeitet. Damit meine ich, dass ich für mich selbst verantwortlich bin, nicht in einer Familie lebe und auch nicht wie ein weiteres Kind behandelt werde. Das ist ein Riesenunterschied. Kommt man nämlich in eine Familie, wird man automatisch in alle Aktivitäten miteinbezogen und auch wenn ich weiß, wie anstrengend Babysitting sein kann, ist Au-pair im Endeffekt keine wirklich harte, körperliche Arbeit.
Ich wohne alleine, ich kaufe meine Lebensmittel selbst ein, ich bin allein beim Frühsück und beim Abendessen. Außerdem arbeite ich hart in einem Beruf, von dem ich eigentlich wenig Ahnung habe. Ich denke, dass das auch einer der Gründe war, warum mir die ersten paar Tage so schwer gefallen sind.
Die negativen Dinge hab ich jetzt ausführlich genannt, sie sind an manchen Tagen schwer zu ertragen für mich, aber trotzdem überwiegen mittlerweile die positiven Aspekte.
1. Ich hab sehr nette Arbeitgeber. Rose und Bob sind, wie gesagt, ungefähr so alt wie Oma und Opa und kümmern sich gut um mich. Ich bin ab und zu zum Abendessen eingeladen und wenn ich in irgendeiner Angelegenheit Hilfe brauche (wir erinnern uns an meine Nadelverletzung), kann ich immer auf sie zählen. Auch ihre Söhne und die dazugehörigen Familien sind sehr nett zu mir und nehmen mich immer gut auf.
2. Meine Arbeitskollegen sind tolle Leute, die Stimmung ist hervorragend und die meisten Scherze sind ganz nach meinem Humor. Bis jetzt (ich hoffe inständig, das bleibt so) musste ich noch keine harten Arbeiten wie Stallwaschen etc. machen. Es wäre auch nichts, dass mir wirklich was helfen würde, wenn ich es könnte. Ich gewöhne mich immer mehr an die Arbeit und lerne, mit den Gegebenheiten umzugehen (2x pro Tag duschen, Mittagessen im Lunchraum, Arbeitsbeginn 5.30, ...).
3. Ich weiß jetzt, dass ich Landwirtschaft studieren will, ich weiß, wo ich studieren will und ich weiß, warum ich mein Abitur gemacht habe. In Ontario (vielleicht in ganz Kanada, das weiß ich nicht) gibt es so viele Menschen, die für nicht gerade hohe Löhne arbeiten. Da die Infrastruktur hier in der Gegend (meine Ausdrucksweise ist eigentlich nicht treffend, die Gegend von der ich spreche ist 2x so groß wie Deutschland...) ist praktisch nicht vorhanden und deswegen ist das Jobangebot auch überschaubar. Vom Fastfoodrestaurant über verschiedene landwirtschaftliche Berufe bis hin zum Truckfahrer. Und dann hat sich das Ganze auch schon erschöpft.
Ich will später einmal die Gelegenheit haben, genügend Geld zu verdienen, um mir einen guten/hohen Lebensstandard zu sichern und um irgendwann später meinen Kindern dieselben Möglichkeiten zu bieten, die ich hatte/habe. Ich denke, das ist etwas, das ich - wäre ich in Deutschland geblieben - nie so richtig realisiert hätte. Die Menschen, die hier einen hohen Lebensstandard haben sind übrigens meistens die Inhaber der Farmen, also die Bauern. Sie sind in Ontario auch die Berufsgruppe mit dem meisten Ansehen. Wer hier Farmer ist, ist automatisch in der Gesellschaft akzeptiert. Ganz beliebt ist übrigens das Schild "Farmers feed Cities". Finde ich sehr treffend.
4. Ich verbessere mein Englisch. Eigentlich war die Sprache eine meiner Sorgen, weil mir ein gewissen Englischlehrer in der Oberstufe nicht gerade die besten Noten gegeben hat und ich mich an kein Lob oder Ähnliches erinnern kann. Hier sind alle begeistert von meinen guten Englischkenntnissen. Ihr merkt also, Lehrer sind nicht immer objektiv ;) Ein paar Vokabeln hab ich schon dazugelernt, und ich hoffe, dass es noch mehr werden und ich am Ende der Zeit hier mein Englisch so weit verbessert habe, dass ich jede Art von Unterhaltungen ohne Einschränkung führen kann. Mal sehen, ob das klappt.
5. Ich lerne Kanada kennen. Für mich war Kanada immer ein Land, von dem ich zwar wusste, wo es liegt, aber von Nordamerika haben mich immer bloss die Staaten interessiert. Jetzt wo ich hier bin, merke ich, dass es hier völlig anders, aber trotzdem schön und sehenswert ist. Die Natur und die endlose Weite sind etwas, dass ich froh bin, erleben zu können, von dem ich aber auch weiß, dass ich die "Enge" Mittelfrankens vorziehe. Meine eventuellen Auswanderungsgedanken, die ich in akuten Fernwehzeiten hatte, sind jetzt übrigens auch gecancelt ;) Die Menschen hier lieben ihr Land und als ich letztens das Sozialsysten kritisierte, wurde sofort verteidigt, obwohl es offensichtlich ist, dass sie kein besonders gutes System haben. Außerdem fällt die erwähnte Kanada-Flagge auf. Die "Städte" hier sind alle ein bisschen rückständig, machen jedenfals keinen sonderlich modernen Eindruck und kommen an deutschen Standard nicht heran. Als nächste bin ich natürlich auf Toronto gespannt und neugierig darauf, wie diese Stadt so drauf ist.
Mein Fazit nach 4 Wochen fällt also alles in allem sehr positiv aus. Mein Heimweh war eine schwere und eher tränenreiche Erfahrung aber im Endeffekt positiv, da es mir zeigt, wie sehr ich an meiner Familie, meinen Freunden und meiner Heimat hänge. Das war mir vorher nicht so extrem bewusst.
Ich hoffe, dass die nächsten paar Wochen spannend bleiben und ich im Dezember glücklich, gesund und mit vielen positiven Erfahrungen wieder nach Hause zurückkommen kann.
Bis bald,
Lisa
Dienstag, 4. September 2012
Freitag, 31.8.12
Da ich die letzten 3 Tage kein Internet hatte, kommen jetzt die Nachträge :)
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Da stand ich nun Freitag also am Flughafen in München mit
Mama, Papa und Kathi und dachte mir, dass ja mindestens bis zum
Sicherheitscheck nichts schief gehen kann. Denkste. In München herrschte Chaos,
vielleicht auch wegen den Streiks der Lufthansa und wir standen fast 3 Stunden
am Check-In an. Wow. Danach musste ich dann auch schon in den
Sicherheitsbereich, weil bis zur ursprünglichen Abflugzeit nur noch 30 oder 40
Minuten blieben. Also hab ich mich verabschiedet. Sehr traurig, aber wir haben
es kurz gehalten und ich bin gegangen bevor dann jeder richtig geweint hätte.
Als ich an mein Gate kam sah es so aus, als wäre schon Boarding-Time, aber
nein, es kam schlimmer. Ein Lufthansa und ein Air Canada Flug nach Toronto
wurden aus irgendeinem mysteriösen Grund am selben Schalter abgefertigt. Halt
nein, kam dann die Ansage des vööööööööllig überforderten Personals, die
Lufthansa Flieger müssten doch woanders hin. Dann durfte die Businessclass in
den Flieger. Dann kleine Kinder. Nein, doch nicht. Der „Plan“ wurde gefühlte
20x geändert und als ich dann auch endlich im Flugzeug war stellte sich heraus,
dass freie Platzwahl war, weil am Schalter keine Tickets ausgestellt werden konnten.
WTF?! Da ich ja alleine war, wars nicht so tragisch und ich hatte einen
Gangplatz neben einer älteren Dame, aber für Familien oder Gruppen war das
wirklich nicht mehr witzig. Das Flugzeug startete dann mit einer Stunde
Verspätung, was, gemessen an dem riesen Chaos, wirklich noch eine gute Zeit
war.
Der Flug an sich war schön, ich hab dreieinhalb Filme
angeschaut. Zum einen Freaky Friday, Highschool Musical, The Hunger Games und
die Hälfte von The Prince & Me, den ich echt gut fand, aber dann kam mir
die Landung in Toronto dazwischen.
Im Flugzeug hab ich natürlich wie immer keine Sekunde
geschlafen und war zu dem Zeitpunkt schon dementsprechend müde. Nachdem wir
dann eeendlich in unsere Parkposition konnten, durften wir ins Flughafengebäude
was aber für mich bedeutete, mein 8,5kg schweres Handgepäck + meine Handtasche
+ meinen Teddybären gefühlte 5 (in Wirklichkeit warens wahrscheinlich 2) km
durch die Gegend zu schleppen. Bei der Passkontrolle wurde ich dann zur
Immigration geschickt und obwohl ich angekreuzt habe, von einer Farm zu kommen
und in Kanada eine zu betreten wurde ich deswegen nicht gefilzt (solls ja alles
schon gegeben haben…..). Als mir der wirklich nette Herr in der
Immigration-Abteilung dann 1000 Fragen
stellte, die ich entweder nicht verstand oder nicht beantworten konnte war ich
kurz vorm Tränenausbruch. Müdigkeit und dieses Überfordertsein war dann doch
kurzfristig zu viel für mich. Hat dann aber alles gut geklappt und ich durfte
zur Kofferausgabe. Dort bot sich dann das gewohnte Bild. Alle standen direkt am
Band und wenn ich meine direkt, mein ich damit, dass ihre Knie die Kante vom
Förderband berührten. Tolle Sache! Würde jeder einen Schritt zurückgehen, würde
auch die zweite Reihe was sehen. Meinen Koffer hab ich trotzdem bekommen.
Als ich dann zum Exit raus bin, stand da Bob mit einem
Schild in der Hand, wo mein Bild drauf war, dass er mich auch sicher findet J Er und seine Frau Rose
haben mich gleich ganz lieb in die Arme genommen und begrüßt, ich mag sie
wirklich.
Nachdem wir den Ausgang vom Parkhaus gefunden hatten sind
wir dann nach einem Zwischenstopp bei Wendy’s endlich nachhause gefahren wo ich
dann nach 20 Stunden voller Konzentration endlich ins Bett gefallen bin.
Den Eintrag gibt’s übrigens auch erst jetzt, weil ich nicht
gleich Freitag „einziehen“ konnte und somit auch kein Wi-Fi hatte.
Lisa
Mittwoch, 29. August 2012
Packen
Nachdem ich gestern noch einen wunderschönen Picknick-Abend mit meiner besten Freundin, Federweißer und Keksen verbracht habe, war für heute der Plan, mich meinem Koffer zu widmen...
Und jetzt sitz ich hier und weiß nicht wie ich anfangen soll. Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass 23 kg nicht reichen. Versucht doch mal euer ganzes Leben auf 23 kg zu reduzieren... Gar nicht witzig.
(Der Übeltäter!)
Außerdem ist es so schwierig für Sommer, Herbst, Winter UND Frühling zu packen, ich lasse ja wirklich keine Jahreszeit aus, obwohl ich "nur" 6 Monate weg bin.
Ansonsten beginnt das Heimweh jetzt schon. Ich will das Grundstück nicht mehr verlassen, damit ich noch so viel Zeit wie möglich hier verbringen kann.
Deswegen kommt Oma heut auch zum Kaffee, anstatt dass wir zu ihr fahren :D
Für morgen durfte ich mir noch ein Mittagessen wünschen, und meine Wahl ist selbstgemachte Pizza (mit dem Hintergedanken, dass ich dann Proviant für Freitagfrüh am Flughafen hab....)
Ahhh ich bin so aufgeregt! :D
Lisa
Und jetzt sitz ich hier und weiß nicht wie ich anfangen soll. Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass 23 kg nicht reichen. Versucht doch mal euer ganzes Leben auf 23 kg zu reduzieren... Gar nicht witzig.
(Der Übeltäter!)
Außerdem ist es so schwierig für Sommer, Herbst, Winter UND Frühling zu packen, ich lasse ja wirklich keine Jahreszeit aus, obwohl ich "nur" 6 Monate weg bin.
Ansonsten beginnt das Heimweh jetzt schon. Ich will das Grundstück nicht mehr verlassen, damit ich noch so viel Zeit wie möglich hier verbringen kann.
Deswegen kommt Oma heut auch zum Kaffee, anstatt dass wir zu ihr fahren :D
Für morgen durfte ich mir noch ein Mittagessen wünschen, und meine Wahl ist selbstgemachte Pizza (mit dem Hintergedanken, dass ich dann Proviant für Freitagfrüh am Flughafen hab....)
Ahhh ich bin so aufgeregt! :D
Lisa
Samstag, 25. August 2012
Abschiedsparty
Für alle, die es noch nicht wissen: Ich werde kommenden Freitag nach Kanada fliegen. Dort werde ich ein Praktikum machen, über das ich im Laufe der Zeit näher berichten werde. Außerdem versuche ich hier den kanadischen Lebensstil, die Landschaft und meine Erlebnisse vor allem für mich in schriftliche Form zu fassen.
Außerdem will ich natürlich alle Daheimgebliebenen darüber informieren, was die kleine Lisa in Kanada so anstellt (nicht wahr, Papa??).
Die Kommentarfunktion ist so eingestellt, dass jeder kommentieren kann, über Feedback oder einfach nur liebe Grüße freue ich mich natürlich wahnsinnig!
Jetzt beginne ich also diesen Blog mit einem kleinen Bericht über meine, ebenfalls kleine, Abschiedsparty gestern.
Ich hab mich gefreut, dass alle wichtigsten Menschen da waren, auch wenn ich einige nochmal sehen werde, bevor ich mich auf den Weg mache.
Über die sehr lieben Geschenken (an denen man grundsätzlich merkte, dass sich jeder Gedanken gemacht hat (hustFresskorbhust)) hab ich mich extrem gefreut!
Von "meinen Mädels" hab ich zwei Bücher bekommen.
In dem einen hat jeder der Anwesenden aufgeschrieben, was er mir wünscht, oder was er vermisst, manchmal auch, was derjenige sich selber wünscht, es waren keine Grenzen gesetzt.
Das Andere ist noch tabu für mich, das darf ich anscheinend etappenweise in Kanada weiterblättern. SPANNUNG!
Ich hab euch lieb!
Danke für den schönen Abend.
Außerdem will ich natürlich alle Daheimgebliebenen darüber informieren, was die kleine Lisa in Kanada so anstellt (nicht wahr, Papa??).
Die Kommentarfunktion ist so eingestellt, dass jeder kommentieren kann, über Feedback oder einfach nur liebe Grüße freue ich mich natürlich wahnsinnig!
Jetzt beginne ich also diesen Blog mit einem kleinen Bericht über meine, ebenfalls kleine, Abschiedsparty gestern.
Ich hab mich gefreut, dass alle wichtigsten Menschen da waren, auch wenn ich einige nochmal sehen werde, bevor ich mich auf den Weg mache.
Über die sehr lieben Geschenken (an denen man grundsätzlich merkte, dass sich jeder Gedanken gemacht hat (hustFresskorbhust)) hab ich mich extrem gefreut!
Von "meinen Mädels" hab ich zwei Bücher bekommen.
In dem einen hat jeder der Anwesenden aufgeschrieben, was er mir wünscht, oder was er vermisst, manchmal auch, was derjenige sich selber wünscht, es waren keine Grenzen gesetzt.
Das Andere ist noch tabu für mich, das darf ich anscheinend etappenweise in Kanada weiterblättern. SPANNUNG!
Ich hab euch lieb!
(Wunderkerzen, keine Molotowcocktails...)
Danke für den schönen Abend.
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