Posts mit dem Label Mädels werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mädels werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 13. April 2013

Es bleibt spannend...

... mein Jahr ohne festen Plan!

Ich fühl mich schon fast ein bisschen schlecht, weil ich so lang nichts mehr von mir hören hab lassen, aber irgendwie bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich den Blog hier nicht doch langsam albern finde.
Ich seh ja, dass fast niemand mein Geschreibsel liest, aber irgendwie machts mir Spaß und irgendwann werd ich mich dran erfreuen, das weiß ich.
 
Das Beste zuerst: Ich hab meinen Blog als Buch gebunden geschenkt bekommen! Das Buch reicht bis zum Fazit-Eintrag aus Kanada, ist wie ein Taschenbuch gebunden, hat super Qualität und ich könnt jeden Tag drin blättern. Aber ich machs nicht, weil ich dann immer so wehmütig werd. Danke Mama und Papa!
 
Ansonsten hat sich viel getan zum letzten Eintrag:
Ich arbeite nachwievor in Niederbayern und langsam gewöhne ich mich an den Dialekt. Der ist einfach irre, nennen wir das Kind beim Namen.
Dagegen ist Fränkisch echt schon einfach.
Wie auch immer, ich bin mittlerweile vom Praktikant zum Angestellten aufgestiegen. Das ist schon in der Hinsicht hervorragend, dass ich ja Zalando am Leben erhalten muss und das wirklich Geld kostet. Wir reden hier schon von Summen…
 
Die Arbeit macht mir immer noch Spaß, aber ich gerate mehr und mehr ins Grübeln, ob ich das „mein Leben lang“ machen will. Sicher kann man nichts für eine derartige Zeitspanne entscheiden, aber irgendwie… Ich muss es ja im Moment zum Glück nicht entscheiden, trotzdem beschäftigt es mich irgendwie.
Ich freu mich immer noch aufs Studium und im Moment stört mich etwas, dass der Spaß dreieinhalb Jahre dauern soll, weil ich so viel mehr Pläne hab, die ich umsetzten will!
 
Der nächste Schritt ist aber hoffentlich ein Praktikum in Dänemark. Ich hatte mich bei einem Betrieb beworben, eine Absage kassiert und mich damit arrangiert. Ich hätts eben nächstes Jahr nochmal probiert. Auf unerwartetem Wege hab ich jetzt aber höchstwahrscheinlich doch die Möglichkeit ein Praktikum zu machen. Ich werde, wenn alles nach Plan läuft, im August irgendwo in Dänemark vier Wochen arbeiten können und ich freu mich schon total!
Im Prinzip sind die Erwartungen wie vor Kanada: Ich will Dänemark und Dänen kennen lernen, mir doch egal, wie die ihre Schweine mästen. Ich weiß aber auch, dass es im Endeffekt anders werden wird. Ich werde viel arbeiten und viel lernen und das ist gut so! Trotzdem werde ich irgendwie versuchen, ein bisschen Sightseeing und Urlaub in Dänemark zu machen. Jetzt muss ich aber erst mal auf eine Zusage warten und dann einen Masterplan schmieden! Das einzige Manko ist natürlich, dass ich im August ziemlich viel daheim verpassen werde. Aber wenn ich im Oktober zu Studieren anfangen werde und viel Zeit daheim verbringen werde, werd ich mich freuen, dass ich die Gelegenheit genutzt habe und nochmal weg war.
 
Im Moment vermisse ich Kanada sehr. Ich sehe und lese viel auf Facebook und es passieren so viele Dinge, die mich an die Zeit dort erinnern. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte die Zeit zurückdrehen und so viele Situationen nochmal erleben. Einfach nur, weils so toll war.
Ich vermiss meine Arbeitskollegen, denn obwohl ich hier in Niederbayern echt einen tollen Chef hab, kommt nichts an die Atmosphäre in Kanada ran: Es war einfach perfekt.
Ich bin immer noch unendlich dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, diese Erfahrung zu machen.
 
Jetzt, nach einiger Zeit, weiß ich auch, welche positiven Effekte ich noch zu verzeichnen habe.
Ich weiß meine Familie viel mehr zu schätzen. Früher waren sie einfach da. Klar, das war gut so, aber es war selbstverständlich. Währen meiner Zeit in Kanada und auch jetzt, wo ich nicht viel zuhause bin, weiß ich mein Zuhause zu schätzen. Ich hab wirklich eine großartige Familie.
Vor allem das Verhältnis zu meiner Schwester hat sich merklich gebessert. Wahrscheinlich hab ich mich gebessert, das trifft es eher. Ich bin bereit, Nagellack und Kleiderschrank zu teilen, wir erzählen uns viel und verbringen mehr Zeit miteinander – ja, wir planen sogar einen Urlaub!
 
Ich hab Englisch lieb gewonnen. Auch wenn ich in einem Eintrag geschrieben habe, dass ich mich auf das Deutsche freue – das Englische hat schon ein bisschen mein Herz erobert. Ich lese englische Bücher, ich versuche fast alle Filme in englischer Sprache zu sehen und denke manchmal englisch. Insgeheim träume ich im Moment davon, einen geeigneten englischen Studiengang zu finden, aber das wird mir in Deutschland leider nicht gelingen. Man kann halt nicht alles haben.

Und last but not least: Ich weiß, auf wen ich zählen kann. Allen voran natürlich mein drei Schönheiten, die extra wegen mir nach Kanada gekommen sind, aber auch einige andere. Die Zeit in Kanada und auch die Zeit jetzt, in der ich wenig daheim bin, zeigt, mit wem ich wirklich Kontakt halten werde.
 
Ich denke mal, das wars jetzt an Neuigkeiten. Ich versuche vielleicht jetzt, öfters etwas von mir hören zu lassen, auch wenn ich wahrscheinlich die Einzige bin, die diesen Eintrag hier liest. Aber darum gehts ja auch nicht.
 
Bis bald,
 
Lisa

Mittwoch, 7. November 2012

Mädelsurlaub die Zweite

Heute kommt tatsächlich schon Teil 2 und damit der letzte Teil unseres schönen Urlaubs. Ich vermisse die Mädels jeden Tag und freu mich, wenn ich wieder bei ihnen daheim bin :)


Tag 5 – Dienstag

Dienstagmorgen sind wir endlich endlich endlich auf den CN Tower, ich hatte wirklich schon Sorgen, ob wir das noch schaffen würden, weil es die ersten Tage viiiiel zu neblig und regnerisch war und dann kam uns ja Frankenstorm (wie Frankenstein, weil ja Halloween war, haha, wie lustig) Sandy dazwischen. Am Dienstag hatten wir aber dann tatsächlich für ca. 10 Minuten einen guten Blick, danach fing es zu regnen an. Auf dem Turm haben wir übrigens Franken getroffen, die natürlich auch direkt wussten, dass wir auch aus Franken sind ;) Warum nur…. Anschließend haben wir uns zu Fuß auf den Weg ins Eaton Centre gemacht, haben aber vorher ein paar Abstecher in andere Läden gemacht und haben nochmal bei Timmys vorbeigeschaut. Am Abend sind wir dann nochmal zu Marché, wo wir uns diesmal auch Crepes gegönnt haben. Die waren zwar extrem teuer, aber dafür auch extrem lecker! Dort sind wir dann bis halb 11 gesessen und haben uns hervorragend unterhalten und uns köstlich amüsiert. Allgemein war das ein großer Bestandteil unseres Urlaubs, einfach Zeit zusammen verbringen und eine Gaudi haben. Und ich habs wirklich vermisst, danke Mädels!





Fotografiert von dem Mittelfranken, den wir auf dem CN Tower getroffen haben :D Die Welt ist klein!

Die berühmte Glasplatte auf dem CN Tower, man steht ungefähr 500m über dem Boden.

Wie man sieht, war das Wetter mal wieder bescheiden.


Mein Crepe ♥

Marions Crepe ♥

Caros Crepe ♥  (Und ja, alle waren so gut, wie sie aussehen ;) )

Yonge-Dundas-Square bei Nacht





CN Tower bei Nacht




Tag 6 – Mittwoch

Am Mittwoch haben wir dann schon aus unserem Shoppingcentre-Hotel ausgecheckt und sind dann durch die etwas „besseren“ Geschäfte gestreift. Von Prada über Burberry bis Tiffany haben wir nichts ausgelassen und wurden immer höflich und nett behandelt, was mich eigentlich überrascht hat. Gekauft haben wir –wie erwartet – nix :D Anschließend sind wir wieder mal ins Eaton Centre gegangen, aber nicht ohne zuvor den anderen Teil der Yonge-Street entlangzulaufen, den wir noch nicht gesehen hatten. Bei der Bustour wurde uns erklärt, dass in der Straße alles verkauft werden darf, was in Kanada legal ist, es gibt also keine Vorschriften, dass man nur Kleidung oder Essen verkaufen darf. Und so sieht es da auch aus :D Bei manchen Geschäften ist man sich dann wirklich nicht sicher, ob es Faschingsbedarf oder ein Kleiderladen ist. Gegen 5 Uhr sind wir dann mit dem Zug nach Stratford gefahren. Zug fahren ist in Kanada übrigens komplizierter wie Fliegen. Es gibt nämlich 2 Zuggesellschaften, die auf 2 verschiedenen Ebenen im Bahnhof sind und freundlich ist auch keiner (warum nur erinnert mich das an die Deutsche Bahn). Im Endeffekt haben wirs aber geschafft. In Stratford hat uns dann Jeanette abgeholt und dann sind wir noch zu einem kleinen Halloweenbesuch rüber zu Rose und Bob. Da gabs dann noch Halloweencandy und dann hatte sich der Abend schon gelohnt.


Halloweengeist

Halloweencandy




Tag 7 – Donnerstag

Donnerstagfrüh sind wir nach Seaforth gefahren, um bei Timmys frühstücken zu gehen. Wie immer gab es Muffin und heiße Schokolade. Ihr merkt also, nicht nur ich finde Tim Hortons ganz hervorragend. Danach sind wir Lebensmittel einkaufen gegangen und dann zurück auf die Farm gefahren. Dort haben wir Monopoly gespielt und uns einfach unterhalten. Zum Abendessen gab es dann ausnahmsweise mal Nudeln mit Soße ausm Glas. Ansonsten war der Tag eher unspektakulär, aber es war einfach so wunderschön, Zeit mit den Mädels zu verbringen, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie dankbar ich bin, dass sie wirklich zu mir nach Kanada geflogen sind.

Tag 8 – Freitag

Am Freitag haben wir in Ruhe gefrühstückt und sind dann mit Rose zum Lake Huron aufgebrochen. Leider war Freitag aber der kälteste Tag der Woche, so war der Hauptbestandteil des Ausfluges das Burgeressen. Wir sind also nach Grand Bend gefahren und sind kurz am Strand entlanggelaufen und danach direkt weiter nach Bayfield, wo wir kurz durchs Dorf gelaufen sind und dann Burger gegessen haben. Die Burger in Kanada sind übrigens zum Niederknien! Auf der Fahrt nach Bayfield hatten wir dann auch den ersten Schnee des Jahres und es hatte noch genau 1°C. Wir waren also immer sehr froh, wenn wir wieder im warmen Auto waren ;) Auf der Farm haben wir dann eigentlich nix gemacht, bis es zur Katastrophe des Tages, nein, des Jahres kam: Anne erinnerte mich daran, dass wir am Flughafen anrufen müssten und uns den Flug für den nächsten Tag bestätigen lassen müssen. Gesagt – getan, aber leider hat mich der Typ am Telefon nur dumm angemacht, dass das nicht möglich sei. Das war schon unser erstes Pech. Wir dachten uns dann ganz schlau, wir schauen einfach im Internet nach, und sehen, ob der Flug wie geplant startet. Tja, blöd gelaufen, der Flug war nämlich nicht für Samstag sondern für Freitag gelistet. Also hatten wir theoretisch noch genau zweieinhalb Stunden um zum Flughafen zu kommen und die Mädels in den Flieger zu setzen. Wir haben das Internet aktualisiert und überprüft – nix. Leider war von der ganzen Familie niemand außer Rose zuhause, die alleine niemals zum Flughafen hätte fahren können. Trotzdem sind wir zu Rose gelaufen (irgendwer hatte alle Autos mitgenommen, es war wirklich alles schei***). Rose hat uns dann wieder nachhause geschickt, wir sollen die Flüge nochmal überprüfen, und falls er wirklich Freitag geht, ist es ja eh zu spät. Ich war wirklich fast am Explodieren, von meinem Blutdruck gar nicht zu sprechen ;)Wir haben uns dann den Truck von Rose geliehen, sind zurück gefahren und siehe da – der Flug war gelistet: Und zwar an jedem einzelnen Tag mit der exakt selben Flugnummer. Sehr seltsam, aber wir waren dann beruhigt und sind zurück zu Rose gefahren, um uns zu entschuldigen. Der Tag war aber dann gelaufen, da jeder mit den Nerven am Ende war. Das wäre wirklich der SuperGAU gewesen.  Danach waren wir alle am Ende und sind dann bald ins Bett.

Lake Huron bei gefühlten -2351°C




Tag 9 – Samstag

In der Früh wollten wir eigentlich nochmal zu Timmys frühstücken fahren, aber wie gesagt, alle Autos waren weg und ich wollte Samstagfrüh niemanden am Telefon wegen fehlenden Autos belästigen, deswegen haben wir in Ruhe daheim gefrühstückt. Danach haben die Mädels Koffer gepackt und wir haben uns einfach noch ein bisschen unterhalten und uns dann um 1 Uhr zum Flughafen aufgemacht. Das hat alles hervorragend geklappt, ich hab beim Einchecken geholfen und die Mädels waren vor dem Sicherheitscheck nochmal bei Tim Hortons, also hatten sie für Samstag doch noch ihre Dosis. Ich hab mich dann mit Tränen in den Augen verabschiedet und bin mit Bob wieder zurück auf die Farm gefahren. In dem Moment wäre ich wirklich einfach gerne mitheimgeflogen, das muss ich zugeben.
Was ich übrigens noch erwähnen muss, damit uns niemand für bescheuert hält: Samstagfrüh haben wir nochmal das Internet bezüglich des Flugs befragt und ob ihr es glaub oder nicht, der Flug existierte nicht mehr. Auf der Homepage des Flughafens von Toronto war der bescheuerte Flug einfach nicht gelistet! Auf der Homepage des Flughafens Frankfurt exisiterte er aber planmäßig. Also es lag wirklich nicht an uns!

 

Das war jetzt der zweite und letzte Teil unseres wunderschönen Urlaubs. Ich werd nie in Worte fassen können, was es mir bedeutet, dass die Mädels mich in Kanada besucht haben. Danke! 

Dienstag, 6. November 2012

Mädelsurlaub die Erste

Heute hab ichs endlich geschafft, den ersten Teil unseres grandiosen Urlaubs zusammenzufassen, wobei mir die Bilder fast den letzten Nerv geraubt haben, weil das Hochladen einfach ewig dauert! In den nächsten Tagen gibts dann Teil 2.


Tag 1 – Freitag

Am Freitag, den 26.10.2012 durfte ich also endlich meine Mädels am Flughafen abholen. Ich bin in der Früh um halb 7 aufgestanden und Jeanette hat mich dann zum Bahnhof nach Stratford gefahren, von wo aus ich den Zug nach Toronto genommen hab (der mit 30$ für einfache Fahrt übrigens purer Wucher ist!). In Toronto angekommen (ganz allein, logischerweise) hab ich dann erst mal 18x nach dem Weg fragen müssen, um zum Eaton Centre zu kommen. Als ich das geschafft hab, hab ich mir was zu essen gegönnt und bin ein bisschen bummeln gegangen. Danach bin ich zum Hotel gefahren und hab eingecheckt. Und dann kam der interessante Teil: Ich musste vom Hotel zum Flughafen kommen und das sowohl möglichst billig als auch möglichst ohne größeren Fußweg, weil wir am Rückweg ja drei große Koffer zum Transportieren hatten. Diesmal musste ich nur einmal nach dem Weg fragen, weil ich gleich an eine nette Asiatin geraten bin, die in die gleiche Richtung musste. Das war gut, denn allein hätt ichs niemals geschafft! Die erste Herausforderung war nämlich die Bushaltestelle, die ganz ohne Hinweisschild auskommt und einfach aus einer Straßenecke besteht. Wie man darauf kommen soll, ist mir den ganzen Urlaub über ein Rätsel geblieben. Nach einer Stunde und 3$ bin ich dann auch endlich am Flughafen angekommen. Da musste ich mich dann über die Leute aufregen, die nicht einfach ganz normal warten können, bis ihre Gäste/Verwandten/Schießmichtot ankommen, nein, man muss in der ersten Reihe stehen, egal ob man 2m groß oder 2m breit ist!! Ich hab die Mädels aber trotzdem entdeckt und unter Freudentränen in die Arme genommen. Es war so schön, endlich mal wieder bekannte Gesichter zu sehen! Wie erwartet waren natürlich alle müde und so wurde die lange Bus- und U-Bahn-Fahrt bis zum Hotel zu einer kleinen Tortur. Im Hotel angekommen, haben wir dann festgestellt, dass wir mitten im chinesischen Einkaufszentrum wohnen!! Unser Hotel lag in Chinatown, das wusste ich auch schon vorher, aber unsere Aussicht war tatsächlich die innenliegende Rolltreppe des Einkaufszentrums! Sachen gibt’s :D Chinatown an sich war übrigens auch eine Attraktion, von ekligen Schaufensterauslagen bis Leuten, die mitten auf der Straße im Nieselregen Yoga machen, war echt alles dabei! Ansonsten haben wir an dem Abend nichts gemacht, weil einach alle todmüde waren.

Das Bild entstand nicht am ersten Tag, passte aber zur Erwähnung des Hotelzimmers.
 
 
 
Ich gehe davon aus, dass Chinesen sowas essen. Ich will aber nicht wissen, wie lange das da schon hängt..
 
 

Tag 2 – Samstag

Am nächsten Morgen sind wir gegen halb 8 aufgestanden, glaub ich, und sind erst mal frühstücken gegangen. Man muss vornweg sagen, dass das Hotel echt super war, das Personal war nett, die Zimmer sauber und echt riiiiesig, aber das Frühstück war schon so eine Sache für sich. Dass es mehr als asketisch war, ist für den Zimmerpreis wirklich gerechtfertigt und so war jeder mit Marmeladen- oder Frischkäsetoast, einem Muffin, Müsli und einem Glas Becher  Orangensaft zufrieden. Becher?! Ja, klar, wir sind hier in Nordamerika, Plastikgeschirr ist keine Seltenheit! So haben wir unser Frühstück aus Pappschüsseln und Papptellern sowie mit Plastikbesteck genossen. Das Wetter war leider den ganzen Urlaub besc*** (Danke Sandy!!!), deswegen sind wir auch Samstagmorgen im Regen losgewandert. Vom Hotel die Spadina Avenue Richtung Wasser, dann zum CN Tower. Bis dahin waren wir dann so durchweicht, dass wir 3x durchweichte Schuhe sowie 2x durchweichte Jacken und kalte Hände zu verzeichnen hatten. Auf dem Weg zum Eaton Centre (nuuuur zum Aufwärmen, natürlich), sind wir dann in der Union Station an Heizkörpern oder was auch immer vorbeigekommen, jedenfalls waren die warm und es kam warme Luft raus, wie bei einem Föhn. Also haben wir alle die Jacken (teilweise sogar die Schuhe) ausgezogen und uns erst mal ausgiebig getrocknet, wobei wir natürlich belustigte Blicke ernteten. Aber unser Motto war: „Kennt uns ja kaner.“ Den restlichen Tag haben wir dann nur mit Shopping verbracht und am Abend dann bei McDonald’s gespeist, der natürlich wie daheim und überall sonst auf der Welt schmeckt. Im Hotel haben wir in einem Viererzimmer gewohnt, das heißt, wir hatten zwei große Betten in einem riesen Zimmer und ein Bad. Das war wirklich praktisch, so waren wir alle die ganze Zeit zusammen und hatten immer den ganzen Spass zusammen :D Der größte Spass an dem Abend war aber das Zähneputzen. Anne und ich hatten die gleichen Zahnbürsten, man konnte sie echt kaum unterscheiden. In meiner Müdigkeit hab ich natürlich aus Versehen zu Annes Zahnbürste gegriffen. Sie sieht es, schaut mich an und sagt seelenruhig: „Lisa, würdest du bitte aufhören, meine Zahnbürste zu benutzen?“ :D Ihr könnt euch vorstellen, wie wir gelacht haben, es war einfach unglaublich. Aber sowas ist natürlich kein Drama, so ist sie zu einer vorgewärmten Zahnbürste gekommen, alles halb so wild :D

 

Tag 3 – Sonntag

Für Sonntag war die Niagarafälletour geplant. Dafür sind wir schon um halb 7 aus den Federn gesprungen und haben uns nach dem Frühstück auf zum Yonge-Dundas-Square gemacht, von wo aus der Bus startete. Nach einer eineinhalbstündigen Fahrt sind wir dann am Skylon Tower angekommen. Das ist eigentlich nicht mehr als ein Aussichtsturm, aber von da aus hat man einen guten Blick, sowohl auf die kanadischen Horseshoe-Fälle als auch auf die amerikanische Seite der Fälle. Nach einer Viertelstunde hat man dann aber auch wirklich alles gesehen und wir sind weitergefahren zu den Niagara-Fällen selbst. Geregnet hat es übrigens den gesamten Tag und dazu war es bitterkalt! Die Fälle sind wirklich beeindruckend, man kann sich nicht vorstellen, welche Wassermassen sich da ihren Weg nach unten suchen und das Wasser ist erstaunlich klar. Allerdings denke ich, dass das Ganze bei Schnee oder gar Sonnenschein noch viel beeindruckender ist. Anschließend ging es mit dem Bus weiter nach Niagara, das ist die Stadt, die direkt an den Wasserfällen liegt. Zu der Stadt fiel uns aber nur die Assoziation zu einem Vergnügungspark ein. Es gab alle möglichen unnützen Dinge, von komischen Theatern zu auf den Kopf gestellten Häusern. Dort haben wir dann im Burger King gegessen, aber Burger King ist einfach nur nach Dauten gut, ansonsten kann man das wirklich vergessen. Und außerdem ist es unverschämt teuer! Nach diesem kurzen Abstecher ging die Reise weiter nach Niagara-on-the-Lake, das als typisches Touristendörfchen bekannt ist. Da es ja durchgehend geregnet hat, haben wir das leider nicht so genießen können, aber wir haben uns die Zeit in einem Weihnachtsladen vertrieben und hatten dabei auch unseren Spass. Die letzte Station der Tour war dann eine Weinprobe, bei der wir unter anderem auch Eiswein probieren durften. Allerdings glaube ich, dass ich die einzige von uns war, die ihn gut fand ;) Zu der Zeit waren wir dann alle todmüde und einfach durchgekühlt und wollten nur zurück in den warmen Bus. In Toronto angekommen machten wir uns dann (nach einem kleinen Abstecher ins Eaton Centre? Ich bin mir nicht sicher…) auf die Suche nach Essbarem! Also liefen wir ziemlich ziel- und planlos die Yonge-Street hinunter und stießen auf Marché. Das System hinter dem Ganzen ist, dass man eine Karte bekommt, auf die alles gebucht wird, was man isst und am Schluss bezahlt man. Dabei kann man auswählen von vielen verschiedenen kleinen „Ständen“ bei denen man alles findet, was das Herz begehrt. Bei unserem ersten Besuch haben wir uns für Nudeln entschieden, wahlweise mit Shrimps oder Huhn und verschiedenen Gemüsen. Jeder hat dann so ca. 12$ bezahlt, dafür sitzt man in schönem Ambiente, Wasser ist umsonst und das Essen wirklich überragend!!


Direkt hinter dem Fotografen befinden sich die Niagara-Fälle. Dieses Bild zeigt, wie "touristisch" das Ganze ist.




 
 



Tag 4 – Montag

Am Montag haben wir uns dazu entschieden, die Bustour zu machen. Da sich aber keiner eingehend mit dem von uns ausgesuchten Flyer beschäftigt hat, haben wir erst auf dem Weg gemerkt, dass man eigentlich hätte reservieren sollen. Wir hatten aber noch einen anderen Flyer und setzten unseren Weg dann fort. Im Notfall hätten wir ja ins Eaton Centre gehen können ;) Glücklicherweise stand aber der von uns am Anfang ausgewählte Bus zur Abfahrt bereit am Yonge-Dundas-Square und so sind wir dann mit dem Bus durch Toronto getuckert. Leider war die Erklärung zur Wegstrecke aber nur auf Englisch, was es natürlich deutlich schwieriger macht, alles zu verstehen. Mit in der Tour inbegriffen war eine Bootsfahrt, die wir natürlich auch gemacht haben – bezahlt ist bezahlt! Das einzige Highlight dabei war allerdings der Blick auf die vernebelte Skyline von Toronto. Also eigentlich für die Katz. Danach haben wir die Bustour beendet und sind am Yonge-Dundas-Square wieder ausgestiegen. Wer errät was wir danach gemacht haben? :D Genau, zum Eaton Centre, das direkt auf der anderen Straßenseite liegt. Dort haben wir dann auch zu Abend gegessen, weil Fast Food konnte wirklich keiner mehr sehen und im Centre gibts alles Mögliche zu essen, das war genau genommen auch Fast Food ist, aber einfach „anders“. Davor sind wir aber noch zu Tim Hortons gegangen, welchem gegenüber die Mädels zuerst eher skeptisch waren. Als sie dann aber die grandiosen Muffins und die hervorragende heiße Schokolade probiert haben, waren sie natürlich überzeugt.


 
 


 
Alles Liebe,
Lisa

Freitag, 26. Oktober 2012

Off

Ja, es ist endlich so weit, morgen in aller Herrgottsfrühe (für euch, für mein Gefühl kann ich ausschlafen, wir reden von halb 7 :D ) werd ich aufstehen, meine Sachen fertig packen und mich dann auf den Weg nach Toronto machen, wo ich am Nachmittag endlich meine wundervollen Mädels am Flughafen abholen darf. Ich freu mich schon wie wahnsinnig und denke, wir werden ein paar unvergessliche Tage haben!

Ich bin ehrlich gesagt, dass die Woche um ist. Im Stall läuft nicht alles so wie es soll (aber nicht zwischen mir und den Kollegen, die sind alle toll) und die Woche Urlaub tut mir glaub ich wirklich gut. Außerdem ist es wichtig für meine Psyche, mal wieder unter Menschen zu kommen. Mal ehrlich, wenn Lebensmittel einkaufen das Highlight eines Wochenendes ist, dann läuft gehörig was falsch!

Außerdem haben wir heute Mais gedroschen, also hab ich das auch mal miterlebt, ist aber ziemlich unspektakulär. Der Mähdrescher bleibt logischerweise gleich, nur das Gebiss wird getauscht und los geht die wilde Fahrt. Naja, nicht wirklich. Bruno ist immer noch so ungesprächig wie vor ein paar Wochen und einschläfernd ist Mähdrescherfahren auch immer noch. Außerdem wird hier alles auf einen Truck geladen anstatt einzeln mit dem Bulldog zur Farm gefahren zu werden und das find ich langweilig :D Also naja, es war okay.

Jetzt muss ich hier noch ein bisschen aufräumen, sonst kriegen die Mädels ja einen Schock und dann werd ich auch schon ins Bett gehen, damit ich morgen fit bin.

So, das waren jetzt praktisch so die Week-Leftovers, jetzt sind alle wieder auf dem neuesten Stand.

Bis bald,
eure Lisa

Samstag, 20. Oktober 2012

Friday's Update

Wie der Post-Titel es schon sagt folgt heute keine interessante Geschichte oder Ähnliches, ich will einfach nur meinen Blog auf den neuesten Stand bringen - wir dürfen ja nicht vergessen, dass ein Blog auch nur ein Online-Tagebuch ist.
Am Donnerstag - also gestern - hab ich meine erste, richtige 11 Tage Arbeitswoche beendet. Die zwei Male davor hab ich jeweils einen Tag off gehabt, aus welchen Gründen auch immer. Und die Woche war hart! 11 Tage am Stück um 5 Uhr aufstehen und jeden Tag echt arbeiten! Es ist ja nicht so, als wüden wir am Wochenende nur füttern... Nein, das wäre Luxus!
Am Donnerstag war ich dann echt am Ende meiner Kräfte. Die ersten beiden Stunden bis zum Frühstück waren okay, aber die Zeit von Frühstück bis Mittagessen zog sich wie Kaugummi und jedes Bücken wurde zur Qual, weil ich mich mit meinem ganzen Willen zwingen musste, mich wieder aufzurichten anstatt mich einfach zu den Ferkeln zu legen und ein Ründchen zu schlafen ;)
Nach dem Mittagessen wurde es dann wieder besser, aber als ich dann um 3 Feierabend gemacht hab, bin ich unter die Dusche und dann (nach kurzer Brotzeit) auf direktem Weg ins Bett.
Nach 2 Stunden im Bett fühlte ich mich dann wieder einigermaßen unter den Lebenden. Also ich muss sagen, 11 Tage sind hart. Keine Ahnung, wie eure Arbeitszeiten so sind, aber das ist meiner Meinung nach schon ein bisschen grenzwertig.
Deb aber zum Beispiel hat mir erzählt, dass sie, als sie hier am Betrieb angefangen hat, am Anfang 26 Tage durchgearbeitet hat. Könnt ihr euch das vorstellen?! Nein? Ich auch nicht.
Und dann hab ich gestern begonnen, mein Weekend off ausgiebig zu genießen. Ich hab mir meinen Bagel mit meinem restlichen Käse überbacken, 2 Tassen heiße Schokolade getrunken und dann in aller Ruhe bis halb 9 (in Worten: halb Neun!!! Die letzten 11 Tage bin ich um 7 Uhr ins Bett) im Internet gesurft. Heute früh hat dann mein Wecker um 5 Uhr geklingelt, weil ich vergessen hab, ihn auszuschalten..... Trotzdem hab ich aber noch weitergedöst und war bis 10 im Bett gelegen. Meine Güte war das schön!
Danach hab ich in Ruhe gefrühstückt und mich dann auf mein Sofa gesetzt. Da war ich dann gesessen... und gesessen... und dann wars 5 :D Ernsthaft!
Dann war ich bei Bob und Rose zum Essen und jetzt bin ich hier - auf meinem angestammten Platz auf dem Sofa ;)
Morgen werd ich aber mein Wochenendhighlight in Angriff nehmen - Lebensmittel einkaufen! Danach wartet aber die Couch :D Wahrscheinlich ist der Platz durchgesessen, wenn ich wieder abreise ;)
Heute in einer Woche landen die Mädels und ich bin sooooo sooo aufgeregt :) Das wird eine tolle Zeit!

Übrigens war ich am Montag auch schon Lebensmittel einkaufen und - glaubt es oder nicht - ich hab wieder meine Abzweigung verpasst :D Ich bin echt zu doof zu Allem...

Ansonsten gibts keine Neuigkeiten, die nächsten paar Tage werd ich in höchster Vorfreude verbringen, ich werd nur 4 Tage arbeiten und dann - UND DANN! - gehts los :D

Bis bald,
eure Lisa

Sonntag, 14. Oktober 2012

What I miss...

Das wird nur ein halber "What I miss..."-Post, ich hab einfach von allem ein bisschen was zu erzählen.
Eigentlich hat sich seit dem letzten Eintrag nichts getan, aber irgendwie doch.
Ich bin mitten in meiner 11 Tage Arbeitswoche und ich gewöhne mich immer besser dran. Am Freitag bin ich um halb 5 aufgewacht, weil ich ausgeschlafen war. Klar, ich wollte nicht aufstehen und war noch nicht wirklich motiviert, aber ich war ausgeschlafen, ich hatte genug Schlaf. Das ist doch ein super Fortschritt oder? Auch sonst mache ich viele Fortschritte: Ich darf im Stall immer mehr selbstständig arbeiten, ich lerne immer neue Sachen, die ich manchmal gut finde, meistens aber nicht so schön sind (Einzelheiten werd ich auf dem Blog aber nicht nennen, ich hab sowieso keine Ahnung, wer von euch an "Schweinarbeit" interessiert ist ;)). Mit den Kollegen komme ich super klar und mittlerweile fühle ich mich echt dazugehörig. Das funktioniert also echt super!
Im Moment hab ich auch wieder eine Phase (vielleicht ist es aber auch keine Phase, ich weiß nicht), in der mir die Stallarbeit echt Spass macht. Zwar ist es irgendwann nervig, wenn man jeden Tag die gleichen Arbeiten verrichtet, aber trotzdem entwickel ich irgendwie Spass dran. Vielleicht denk ich das aber auch bloss heute, weil ich gute Laune hab...
Ansonsten bin ich am Wochenende viel allein, aber ich fühl mich nicht mehr so einsam wie am Anfang. Ich weiß nicht, ob das auch an meiner guten Laune liegt, oder ob das wirklich so ist. Wie auch immer. In weniger als 2 Wochen darf ich meine Mädels vom Flughafen abholen und ich bin schon sooo aufgeregt! Diese Woche hab ich ein Hotel gebucht und jetzt bin ich dabei, Pläne zu erstellen, was wir alles sehen müssen und was wir alles unternehmen können. Ich glaub, es wird eine echt schöne Zeit und ich freu mich schon richtig drauf! (Endlich mal wieder ein paar Tage am Stück Deutsch sprechen...)
Gestern waren wir schon um 9 im Stall fertig und ich hab mich dann ganz meinem "Lazy Saturday" gewidmet. Ich hab Nudeln gekocht, hab geskypt und mich dann einfach auf die Couch gelegt.
Dann hab ich mich um halb 7 von der Couch ins Bett bewegt und war schon richtig in "Schlafstimmung", als um kurz vor 7 Jeff gekommen ist und mich eingeladen hat, weil es anlässlichs Bobs Geburtstag noch Eis und Kuchen gibt. Also bin ich wieder aus dem Bett gestiegen und bin im strömenden Regen mit Little Green zu Jeff und Erin rüber gefahren. Da hats dann Eis und ekligen Schokokuchen gegeben und ich hab mit Emily, Renee und David ein Brettspiel gespielt. Das war eine Mischung aus "Sorry" und "Mensch ärgere dich nicht" und beim ersten Mal hab ich prompt haushoch verloren. Wer mich kennt, weiß, was für eine miese Verliererin ich bin. Also haben wir nochmal gespielt und ich hab glücklicherweise gewonnen :D Und dann hab ich das Klavier entdeckt. Ooooh war ich aufgeregt :) Eine Enkelin von Bob und Rose hat gespielt und dann meinte Bob, dass doch jetzt ich mal spielen soll. Aus dem Stegreif kann ich nur "Die fabelhafte Welt der Amelie" und das hab ich dann gespielt und - Ach du meine Güte - ich habs so vermisst. Ich hab mir mein Klavier hergewünscht und meine Noten. Es war echt ein schönes Gefühl. Zwar wars blöd, dass ich die ganze Familie um mich rumstehen hatte, sowas nervt, aber in dem Moment hab ich mein Klavier und die Musik echt vermisst. Und jetzt schon wieder ;)

Zur Zeit gehts mir also richtig gut, ich freue mich nachwievor sehr auf Daheim, aber ich kann jetzt die Zeit hier auch so richtig genießen, ich lerne viel Neues kennen und mache tolle Erfahrungen.

Bis bald,
Lisa

Samstag, 22. September 2012

Update

Irgendwie ist nichts mehr so Spannendes passiert, als dass ich gleich drüber gebloggt hätte, trotzdem hatte ich eine ziemlich schöne Woche:
Nachdem ich den Schock über meinen Stich gut überwunden hab, hab ich am Dienstag den ganzen Tag mit Lindsay zusammengearbeitet und sie hat mich ja, wie erwähnt, zum Essen eingeladen. Da wir an dem Tag ausnahmsweise schon um 12 Uhr mit der Arbeit fertig waren, ist sie um 3 Uhr zurückgekommen und hat mich abgeholt. Danach waren wir noch einen Sprung im Supermarkt (Arizona Ice Tea für 88ct - geil oder geil?!) und anschließend bei ihrer Mum, um das Hähnchen abzuholen. Die haben einen ziemlich jungen Labrador und dann hab ich meinen Jimmy natürlich noch viel mehr vermisst. Das Hähnchen hat genau wie in Deutschland geschmeckt und dazu gabs Ofenkartoffeln, Blumenkohl mit Käsesoße ausm Päckchen und Salat.
Als mich Lindsay dann wieder heimgefahren hat, hat sie gemeint, dass es ihr so leid tut, dass ich jetzt wieder allein in das große Haus muss (muss ihr nicht leid tun, das wusste ich ja, bevor ich hergekommen bin) und dass sie mit ihrer Mum beschlossen hat, dass sie mich, wenn sie das nächste Mal einkaufen fahren, mitnehmen wollen. Ich hab mich sehr gefreut!
Am Donnerstag war ich dann bis 4 Uhr im Stall, was ein wirklich langer Arbeitstag war, dafür hab ich dann aber überraschenderweise erfahren, dass ich die nächste 3 Tage frei hab. Ich wusste das gar nicht, aber der normale Rhythmus ist, dass man 11 Tage arbeitet und dann 3 Tage frei hat. Ich hab mich natürlich gefreut.
Abends war ich dann bei Jeanette und Scott zum Abendessen eingeladen und es gab wieder Hähnchen. Diesmal aber mit Stopfer (den die hier mit Knoblauch verfeinern, schmeckt auch nicht schlecht). Außerdem haben Renee und ich beschlossen, dass wir nicht an diesem Sonntag nach Toronto fahren, weil total schlechtes Wetter gemeldet ist und niemand Sightseeing im strömenden Regen machen will. Wahrscheinlich gehen wir jetzt nur shoppen, aber das entscheidet sich erst heute.
Am Freitag hab ich dann gar nichts gemacht, weil ich ja frei hatte und das hab ich in vollen Zügen genossen. Ich hab von Jeanette ihre Zugangsdaten zu einem Online-Film-Portal bekommen und Goodbye, Lenin online angeschaut, der dann tatsächlich der deutsche Film mit englischem Untertitel war :)
Zum Abendessen war ich dann bei Rose und Bob eingeladen und anschließend haben wir dann noch ein Lagerfeuer gemacht, das war wirklich schön. Hier wird aber so ein Lagerfeuer als Müllverbrennung mitbenutzt, weil man sowohl Plastiktüten als auch Tetrapaks hervorragend verschüren kann...

Ansonsten hab ich mich ziemlich gut eingelebt hier, ich hab aber immer noch Momente wo ich am liebsten nach Toronto fahren würde und den nächsten Flug heimwärts nehmen würde. Die Menschen hier könnten nicht netter sein, jeder kümmert sich um mich, jeder nimmt Rücksicht und jeder versucht mir meinen Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. In der Hinsicht gibts wirklich nichts zu meckern! An die Arbeit werd ich mich wohl nie richtig gewöhnen und wahrscheinlich auch nie den großen Spass dran finden, weil für mein Gefühl der Betrieb einfach zu groß ist und nicht ganz meinen Vorstellungen entspricht. Da die Kollegen aber extrem nett sind, wir das fast wieder wett gemacht und ich sehe die Arbeit einfach als positive Horizonterweiterung, die mir im Nachhinein sicher viel bringt und für die Zukunft hilft.
Ich weiß nicht, ob sich das noch ändern wird, aber im Moment bemühe ich mich, meine Zeit hier so gut wie möglich zu nutzen und zu genießen, hab aber trotzdem die ganze Zeit im Hinterkopf, dass in 5 Wochen die Mädels zu Besuch sind und ich in 12 Wochen wieder nachhause fliegen "darf". Ich bin gespannt, ob ich mich am Ende nur auf Daheim freue, oder ob ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge abreise.

Jetzt genieße ich weiter meinen freien Samstag und hoffe, dass wir morgen shoppen gehen und ich ein paar schöne Sachen finde, was soll ich denn sonst mit meinem selbstverdienten Geld machen ;)
Außerdem werde ich natürlich meine Kamera einpacken, vielleicht gibts dann mal wieder ein paar Bilder.

Bis bald,
Lisa

Samstag, 8. September 2012

Stratford

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Am Besten beim letzten Post. Ich hab immer noch schlimmes Heimweh, aber mittlerweile hab ich so viel geheult, dass ich das nicht mehr ständig mache. Aber bei allem was ich tu, werd ich immer irgendwie an Zuhause erinnert und das tut jedes Mal weh.
Ich fange aber an, mich mit meiner Situation zu arrangieren und beginne, alles als eine "Erfahrung" zu sehen. Allerdings bin ich im Moment sicher, vor Weihnachten heimzufliegen, weil ich das hier nicht pack, auch nicht, wenn meine Familie herkommt oder ähnliches. Aber diese Entscheidung wird erst im November endgültig getroffen.
Ansonsten hab ich jetzt einen völlig anderen Tagesrhythmus. Bin ich den Sommer über immer zum Mittagessen aufgestanden und frühestens um Mitternacht ins Bett, ist es jetzt andersrum. Ich stehe um 5 Uhr auf und gehe dementsprechend spätestens um 8 Uhr ins Bett. Zum Glück muss ich dieses Wochenende nicht arbeiten, und kann mich von der harten Woche ausruhen. Die erste wichtige Erfahrung die ich hier und eigentlich das ganze Jahr über gemacht habe, ist, dass ich arbeiten kann. Wenn ich muss, funktioniert das auch. Ich weiß aber auch, dass ich das nicht mein ganzes Leben lang machen möchte und nun weiß ich auch, warum ich mein Abi gemacht habe und die Chance haben will einem "guten Job" nachgehen zu können.
Heute hab ich nur bis zum Mittagessen gearbeitet (was trotzdem 6,5 Stunden sind) und war dann bei Bob und Rose zum Lunch. Danach sind wir nach Stratford gefahren. Ich habs gegoogelt und es hat 32000 Einwohner und ist die Heimatstadt von Justin Bieber (yeeeeeeeeeeeeeessssssss! :D ). Bis wir dort waren sind wir 20 Minuten einfach gradeaus gefahren. Kann sich das jemand vorstellen? Einfach gradeaus, ohne eine einzige Kurve, die Straße hat sich kein bisschen gewunden, NULL! Auf jeden Fall hab ich mir natürlich was "Größeres" vorgestellt, wurde aber bitter enttäuscht. Manchmal hab ich das Gefühl, die Zeit ist hier vor 30 Jahren stehen geblieben.
Zuerst sind wir zum Shakespeare Theatre, denn Stratford am Avon in Kanada ist natürlich nach Stratford-upon-Avon in England benannt, wo der allseits bekannte und beliebte Schriftsteller Willian Shakespeare geboren wurde.


Dann sind wir Downtown gefahren und ich dachte, dass man da vielleicht mal irgendwas in Richtung Zivilisation finden könnte. Konnte man auch. Aber eben jene Zivilisation vor 30 Jahren. Hm.
Bild gefällig?


Auf jeden Fall hab ich einen Shop gesehen "Mc Leods Scott Store" und hatte gleich Tränen in den Augen :( Stimmts Papa???

Naja, ich hab dann immerhin einen Drugstore gefunden, weil ich was für meine Haare wollte, die unter dem 2x Duschen am Tag ziemlich leiden. Aber die Auswahl war extrem beschränkt. Wie gesagt, Zivilisation vor 30 Jahren. Als Ausgleich wars dann dafür ziemlich teuer :D
Danach musste ich die Townhall bewundern, Rose ist nämlich ganz angetan von Stratford. Ich verstehe aber nicht warum, weil eigentlich hat sie schon richtig viel von dieser Welt gesehen und ich kann Stratford absolut nichts abgewinnen. Aber die Townhall war schön:


Naja. ziemlich unspektakulär.
Nachdem es ja in Stratford nichts mehr zu sehen gab, sind wir in den Supermarkt gefahren und haben eingekauft. Einen Salad to go gibts da übrigens schon für laue 7$...
Ich hab mir Uncle Ben's Fertigreis gekauft, mal sehen, ob das nahrhaft ist.
Unseren Salad to go (ich hatte einen Wrap to go für knappe 3$) haben wir dann am Avon genossen und das war das einzige, was mir richtig gut gefallen hat in Stratford: Der Fluss.



Heute hab ich meine Merkendorfer Oma ziemlich vermisst. Rose ist ungefähr so alt wie Oma und der Trip war wirklich schön, aber mit meiner Oma wärs toll gewesen. Da hab ich wieder gemerkt: Die richtig wichtigen Menschen und Dinge im Leben weiß man erst zu schätzen, wenn sie mal nicht verfügbar sind.

Im Moment ist meine Einstellung die, dass ich alles als eine einzige große Erfahrung sehe, dass ich viel lerne (sowohl sprach- als auch arbeitstechnisch), mich wahnsinnig auf den Besuch meiner Mädels im Oktober freue und Weihnachten in jedem Fall zuhause verbringe und mich meine Familie wenn dann vor Weihnachten besuchen kommt.

Ich denk mal, für den Moment hab ich alles wichtige erzählt.
Machts gut,
Lisa

Samstag, 25. August 2012

Abschiedsparty

Für alle, die es noch nicht wissen: Ich werde kommenden Freitag nach Kanada fliegen. Dort werde ich ein Praktikum machen, über das ich im Laufe der Zeit näher berichten werde. Außerdem versuche ich hier den kanadischen Lebensstil, die Landschaft und meine Erlebnisse vor allem für mich in schriftliche Form zu fassen.
Außerdem will ich natürlich alle Daheimgebliebenen darüber informieren, was die kleine Lisa in Kanada so anstellt (nicht wahr, Papa??).
Die Kommentarfunktion ist so eingestellt, dass jeder kommentieren kann, über Feedback oder einfach nur liebe Grüße freue ich mich natürlich wahnsinnig!

Jetzt beginne ich also diesen Blog mit einem kleinen Bericht über meine, ebenfalls kleine, Abschiedsparty gestern.
Ich hab mich gefreut, dass alle wichtigsten Menschen da waren, auch wenn ich einige nochmal sehen werde, bevor ich mich auf den Weg mache.
Über die sehr lieben Geschenken (an denen man grundsätzlich merkte, dass sich jeder Gedanken gemacht hat (hustFresskorbhust)) hab ich mich extrem gefreut!
Von "meinen Mädels" hab ich zwei Bücher bekommen.
In dem einen hat jeder der Anwesenden aufgeschrieben, was er mir wünscht, oder was er vermisst, manchmal auch, was derjenige sich selber wünscht, es waren keine Grenzen gesetzt.
Das Andere ist noch tabu für mich, das darf ich anscheinend etappenweise in Kanada weiterblättern. SPANNUNG!

Ich hab euch lieb!

 (Wunderkerzen, keine Molotowcocktails...)

Danke für den schönen Abend.