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Samstag, 13. April 2013

Es bleibt spannend...

... mein Jahr ohne festen Plan!

Ich fühl mich schon fast ein bisschen schlecht, weil ich so lang nichts mehr von mir hören hab lassen, aber irgendwie bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich den Blog hier nicht doch langsam albern finde.
Ich seh ja, dass fast niemand mein Geschreibsel liest, aber irgendwie machts mir Spaß und irgendwann werd ich mich dran erfreuen, das weiß ich.
 
Das Beste zuerst: Ich hab meinen Blog als Buch gebunden geschenkt bekommen! Das Buch reicht bis zum Fazit-Eintrag aus Kanada, ist wie ein Taschenbuch gebunden, hat super Qualität und ich könnt jeden Tag drin blättern. Aber ich machs nicht, weil ich dann immer so wehmütig werd. Danke Mama und Papa!
 
Ansonsten hat sich viel getan zum letzten Eintrag:
Ich arbeite nachwievor in Niederbayern und langsam gewöhne ich mich an den Dialekt. Der ist einfach irre, nennen wir das Kind beim Namen.
Dagegen ist Fränkisch echt schon einfach.
Wie auch immer, ich bin mittlerweile vom Praktikant zum Angestellten aufgestiegen. Das ist schon in der Hinsicht hervorragend, dass ich ja Zalando am Leben erhalten muss und das wirklich Geld kostet. Wir reden hier schon von Summen…
 
Die Arbeit macht mir immer noch Spaß, aber ich gerate mehr und mehr ins Grübeln, ob ich das „mein Leben lang“ machen will. Sicher kann man nichts für eine derartige Zeitspanne entscheiden, aber irgendwie… Ich muss es ja im Moment zum Glück nicht entscheiden, trotzdem beschäftigt es mich irgendwie.
Ich freu mich immer noch aufs Studium und im Moment stört mich etwas, dass der Spaß dreieinhalb Jahre dauern soll, weil ich so viel mehr Pläne hab, die ich umsetzten will!
 
Der nächste Schritt ist aber hoffentlich ein Praktikum in Dänemark. Ich hatte mich bei einem Betrieb beworben, eine Absage kassiert und mich damit arrangiert. Ich hätts eben nächstes Jahr nochmal probiert. Auf unerwartetem Wege hab ich jetzt aber höchstwahrscheinlich doch die Möglichkeit ein Praktikum zu machen. Ich werde, wenn alles nach Plan läuft, im August irgendwo in Dänemark vier Wochen arbeiten können und ich freu mich schon total!
Im Prinzip sind die Erwartungen wie vor Kanada: Ich will Dänemark und Dänen kennen lernen, mir doch egal, wie die ihre Schweine mästen. Ich weiß aber auch, dass es im Endeffekt anders werden wird. Ich werde viel arbeiten und viel lernen und das ist gut so! Trotzdem werde ich irgendwie versuchen, ein bisschen Sightseeing und Urlaub in Dänemark zu machen. Jetzt muss ich aber erst mal auf eine Zusage warten und dann einen Masterplan schmieden! Das einzige Manko ist natürlich, dass ich im August ziemlich viel daheim verpassen werde. Aber wenn ich im Oktober zu Studieren anfangen werde und viel Zeit daheim verbringen werde, werd ich mich freuen, dass ich die Gelegenheit genutzt habe und nochmal weg war.
 
Im Moment vermisse ich Kanada sehr. Ich sehe und lese viel auf Facebook und es passieren so viele Dinge, die mich an die Zeit dort erinnern. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte die Zeit zurückdrehen und so viele Situationen nochmal erleben. Einfach nur, weils so toll war.
Ich vermiss meine Arbeitskollegen, denn obwohl ich hier in Niederbayern echt einen tollen Chef hab, kommt nichts an die Atmosphäre in Kanada ran: Es war einfach perfekt.
Ich bin immer noch unendlich dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, diese Erfahrung zu machen.
 
Jetzt, nach einiger Zeit, weiß ich auch, welche positiven Effekte ich noch zu verzeichnen habe.
Ich weiß meine Familie viel mehr zu schätzen. Früher waren sie einfach da. Klar, das war gut so, aber es war selbstverständlich. Währen meiner Zeit in Kanada und auch jetzt, wo ich nicht viel zuhause bin, weiß ich mein Zuhause zu schätzen. Ich hab wirklich eine großartige Familie.
Vor allem das Verhältnis zu meiner Schwester hat sich merklich gebessert. Wahrscheinlich hab ich mich gebessert, das trifft es eher. Ich bin bereit, Nagellack und Kleiderschrank zu teilen, wir erzählen uns viel und verbringen mehr Zeit miteinander – ja, wir planen sogar einen Urlaub!
 
Ich hab Englisch lieb gewonnen. Auch wenn ich in einem Eintrag geschrieben habe, dass ich mich auf das Deutsche freue – das Englische hat schon ein bisschen mein Herz erobert. Ich lese englische Bücher, ich versuche fast alle Filme in englischer Sprache zu sehen und denke manchmal englisch. Insgeheim träume ich im Moment davon, einen geeigneten englischen Studiengang zu finden, aber das wird mir in Deutschland leider nicht gelingen. Man kann halt nicht alles haben.

Und last but not least: Ich weiß, auf wen ich zählen kann. Allen voran natürlich mein drei Schönheiten, die extra wegen mir nach Kanada gekommen sind, aber auch einige andere. Die Zeit in Kanada und auch die Zeit jetzt, in der ich wenig daheim bin, zeigt, mit wem ich wirklich Kontakt halten werde.
 
Ich denke mal, das wars jetzt an Neuigkeiten. Ich versuche vielleicht jetzt, öfters etwas von mir hören zu lassen, auch wenn ich wahrscheinlich die Einzige bin, die diesen Eintrag hier liest. Aber darum gehts ja auch nicht.
 
Bis bald,
 
Lisa

Dienstag, 23. Oktober 2012

Reden

... ist Lisas große Spezialität.

Jetzt stellt euch vor, ich hatte einen ereignisreichen Tag und niemand ist da, mit dem ich darüber reden könnte. Ich hab mir nie so richtige Gedanken darüber gemacht, aber immer wenn ich nachhause kam, war jemand da. Egal wann, egal von wo, es war immer jemand da, dem ich die allerneuesten, weltbewegenden Geschichten erzählen kann.
Jetzt erlebe ich jeden Tag die spannendsten Sachen seit Langem (seien wir ehrlich, in der Schule passiert nix Aufregendes) und niemand ist da, den es interessiert. Die Office-Mädels arbeiten, mit meinem Chef kann ich nicht so reden, wie mir der Schnabel gewachsen ist und ... Ja, damit hat sich die Auswahl dann auch schon erledigt. Sicher gibt es Skype, aber man darf die 6 Stunden Zeitverschiebung nicht vergessen, die Verbindung lässt oft zu wünschen übrig und ich mein, was geht über ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht?

Mir fehlt das ziemlich, dass ich mit Mama die neuesten Mädelsgeschichten diskutieren kann, dass ich von meiner Schwester die neuesten Schulgeschehnisse erfahre und dass ich Papa über die Schweinepreise ausfragen kann. Im Endeffekt reicht Skype einfach nicht. Es ersetzt viel, aber es reicht nicht aus.
Was natürlich auch extrem fehlt, sind Gespräche beim Essen. Aber darüber hab ich ja schon geschrieben.

Bis bald,
eure Lisa

Montag, 22. Oktober 2012

Essen

"Essen wie Gott in Frankreich."

Essen wie Gott in Franken!!!

So siehts aus. Dass in Franken das Essen am Besten schmeckt, darüber sind wir uns ja einig, also war es auch klar, dass mich Kanada nicht wirklich überzeugen würde.
Naja, es hat ganz gut angefangen, es gab immer einfache Sachen, das ist ja vollkommen okay und man kann nicht viel falsch machen. Die meiste Zeit ess ich ja aber sowieso alleine. Im Restaurant die Burger sind superspitzenklasse und Fast Food meide ich überall auf der Welt.
Bis es dann das erste Mal Wurst gab. Also Bratwurst. Ich war natürlich total euphorisch, Bratwurst, das kann ja nur gut sein.
Haha, denkste Puppe! Die "Bratwurst" ist dick, so dick wie Stadtwurst und so lang wie drei Bratwürste. Das wäre ja noch kein Problem, außerdem hat sie aber auch noch die Farbe einer alten Weißwurst und den Geschmack... Naja, lassen wir das.
Die wird dann "gebraten". Das heißt, man kippt so viel Fett in die Pfanne, bis die Wurst (dick wie eine Stadtwurst, wir erinnern uns) schwimmt. Und dann frittiert man die praktisch. Man nennt es aber Bratwurst.
Zu allem Überfluss wird eine Wurst für 8 Personen gebraten (ganz ehrlich, ich mach grundsätzlich vor oder nach Essenseinladungen daheim Brotzeit, sonst würde ich nie satt werden, wieso haben die hier keinen Hunger?!) und dann in Stücke geschnitten.
Wer mich kennt, weiß ja dass ich ... nennen wir es explosiv bin und ich muss immer meine gesamte Selbstbeherrschung aufbringen, dass ich ganz relaxt in der Küche sitze und bei dem Bratwurst-Massaker zuschau. Wie gern würd ich aufspringen, die Wurst retten!
Naja, das Ganze schmeckt dann wie halb gekochte, halb frittierte Wurst, aber ganz bestimmt nicht, als wäre sie durch. Die Arme...
Dementsprechend darf man bei den Beilagen nicht sparen (also beim Essen fassen, gekocht wird immer so, dass alles aufgegessen wird. Meine Güte, macht mir das Angst!). Es gibt immer (IMMER!) Stopfer. Aber ohne Muskatnuss. WTF? Mama meinte, sie schickt mir eine Muskatnuss, aber ganz ehrlich, den Banausen ist nicht zu helfen! Dazu gibt es dann Salat. Der schmeckt halt wie.. Salat. Aber der Clou dabei ist, dass man hier fertiges Dressing verwendet. Aus der Tube!!
Ganz ehrlich, ein aufwändiges Dressing kostet mich 3 Minuten und wenn ich keinen Bock hab, gibts Salz, Pfeffer, Essig und Öl. Nein, wir brauchen Dressing aus der Tube.
Und der Abschuss ist dann, dass das Essen eine festgelegte Reihenfolge am Tisch befolgen muss. Angenommen, ich beginne mit dem Stopfer, geb ich ihn an die Person links von mir, die ihn dann an die Person links von ihr gibt, usw. Also alles muss nach links weitergegeben werden. Wie krank ist das bitte?!?!

Dass ich mich auf das Essen zuhause freu, war klar, deswegen gibts dazu keinen "What I miss..."-Post, aber dass es so exrem wird?
Wenn ich allein ess gibts meistens Nudeln oder Nudeln, manchmal mach ich mir aber auch Nudeln. Ansonsten Toast (ich will BROOOOOT!) mit Butter oder gekochtem Schinken oder Frischkäse. Mein Hauptnahrungsmittel sind aber wahrscheinlich Cookies. Ungelogen, ich hab noch niemals so geniale Cookies gegessen! Die gibts nur in der einen Supermarktkette und die sehen aus, als würden die die da backen und direkt verpacken. Kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber sie haben keinen Markennamen und nichts dergleichen. Auf jeden Fall sind sie einfach göttlich!

Das wars zum Thema Essen, ich hoffe, ihr wisst unser schönes, gutes, erstrebenswertes, mittelfränkisches Essen jetzt noch ein bisschen mehr zu schätzen!!

Bis bald auf eine gute, fränkische Bratwurst,
eure Lisa

Samstag, 20. Oktober 2012

Weihnachten

Zurzeit hab ich echt eine super Zeit hier, das merkt man wahrscheinlich auch meinen Blogposts an.
Woran das liegt brauch ich ja jetzt nicht zum 4518. Mal erörtern.

Wie manche vielleicht wissen, bin ich passionierter Blogleser. Wenn ich mich dann bei schönen Blogs bis zu den Posts von letztem Weihnachten durchklicke und lese "Habt ein schönes Fest mit euren Liebsten", "Genießt es, eure Familie um euch zu haben", etc. pp. dann durchfährt es mich immer, ich vermisse meine Familie ganz furchtbar und bin im selben Moment einfach unglaublich erleichtert, dass ich zu Weihnachten heim komme und alle ganz bald wieder in die Arme nehmen darf.
Ich weiß nicht, wie es andere so einfach schaffen, ohne ihre Familie zu sein, mir fällts unglaublich schwer.

Friday's Update

Wie der Post-Titel es schon sagt folgt heute keine interessante Geschichte oder Ähnliches, ich will einfach nur meinen Blog auf den neuesten Stand bringen - wir dürfen ja nicht vergessen, dass ein Blog auch nur ein Online-Tagebuch ist.
Am Donnerstag - also gestern - hab ich meine erste, richtige 11 Tage Arbeitswoche beendet. Die zwei Male davor hab ich jeweils einen Tag off gehabt, aus welchen Gründen auch immer. Und die Woche war hart! 11 Tage am Stück um 5 Uhr aufstehen und jeden Tag echt arbeiten! Es ist ja nicht so, als wüden wir am Wochenende nur füttern... Nein, das wäre Luxus!
Am Donnerstag war ich dann echt am Ende meiner Kräfte. Die ersten beiden Stunden bis zum Frühstück waren okay, aber die Zeit von Frühstück bis Mittagessen zog sich wie Kaugummi und jedes Bücken wurde zur Qual, weil ich mich mit meinem ganzen Willen zwingen musste, mich wieder aufzurichten anstatt mich einfach zu den Ferkeln zu legen und ein Ründchen zu schlafen ;)
Nach dem Mittagessen wurde es dann wieder besser, aber als ich dann um 3 Feierabend gemacht hab, bin ich unter die Dusche und dann (nach kurzer Brotzeit) auf direktem Weg ins Bett.
Nach 2 Stunden im Bett fühlte ich mich dann wieder einigermaßen unter den Lebenden. Also ich muss sagen, 11 Tage sind hart. Keine Ahnung, wie eure Arbeitszeiten so sind, aber das ist meiner Meinung nach schon ein bisschen grenzwertig.
Deb aber zum Beispiel hat mir erzählt, dass sie, als sie hier am Betrieb angefangen hat, am Anfang 26 Tage durchgearbeitet hat. Könnt ihr euch das vorstellen?! Nein? Ich auch nicht.
Und dann hab ich gestern begonnen, mein Weekend off ausgiebig zu genießen. Ich hab mir meinen Bagel mit meinem restlichen Käse überbacken, 2 Tassen heiße Schokolade getrunken und dann in aller Ruhe bis halb 9 (in Worten: halb Neun!!! Die letzten 11 Tage bin ich um 7 Uhr ins Bett) im Internet gesurft. Heute früh hat dann mein Wecker um 5 Uhr geklingelt, weil ich vergessen hab, ihn auszuschalten..... Trotzdem hab ich aber noch weitergedöst und war bis 10 im Bett gelegen. Meine Güte war das schön!
Danach hab ich in Ruhe gefrühstückt und mich dann auf mein Sofa gesetzt. Da war ich dann gesessen... und gesessen... und dann wars 5 :D Ernsthaft!
Dann war ich bei Bob und Rose zum Essen und jetzt bin ich hier - auf meinem angestammten Platz auf dem Sofa ;)
Morgen werd ich aber mein Wochenendhighlight in Angriff nehmen - Lebensmittel einkaufen! Danach wartet aber die Couch :D Wahrscheinlich ist der Platz durchgesessen, wenn ich wieder abreise ;)
Heute in einer Woche landen die Mädels und ich bin sooooo sooo aufgeregt :) Das wird eine tolle Zeit!

Übrigens war ich am Montag auch schon Lebensmittel einkaufen und - glaubt es oder nicht - ich hab wieder meine Abzweigung verpasst :D Ich bin echt zu doof zu Allem...

Ansonsten gibts keine Neuigkeiten, die nächsten paar Tage werd ich in höchster Vorfreude verbringen, ich werd nur 4 Tage arbeiten und dann - UND DANN! - gehts los :D

Bis bald,
eure Lisa

Sonntag, 14. Oktober 2012

What I miss...

Das wird nur ein halber "What I miss..."-Post, ich hab einfach von allem ein bisschen was zu erzählen.
Eigentlich hat sich seit dem letzten Eintrag nichts getan, aber irgendwie doch.
Ich bin mitten in meiner 11 Tage Arbeitswoche und ich gewöhne mich immer besser dran. Am Freitag bin ich um halb 5 aufgewacht, weil ich ausgeschlafen war. Klar, ich wollte nicht aufstehen und war noch nicht wirklich motiviert, aber ich war ausgeschlafen, ich hatte genug Schlaf. Das ist doch ein super Fortschritt oder? Auch sonst mache ich viele Fortschritte: Ich darf im Stall immer mehr selbstständig arbeiten, ich lerne immer neue Sachen, die ich manchmal gut finde, meistens aber nicht so schön sind (Einzelheiten werd ich auf dem Blog aber nicht nennen, ich hab sowieso keine Ahnung, wer von euch an "Schweinarbeit" interessiert ist ;)). Mit den Kollegen komme ich super klar und mittlerweile fühle ich mich echt dazugehörig. Das funktioniert also echt super!
Im Moment hab ich auch wieder eine Phase (vielleicht ist es aber auch keine Phase, ich weiß nicht), in der mir die Stallarbeit echt Spass macht. Zwar ist es irgendwann nervig, wenn man jeden Tag die gleichen Arbeiten verrichtet, aber trotzdem entwickel ich irgendwie Spass dran. Vielleicht denk ich das aber auch bloss heute, weil ich gute Laune hab...
Ansonsten bin ich am Wochenende viel allein, aber ich fühl mich nicht mehr so einsam wie am Anfang. Ich weiß nicht, ob das auch an meiner guten Laune liegt, oder ob das wirklich so ist. Wie auch immer. In weniger als 2 Wochen darf ich meine Mädels vom Flughafen abholen und ich bin schon sooo aufgeregt! Diese Woche hab ich ein Hotel gebucht und jetzt bin ich dabei, Pläne zu erstellen, was wir alles sehen müssen und was wir alles unternehmen können. Ich glaub, es wird eine echt schöne Zeit und ich freu mich schon richtig drauf! (Endlich mal wieder ein paar Tage am Stück Deutsch sprechen...)
Gestern waren wir schon um 9 im Stall fertig und ich hab mich dann ganz meinem "Lazy Saturday" gewidmet. Ich hab Nudeln gekocht, hab geskypt und mich dann einfach auf die Couch gelegt.
Dann hab ich mich um halb 7 von der Couch ins Bett bewegt und war schon richtig in "Schlafstimmung", als um kurz vor 7 Jeff gekommen ist und mich eingeladen hat, weil es anlässlichs Bobs Geburtstag noch Eis und Kuchen gibt. Also bin ich wieder aus dem Bett gestiegen und bin im strömenden Regen mit Little Green zu Jeff und Erin rüber gefahren. Da hats dann Eis und ekligen Schokokuchen gegeben und ich hab mit Emily, Renee und David ein Brettspiel gespielt. Das war eine Mischung aus "Sorry" und "Mensch ärgere dich nicht" und beim ersten Mal hab ich prompt haushoch verloren. Wer mich kennt, weiß, was für eine miese Verliererin ich bin. Also haben wir nochmal gespielt und ich hab glücklicherweise gewonnen :D Und dann hab ich das Klavier entdeckt. Ooooh war ich aufgeregt :) Eine Enkelin von Bob und Rose hat gespielt und dann meinte Bob, dass doch jetzt ich mal spielen soll. Aus dem Stegreif kann ich nur "Die fabelhafte Welt der Amelie" und das hab ich dann gespielt und - Ach du meine Güte - ich habs so vermisst. Ich hab mir mein Klavier hergewünscht und meine Noten. Es war echt ein schönes Gefühl. Zwar wars blöd, dass ich die ganze Familie um mich rumstehen hatte, sowas nervt, aber in dem Moment hab ich mein Klavier und die Musik echt vermisst. Und jetzt schon wieder ;)

Zur Zeit gehts mir also richtig gut, ich freue mich nachwievor sehr auf Daheim, aber ich kann jetzt die Zeit hier auch so richtig genießen, ich lerne viel Neues kennen und mache tolle Erfahrungen.

Bis bald,
Lisa

Freitag, 5. Oktober 2012

Offizieller Kanada-Song

Nachdem das Lied immer, wirklich IMMER erklingt, wenn ich hier den Radio einschalte (sprich meistens beim Autofahren) hat es sich zum absoluten Kanada-Lied entwickelt. Und ich liebs! Ich genieße meine Zeit hier jetzt richtig und hoffe, in den weniger als zweieinhalb verbleibenden Monaten noch viele weitere tolle Erfahrungen machen zu können! Mich reut es wirklich enorm, dass ich die Familie schon vor Weihnachten verlassen will/muss. Wäre Heiligabend nicht im Weg, könnte ich mir mittlerweile eine längere Zeitspanne vorstellen. Aber nicht über Weihnachten. Never ever! Und nein, ich bereue weder meine Planung noch meine nachfolgenden Entscheidungen. Finde ich jetzt noch einen richtigen Job für nächstes Jahr ist alles perfekt. Besser könnte es nicht sein!

Jetzt das Lied:



Alles Liebe,
Lisa

Edit: Da ich jetzt herausgefunden habe, dass die andere Version in Deutschland nicht verfügbar ist, hab ich das jetzt geändert.

Samstag, 29. September 2012

Fazit: 4 Wochen

Gestern vor 4 Wochen bin ich in Toronto gelandet und hier angekommen und seitdem hat sich ziemlich viel getan, finde ich. Die erste 3 Tage waren wie im Traum und ich hab irgendwie noch gar nicht realisiert, worauf ich mich eigentlich eingelassen habe.
Ich bin Freitag gelandet und am Sonntag hab ich das erste Mal festgestellt, dass mir meine Familie fehlt. Ab diesem Zeitpunkt ist es steil bergab gegangen und ich dachte, ich müsste sofort nachhause fliegen, weil ich das Heimweh nicht packe.
Ich habe dann für mich beschlossen, dass ich Weihnachten, Neujahr und meinen Geburtstag nicht ohne meine Familie und meine Freunde verbringen will und hab ich meinen Flug umgebucht. Ich habe oft gehört, dass es wahrscheinlich nur eine Reaktion des Heimwehs ist und dass es übertrieben ist, den Flug sofort umzubuchen, aber auch jetzt bin ich noch fest davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung ist.
Ich habe auch gelernt, dass man unterscheiden muss. Anfangs dachte ich immer, dass es keine Rolle spielt ob man zum Schüleraustausch ins Ausland geht, als Au-pair oder ob man "richtig" arbeitet. Damit meine ich, dass ich für mich selbst verantwortlich bin, nicht in einer Familie lebe und auch nicht wie ein weiteres Kind behandelt werde. Das ist ein Riesenunterschied. Kommt man nämlich in eine Familie, wird man automatisch in alle Aktivitäten miteinbezogen und auch wenn ich weiß, wie anstrengend Babysitting sein kann, ist Au-pair im Endeffekt keine wirklich harte, körperliche Arbeit.
Ich wohne alleine, ich kaufe meine Lebensmittel selbst ein, ich bin allein beim Frühsück und beim Abendessen. Außerdem arbeite ich hart in einem Beruf, von dem ich eigentlich wenig Ahnung habe. Ich denke, dass das auch einer der Gründe war, warum mir die ersten paar Tage so schwer gefallen sind.
Die negativen Dinge hab ich jetzt ausführlich genannt, sie sind an manchen Tagen schwer zu ertragen für mich, aber trotzdem überwiegen mittlerweile die positiven Aspekte.
1. Ich hab sehr nette Arbeitgeber. Rose und Bob sind, wie gesagt, ungefähr so alt wie Oma und Opa und kümmern sich gut um mich. Ich bin ab und zu zum Abendessen eingeladen und wenn ich in irgendeiner Angelegenheit Hilfe brauche (wir erinnern uns an meine Nadelverletzung), kann ich immer auf sie zählen. Auch ihre Söhne und die dazugehörigen Familien sind sehr nett zu mir und nehmen mich immer gut auf.
2. Meine Arbeitskollegen sind tolle Leute, die Stimmung ist hervorragend und die meisten Scherze sind ganz nach meinem Humor. Bis jetzt (ich hoffe inständig, das bleibt so) musste ich noch keine harten Arbeiten wie Stallwaschen etc. machen. Es wäre auch nichts, dass mir wirklich was helfen würde, wenn ich es könnte. Ich gewöhne mich immer mehr an die Arbeit und lerne, mit den Gegebenheiten umzugehen (2x pro Tag duschen, Mittagessen im Lunchraum, Arbeitsbeginn 5.30, ...).
3. Ich weiß jetzt, dass ich Landwirtschaft studieren will, ich weiß, wo ich studieren will und ich weiß, warum ich mein Abitur gemacht habe. In Ontario (vielleicht in ganz Kanada, das weiß ich nicht) gibt es so viele Menschen, die für nicht gerade hohe Löhne arbeiten. Da die Infrastruktur hier in der Gegend (meine Ausdrucksweise ist eigentlich nicht treffend, die Gegend von der ich spreche ist 2x so groß wie Deutschland...) ist praktisch nicht vorhanden und deswegen ist das Jobangebot auch überschaubar. Vom Fastfoodrestaurant über verschiedene landwirtschaftliche Berufe bis hin zum Truckfahrer. Und dann hat sich das Ganze auch schon erschöpft.
Ich will später einmal die Gelegenheit haben, genügend Geld zu verdienen, um mir einen guten/hohen Lebensstandard zu sichern und um irgendwann später meinen Kindern dieselben Möglichkeiten zu bieten, die ich hatte/habe. Ich denke, das ist etwas, das ich - wäre ich in Deutschland geblieben - nie so richtig realisiert hätte. Die Menschen, die hier einen hohen Lebensstandard haben sind übrigens meistens die Inhaber der Farmen, also die Bauern. Sie sind in Ontario auch die Berufsgruppe mit dem meisten Ansehen. Wer hier Farmer ist, ist automatisch in der Gesellschaft akzeptiert. Ganz beliebt ist übrigens das Schild "Farmers feed Cities". Finde ich sehr treffend.
4. Ich verbessere mein Englisch. Eigentlich war die Sprache eine meiner Sorgen, weil mir ein gewissen Englischlehrer in der Oberstufe nicht gerade die besten Noten gegeben hat und ich mich an kein Lob oder Ähnliches erinnern kann. Hier sind alle begeistert von meinen guten Englischkenntnissen. Ihr merkt also, Lehrer sind nicht immer objektiv ;) Ein paar Vokabeln hab ich schon dazugelernt, und ich hoffe, dass es noch mehr werden und ich am Ende der Zeit hier mein Englisch so weit verbessert habe, dass ich jede Art von Unterhaltungen ohne Einschränkung führen kann. Mal sehen, ob das klappt.
5. Ich lerne Kanada kennen. Für mich war Kanada immer ein Land, von dem ich zwar wusste, wo es liegt, aber von Nordamerika haben mich immer bloss die Staaten interessiert. Jetzt wo ich hier bin, merke ich, dass es hier völlig anders, aber trotzdem schön und sehenswert ist. Die Natur und die endlose Weite sind etwas, dass ich froh bin, erleben zu können, von dem ich aber auch weiß, dass ich die "Enge" Mittelfrankens vorziehe. Meine eventuellen Auswanderungsgedanken, die ich in akuten Fernwehzeiten hatte, sind jetzt übrigens auch gecancelt ;) Die Menschen hier lieben ihr Land und als ich letztens das Sozialsysten kritisierte, wurde sofort verteidigt, obwohl es offensichtlich ist, dass sie kein besonders gutes System haben. Außerdem fällt die erwähnte Kanada-Flagge auf. Die "Städte" hier sind alle ein bisschen rückständig, machen jedenfals keinen sonderlich modernen Eindruck und kommen an deutschen Standard nicht heran. Als nächste bin ich natürlich auf Toronto gespannt und neugierig darauf, wie diese Stadt so drauf ist.

Mein Fazit nach 4 Wochen fällt also alles in allem sehr positiv aus. Mein Heimweh war eine schwere und eher tränenreiche Erfahrung aber im Endeffekt positiv, da es mir zeigt, wie sehr ich an meiner Familie, meinen Freunden und meiner Heimat hänge. Das war mir vorher nicht so extrem bewusst.
Ich hoffe, dass die nächsten paar Wochen spannend bleiben und ich im Dezember glücklich, gesund und mit vielen positiven Erfahrungen wieder nach Hause zurückkommen kann.

Bis bald,
Lisa

Freitag, 28. September 2012

What I miss...

Meine Schweser:
Kathi und Ich haben eigentlich noch nie so richtig viel miteinander unternommen, aber sie fehlt mir sehr und hab vor, das zu ändern, wenn ich wieder Zuhause bin.


Was ich vermisse ist aber eine andere Sache: Wenn ich von der Schule heimgekommen bin oder gefrühstückt hab,  saß Kathi immer neben mir. Manchmal/Oft war ich tierisch genervt von dem Geräusch, das ihr Buch machte, wenn sie umblätterte (sorry.), aber es war immer jemand da. Unterhalten wollte sich keiner von uns beiden, aber nicht alleine sein war schön.

Wenn ich Fernseh geschaut habe, hat sie meistens einen Sprung ins Zimmer reingeschaut und ein paar Minuten oder länger mitgeschaut. Manchmal war ich genervt, weil ich damals der Überzeugung war, dass ich alleine sein viel besser finde (sorry.). Jetzt weiß ich das zu schätzen. Schaue ich hier Fernseh bin ich immer allein. Ich wünsch mir oft, dass sie jetzt zur Tür reinkommt und sich neben mir auf die Couch pflanzt und dumme Fragen stellt/unnötige Kommentare macht.

Egal was ich hier anziehe, niemanden interessierts. Hab ich daheim mal wieder irgendwas Unmögliches an oder zu viel Parfüm/Make-up etc. kann ich mir sicher sein, dass Katharina mich darauf hinweist. Was hab ich mich darüber schon amüsiert. Hier interessierts keinen, ich bin ja das Mädchen aus Deutschland, vielleicht sind die dort so?

Ihr seht also, kleine Schwestern sind nicht so unnütz wie man vielleicht denken könne. Ich vermisse meine sehr und hoffe, dass wir, wenn ich zurück bin, viel mehr Zeit miteinander verbringen als früher.

Sonntag, 16. September 2012

Lake Huron

Heute ist Sonntag. Und da ich ja schon in Deutschland dazu geneigt habe, Sonntage ungenutzt verstreichen zu lassen, betreibe ich das hier natürlich in Perfektion. Hindert mich ja niemand. Man muss aber dazu sagen, dass ich dieses Wochenende gearbeitet habe. Das ändert die Sache natürlich gewaltig. Ich hab mich also heute morgen mal wieder um 5 Uhr aus dem Bett gequält, was bei Kälte und Dunkelheit echt nicht schön ist und mich in den Stall geschleppt. Gott sei Dank waren aber Wayne und Traci heute auch müde, also mussten wir uns nicht unterhalten oder sowas.
Zu Mittag hat es dann die aufgewärmten Spaghetti von gestern mit Soße ausm Glas gegeben, was ich wirklich lecker finde und ich hab beschlossen, dass ich mich beim nächsten Lebensmitteleinkauf, der für Montag geplant ist, nach weitern Soßen umsehe. Außerdem brauche ich eine neue Packung der besten Schokoladenplätzchenwhatever, die ich je gegessen habe (ein Bild folgt) und irgendeine Art von Belag für meinen Semmel zu Mittag. Ich hoffe also, dass ich morgen Nachmittag Little Green benutzen kann.
Danach hab ich dann beschlossen, dass mein Ziel für heute ist, den Blogeintrag über Lake Huron zu schreiben. Da wars 12 Uhr. Und jetzt ist 4. Und ich schreibe den Post jetzt nur, weil ich in einer Stunde bei Rose und Bob zum Supper eingeladen bin. Merkt ihr was? Ungenutzte Sonntage...

Nun aber zum eigentlichen Thema: Als ich gestern nachm Stall in die Küche kam, war Bob grade da und schlug mir vor, dass wir doch später zum Lake Huron fahren könnten, auf den ich wirklich schon gespannt war. Ich sagte natürlich ja! Aus später wurde dann 4 Uhr und wir haben auf dem Weg dahin noch Bobs Schwester mit ihrem Mann abgeholt (auch beide über 70...). Zum See braucht man ungefähr 40 Minuten, aber das lohnt sich wirklich. Wenn mans nicht weiß und nicht aus einer Seen-Gegend kommt, könnte man Lake Huron wirklich für das Meer halten. Gestern war strahlender Sonnenschein (bei ziemlicher Kälte, aber das sieht man ja auf Bildern nicht) und es war ein atemberaubender Ausblick!!
Zuerst sind wir zu einem Aussichtspunkt gefahren, den Bobs Schwager kannte und von wo aus der Blick wirklich toll war! Anschließend sind wir an den Strand gefahren und dann ein bisschen an der Promenade entlang. Das Ganze war aber "Wandern mit dem Auto", weil Bobs Schwester ziemlich schlecht zu Fuß ist. Ich hatte natürlich nichts dagegen ;)
Zum Schluss waren wir dann noch im Burger-Restaurant essen. Ich vergesse immer, dass Nordamerikaner Burger ja wirklich gern essen. Und damit meine ich sicher nicht die Teile von McDonalds und Konsorten! Es war sehr lecker, aber mich ca. 12$ pro Burger auch ziemlich teuer.
Ich war am Ende des Tages wirklich total kaputt und hätte heimwärts im Auto fast geschlafen, wäre da nicht der tolle Sonnenuntergang und die tolle Landschaft gewesen.
Jetzt lasse ich aber endlich mal die Bilder sprechen:







Sieht toll aus, oder? Im Sommer zum Baden stell ich mir die Lokation wirklich toll vor!
Die dazugehörige Stadt war natürlich (wie nicht anders zu erwarten) ein Kaff, an dem das Interessanteste war, dass letztes Jahr ein Tornado eine Straße verwüstet hat...

Langsam bekomme ich doch Sehnsucht nach Zivilisation. Und ich, der größte Gegner unseres Provinzkaffs Gunzenhausens, weiß die Möglichkeiten dort endlich zu schätzen. In der Hinsicht hilft mir dieser Aufenthalt auf jeden Fall!

Alles Liebe,
Lisa

Dienstag, 4. September 2012

Samstag, 1.9.12


Nachdem mich in der Nacht eine blöde Fliege geärgert hat (JA, die gibt’s auch hier!), bin ich um 7 Uhr aufgestanden und hab Toast gefrühstückt. Mit undefinierbarer Marmelade, war aber gut.

Danach hab ich den Blogeintrag über den Flug geschrieben und hab anschließend Rose beim Frühstück Gesellschaft geleistet. Sie wollte ganz genau wissen, wo ich wohne und alle möglichen Details über meine Familie. Danach sind wir zum Grocery-Store (Lebensmittelgeschäft) gefahren. (Ich tu hier auch was für EURE Vokabeln, falls ihr das merkt :D)

Auf dem Weg dahin haben wir an ihrer Kirche gehalten, Rose ist nämlich ebenfalls protestantisch. Vorne auf der Kirche stand sogar auf Deutsch wann­­ sie erbaut wurde, und wie sie heißt.

Danach waren wir im Big House, also im alten Farmhaus, wo ich leben soll. Blöderweise war noch nix vorbereitet, aber Erin meinte, dass ich am Sonntag oder am Montag einziehen kann. Danach gab es Mittagessen und anschließend war Jeanette mit ihren 2 Kindern und deren Cousins da und haben mich dann eingeladen mit zu ihnen nach Hause zu kommen und den Pool auszunutzen. Das hab ich mir natürlich nicht zweimal sagen lassen.  Sie haben in ihrem Garten einen riesen Pool (größer als Hildes Pool, für die Insider), der natürlich beheizbar ist. Außerdem hat mir Jeanette das ganze Haus gezeigt und ich LIEBE die kanadische Bauweise. Die bauen nämlich alle Kleiderschränke in die Wand ein und natürlich hat der Kleiderschrank dann auch eine eigene Lampe.

Anschließend nahm mich ein anderer Sohn von Bob und Rose wieder mit zu deren Haus, wo ich nach einer Dusche auch schon das Abendessen serviert bekam. Ihr seht also, wenn das so weiter geht, ist das reiner Urlaub für mich :D

Später gibt es anscheinend noch Peach Pie, wenn ich das richtig verstanden habe.

Natürlich hab ich doch etwas daheim vergessen, nämlich meinen Adapter. Die haben hier komplett andere Steckdosen und ich musste das heute 3x erklären, dass ich einen Adapter brauche. Leider weiß ich weder was Adapter in Englisch ist, noch die Vokabel für Steckdose :D Hat aber trotzdem funktioniert.

 

See you later!