Donnerstag, 13. September 2012

International




Nachdem ich mich gestern wieder einigermaßen gut gefühlt hab, haben mich Bob und Rose mehr oder weniger überredet, mit ihnen zum Barbeque zu kommen. Ein Freund/Bekannter von ihnen hatte nämlich Südafrikaner zu Besuch und ein Anderer Ukrainer oder irgendwie so. Ganz bin ich nicht durchgestiegen, ich weiß nur, dass auf dem Fest am Ende Leute aus aller Herren Länder waren und dass es hochinteressant war. Das Grillen fand auf einem wunderschönen Grundstück statt. Es gab ein hübsches Haus, einen gepflegten Garten und einen Schwimmteich (Hallo, Mama!) und war wirklich ansprechend gestaltet. Das Essen war okay, aber natürlich nicht mit deutschem oder gar Papas Gegrilltem vergleichbar.
Aber die Gesellschaft war unvergleichlich! Nachdem ich mich zuerst mit einem Schweinebauern auf Deutsch unterhalten hab, der ursprünglich aus Heidelberg stammt, hab ich mit einem Holländer über den FC Bayern und die Championsleague gefachsimpelt. Im Anschluss hab ich mit der netten Südafrikanerin über Auslandsaufenthalte geplaudert, die ein paar Worte Deutsch sprach, weil sie ein Jahr lang in diversen Austauschfamilien in Deutschland gelebt hat. Danach hat mich ein Kanadier über deutschen Schnaps und deutsches Bier aufgeklärt und zuguterletzt hab ich Japaner/Chinesen kennen gelernt, die - NATÜRLICH - schon in Nürnberg den Christkindlesmarkt besucht und Drei im Weggla gegessen haben.
Ihr seht: Es war der Wahnsinn! Ich war schlichtweg begeistert.

Heute Morgen war ich dann natürlich (als um 5 Uhr mein Wecker klingelte) dementsprechend immer noch müde und geschafft. Ich hab dann bis 10 Uhr gearbeitet und heute viel gelernt! Dazu hab ich mich auch obligatorischerweise zwei Mal geduscht. Dann hatte ich Break bis 12.30 Uhr und hab in der Zeit was gegessen und mit meinen Eltern und Kathi geskypt ♥
Anschließend bin ich mit Jeff und Little Green (das Auto) zu einem anderen Stall gefahren und hab dort wieder zwei Mal geduscht. Sauberer geht nicht!!!

Das beste Erlebnis heute war aber, dass ich Autofahren durfte. Allein das wäre ja ein Grund zur Freude, weil ich Autofahren extrem vermisse. Der Hammer aber war, dass ich Little Green fahren durfte. Das heißt, einen gefühlt 100 Jahre alten (in Wirklichkeit ist er glaub ich 14 Jahre alt) grünen Toyota mit 80 Sachen über die Schotterpiste jagen. That was fun!!

Bis bald,
Lisa

Mittwoch, 12. September 2012

Krank

Ja, ich bin krank. Herzlichen Glückwunsch hätt ich gesagt. Ich tippe mal auf Überanstrengung gepaart mit irgendwelchen ganz bösen Magen-Darm-Viren, alles weitere erspar ich euch.
Deswegen hatte ich jetzt 2,5 Tage Zwangsurlaub, was natürlich schlechter ist als arbeiten, weil ich so endgültig vereinsame. Naja, ich hab mich mit meinen Büchern vergnügt, dann gings schon. Heut bin ich trotzdem mit Rose zum Lebensmitteleinkauf und hab mir außerdem ein paar Medikamente gekauft, von denen ich hoffe, dass sie helfen.
Trotzdem hat das Ganze eine ganz schreckliche Logik: In der Zeit nachm Abi hat ja jeder Schüler ein paar Kater zu überstehen und eines der Dinge, auf die ich mich in Kanada gefreut hab, war, dass ich nicht mehr mit grummelndem Bauch und Unwohlsein das Bett hüten muss. Man siehe: Dem ist nicht so! MIST! :D
Mein Rückflug ist übrigens umgebucht, so wie die Dinge im Moment liegen, ist am 15. Dezember wieder mit mir zu rechnen, allerdings ist der Flug jederzeit nochmal umbuchbar und wir werden sehen, wie ich mich entscheide, wenns so weit ist. Im Moment gibt mir das auf jeden Fall ein extrem gutes Gefühl.
Hier sind alle traurig, dass ich unbedingt zu Weihnachten heim möchte, aber jeder verstehts und lädt mich im gleichen Satz ein, doch bei ihnen zu Hause Weihnachten zu verbringen. Ihr seht, nettere Leute findet man in ganz Kanada nicht, da bin ich mir sicher!

Alles Liebe
Lisa

Sonntag, 9. September 2012

Mein Zimmer

Da ich weiß, dass vor allem Mama, Papa und Kathi scharf drauf sind, zu sehen, wo ich jetzt wohn, hab ich heute mal meine 3 Zimmer fotografiert, die ich wirklich allein bewohne und nutze.
Zum einen das Schlafzimmer, mit begehbarem Kleiderschrank, der hier in Kanada aber an der Tagesordnung ist, also wirklich nichts besonderes. Wie ihr sehen könnt hab ich mich noch nicht dazu überwinden können, meinen Koffer auszupacken, ich bin schon froh, dass ich meine Jacken aufgehängt habe....


Ganz besonders hübsch finde ich natürlich die Frisierkommode, die ich mir in weiß auch sofort in mein Zimmer stellen würde und auch die Farbe find ich ziemlich super. Vielleicht hättens aber zwei Wände in dem Ton auch getan.

Danach folgt das "Badezimmer". Warum in Anführungszeichen?? Weil es kein Zimmer ist, sondern höchstens eine Nische. Für eine Person (also mich) reichts aber absolut und vielleicht kriegt man sowas im Winter auch besser warm als ein größeres Bad. Wobei ich in ganz Kanada noch keinen Heizkörper gesehen hab. Wisst ihr, ob die sowas überhaupt haben, oder gibt solche Dinge nur in Deutschland? :D



Absolut sehenswert ist übrigens auch der Gang, die Tapete find ich auch total schick, aber fürs eigene Zuhause wäre die dann sogar mir zu krass.



Mein drittes Zimmer ist dann mein Computer- und Fernsehzimmer (wobei der Fernseher momentan nicht funktioniert). Hier habe ich eine kleine Couch, einen Tisch und einen Sessel, den ich aber erst noch probesitzen muss. Dieses Zimmer war auch deswegen notwendig, weil im Schlafzimmer das Wi-Fi nicht funktioniert und das wäre ja wirklich katastrophal!
Heute morgen hat das Internet nämlich nicht funktioniert und ich war zuerst einem Wutausbruch und dann einem Nervenzusammenbruch nahe! Kurz nach Mittag hat es sich aber umentschieden und funktioniert seitdem einwandfrei. Hier also das dritte Zimmer:



Wie ihr seht hab ich also wirklich ein schönes Übergangs-Zuhause und meine Probleme bestehen nachwievor in Heimweh und Einsamkeit/Abgeschiedenheit. Mit dem geplanten Toronto-Trip in 2 Wochen hoffe ich aber wenigstens die Abgeschiedenheit ein bisschen hinter mir lassen zu können.

Als nächstes werd ich mich an irgendeinem Tag dazu aufraffen, das Haus von außen zu fotografieren und werd das dann online stellen.

Bis dahin.
Lisa

Tractors Reunion

Heimweih.Heimweh.Heimweh.Heimweh.Heimweh.Heimweh.Heimweh.H - Oh, Traci holt mich ab. Gott sei Dank, ansonsten würd ich noch länger still vor mich hinleiden. Sie hat mich also abgeholt und wir sind dann nach Woauchimmer gefahren, waren da zuerst im Pianovations (Musikgeschäft), wo ich einen Flügel und ein Klavier ausprobieren durfte (und Traci und ihre Kinder mit "Die fabelhafte Welt der Amelie" begeistert hab...) und sind danach zur Tractors Reunion.

(Leider ist die Bildqualität miserabel, aber ich hab meine Kamera vergessen -.-).Dabei handelt es sich um eine Ausstellung mit allerelei alten Motoren, mit denen die ersten Siedler ihre Farms betrieben haben. Ziemlich interessant und ein riiiiesen Event, für das die Leute sogar aus den USA anreisen und dort ihre Trailer aufstellen (Wohnwägen, die so groß sind wie so manche Wohnung, die man kennt). Wir haben uns das alles angeschaut und das war eigentlich ziemlich interessant. Man merkt hier übrigens, dass die Kanadier John Deere lieben, es gab einen Fanstand mit allem Drum und Dran und sogar eine Quilt-Decke war ausgestellt, die nur John Deeres zeigte.







 
Es gab außerdem eine Oldtimer-Ausstellung, eine Parade (booooring) und einen Streichelzoo (an dem Traci, die Viecher aller Art liebt, natürlich nicht vorbeigehen konnte). So kam ich also in den Genuss, Truthähne, Pferde und Schafe zu begutachten. Alles Getier, das ich wiiirklich liebe. Nicht.





Ganz zum Schluss waren wir in einem alten Haus, das ganz in Freilichtmuseum-Bad Windsheim-Manier originalgetreu auf dem Gelände wieder aufgebaut wurde. Darin befand sich altertümliche Hauseinrichtung und darunter auch eine alte, wunderschöne Nähmaschine, bei der ich sofort Sehnsucht nach meiner Mama bekam. Dir gefällt sie nämlich auch, stimmts?


Und dann kam der Hammer des Tages. Nachdem Traci und die Kinder ein Stück Pizza gegessen hatten (ich nicht, weil wir bei der TractorsReunion die beeeeeesten Donuts ever gegessen haben - übrigens von Amish-People) sind wir zu ihrem Freund nachhause gefahren und haben den Viechanhänger abgeholt um dann ihre 6 neuerworbenen Ziegen abzuholen. Bei dieser Gelegenheit wurde sie auch ihre 5 Enten los, die sie absolut nicht leiden konnte. Die waren aber auch schrecklich - und haben gestuuuunken -.-
Die Ziegen haben wir bei einer Familie abgeholt - almecht, ich war sprachlos! Heute hatte es so um die 15°C vielleicht und ich hatte eine lange Hose und meine Fleecejacke an und mir war nicht warm. Wir kamen also da an und zuerst sah ich den Sohn. Der war vielleicht 9 und hatte verfilzte Haare - ich will nicht wissen, was da alles drin wohnt. Außerdem uralte Kleidung und dreckig von oben bis unten. Dann kam die Tochter. 16, schwanger, in uralter Jogginghose und durchlöcherten Schuhen. Dan kam der Vater, ebenfalls teils verfilzte Haare, teils Glatze und dreckig von Kopf bis Fuß. Und zuletzt die Mutter. Die schoss den Vogel ab. Sie war barfuß und ihre Zehennägel waren gefühlte 3 Jahre nicht geschnitten worden, dafür aber nachlässig neon-blau lackiert. Sie war stark übergewichtig, hat ausgesehen, als hätte sie ihr Leben lang nur geraucht und gegessen und ein fürchterliches Benehmen. Da ihr das Abholen der Ziegen zu lang dauerte, setzte sie sich kurzerhand auf den Boden und rauchte eine Zigarette. Ich war unfähig mich zu unterhalten oder irgendetwas einigermaßen zivilisiertes zu tun, weil ich absolut geflasht war von diesen Gestalten! Ihr könnt es euch nicht vorstellen. Meine größte Angst war dann natürlich, dass Traci das "normal" finden würde, aber so war es Gott sei Dank nicht! Im Auto hat sie mir erzählt, dass es ihr auch gegraust hat.
Danach hat sie mir noch ihre Mini-Ziege gezeigt (ungefähr so groß wie ein Beagle) und dann hat sie mich heimgefahren. Jetzt mach ich mich auf direktem Weg auf ins Bett, weil ich todmüde bin, und bemühe mich das Heimweh mit ein bisschen Lesen zu vertreiben.

Alles Liebe,
Lisa

Samstag, 8. September 2012

Stratford

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Am Besten beim letzten Post. Ich hab immer noch schlimmes Heimweh, aber mittlerweile hab ich so viel geheult, dass ich das nicht mehr ständig mache. Aber bei allem was ich tu, werd ich immer irgendwie an Zuhause erinnert und das tut jedes Mal weh.
Ich fange aber an, mich mit meiner Situation zu arrangieren und beginne, alles als eine "Erfahrung" zu sehen. Allerdings bin ich im Moment sicher, vor Weihnachten heimzufliegen, weil ich das hier nicht pack, auch nicht, wenn meine Familie herkommt oder ähnliches. Aber diese Entscheidung wird erst im November endgültig getroffen.
Ansonsten hab ich jetzt einen völlig anderen Tagesrhythmus. Bin ich den Sommer über immer zum Mittagessen aufgestanden und frühestens um Mitternacht ins Bett, ist es jetzt andersrum. Ich stehe um 5 Uhr auf und gehe dementsprechend spätestens um 8 Uhr ins Bett. Zum Glück muss ich dieses Wochenende nicht arbeiten, und kann mich von der harten Woche ausruhen. Die erste wichtige Erfahrung die ich hier und eigentlich das ganze Jahr über gemacht habe, ist, dass ich arbeiten kann. Wenn ich muss, funktioniert das auch. Ich weiß aber auch, dass ich das nicht mein ganzes Leben lang machen möchte und nun weiß ich auch, warum ich mein Abi gemacht habe und die Chance haben will einem "guten Job" nachgehen zu können.
Heute hab ich nur bis zum Mittagessen gearbeitet (was trotzdem 6,5 Stunden sind) und war dann bei Bob und Rose zum Lunch. Danach sind wir nach Stratford gefahren. Ich habs gegoogelt und es hat 32000 Einwohner und ist die Heimatstadt von Justin Bieber (yeeeeeeeeeeeeeessssssss! :D ). Bis wir dort waren sind wir 20 Minuten einfach gradeaus gefahren. Kann sich das jemand vorstellen? Einfach gradeaus, ohne eine einzige Kurve, die Straße hat sich kein bisschen gewunden, NULL! Auf jeden Fall hab ich mir natürlich was "Größeres" vorgestellt, wurde aber bitter enttäuscht. Manchmal hab ich das Gefühl, die Zeit ist hier vor 30 Jahren stehen geblieben.
Zuerst sind wir zum Shakespeare Theatre, denn Stratford am Avon in Kanada ist natürlich nach Stratford-upon-Avon in England benannt, wo der allseits bekannte und beliebte Schriftsteller Willian Shakespeare geboren wurde.


Dann sind wir Downtown gefahren und ich dachte, dass man da vielleicht mal irgendwas in Richtung Zivilisation finden könnte. Konnte man auch. Aber eben jene Zivilisation vor 30 Jahren. Hm.
Bild gefällig?


Auf jeden Fall hab ich einen Shop gesehen "Mc Leods Scott Store" und hatte gleich Tränen in den Augen :( Stimmts Papa???

Naja, ich hab dann immerhin einen Drugstore gefunden, weil ich was für meine Haare wollte, die unter dem 2x Duschen am Tag ziemlich leiden. Aber die Auswahl war extrem beschränkt. Wie gesagt, Zivilisation vor 30 Jahren. Als Ausgleich wars dann dafür ziemlich teuer :D
Danach musste ich die Townhall bewundern, Rose ist nämlich ganz angetan von Stratford. Ich verstehe aber nicht warum, weil eigentlich hat sie schon richtig viel von dieser Welt gesehen und ich kann Stratford absolut nichts abgewinnen. Aber die Townhall war schön:


Naja. ziemlich unspektakulär.
Nachdem es ja in Stratford nichts mehr zu sehen gab, sind wir in den Supermarkt gefahren und haben eingekauft. Einen Salad to go gibts da übrigens schon für laue 7$...
Ich hab mir Uncle Ben's Fertigreis gekauft, mal sehen, ob das nahrhaft ist.
Unseren Salad to go (ich hatte einen Wrap to go für knappe 3$) haben wir dann am Avon genossen und das war das einzige, was mir richtig gut gefallen hat in Stratford: Der Fluss.



Heute hab ich meine Merkendorfer Oma ziemlich vermisst. Rose ist ungefähr so alt wie Oma und der Trip war wirklich schön, aber mit meiner Oma wärs toll gewesen. Da hab ich wieder gemerkt: Die richtig wichtigen Menschen und Dinge im Leben weiß man erst zu schätzen, wenn sie mal nicht verfügbar sind.

Im Moment ist meine Einstellung die, dass ich alles als eine einzige große Erfahrung sehe, dass ich viel lerne (sowohl sprach- als auch arbeitstechnisch), mich wahnsinnig auf den Besuch meiner Mädels im Oktober freue und Weihnachten in jedem Fall zuhause verbringe und mich meine Familie wenn dann vor Weihnachten besuchen kommt.

Ich denk mal, für den Moment hab ich alles wichtige erzählt.
Machts gut,
Lisa

Donnerstag, 6. September 2012

Heimweh

Niemand hat mir gesagt, dass es so schwer werden würde.
Ich dachte, die Arbeit wird schrecklich werden, ich würde am Arsch der Welt landen (okay, bin ich vielleicht auch...) oder die Leute sind nicht nett. Aber nichts von dem trifft zu, also könnte es eigentlich nicht besser sein. Wäre da nicht mein Heimweh.
Ich dachte eigentlich immer, ich bin jemand, der von daheim weg sein kann, dass mir das nichts ausmacht und dass ich nicht so an daheim hänge. Jetzt hat sich herausgestellt, dass ich das Gegenteil bin. Ich vermisse alles daheim. Am meisten natürlich Mama, Papa und Kathi, mir fehlt es so, sie beim Essen um mich zu haben, mich mit jemandem zu unterhalten, der mich in- und auswendig kennt, dass jemand da ist, wenn ich heimkomm. Mir fehlt mein Hund, mir fehlt meine beste Freundin, mir fehlen meine Mädels, mir fehlt mein eigenes Bett, mir fehlt einfach alles. Jetzt weiß ich umso besser wie schön es daheim ist und dass ich niemals auswandern könnte!

Am liebsten würd ich das nächste Flugzeug nach München besteigen, was ich natürlich aber nicht tun werde, ich werde mindestens bis Weihnachten bleiben, jedenfalls ist das mein Plan, aber ob ich volle 6 Monate inklusive Weihnachten aushalte.... im Moment bezweifel ich es. Ich kann mir nicht vorstellen, Weihnachten woanders als daheim zu verbringen, selbst wenn meine Familie zu Besuch kommt.

Mal sehen, ich hoffe, dass alle Recht haben und die Welt in ein paar Wochen ganz anders aussieht.
Ich werd es euch wissen lassen. Jetzt geh ich aber erst mal ins Bett, weil ich morgen um 3.30 Uhr aufstehen muss. (Nein, kein Tippfehler...)

Machts gut!
Lisa

Dienstag, 4. September 2012

Heute

Der jetzige Post handelt tatsächlich von heute.
Am Morgen haben wir die Verwandten von Rose verabschiedet, die über Nacht geblieben sind. Davor waren wir aber noch mal im Big House und haben geschaut, ob alles passt, da ich ja heute endlich eingezogen bin. Außerdem hat Bob uns einen Teil der Farm gezeigt, das war schon sehr viel, aber er hat uns erzählt, dass das LANG noch nicht alles ist. Ziemlich groß deren Besitz...
Danach haben wir Mittag gegessen, aber deren Hauptessen ist das Abendessen. Anschließend hat mir Bob den Stall beim Big House gezeigt. Man muss sich duschen, wenn man rein geht (Ja, richtig verstanden, damit keine Krankheiten eingeschleppt werden können) und man hat extra Kleidung da drin. Morgen Früh muss ich um 6.30 Uhr anfangen und Bob hat mir erzählt, dass es um 8 Uhr eine Frühstückspause gibt und um 12 Uhr alle miteinander im Stall Mittag essen, man sich also etwas mitbringt, weil man ja ansonsten noch mal duschen müsste. Ziemlich aufwendig, aber ich denke, ab einer gewissen Zahl an Angestellten macht das durchaus Sinn.
Danach gab es Abendessen im Big House und jetzt bin ich hier.
Irgendwann werd ich euch zeigen wo ich jetzt wohn, ich finds ziemlich hübsch, aber es ist eben alt.
Ich denk, heut werd ich nicht mehr erzählen, sondern einfach ins Bett gehen, ich bin todmüde.

Gute Nacht,
Lisa

Sonntag, 2.9.12


Heute bin ich immer noch nicht ins Big House gezogen, ich denke einfach, weil keine Zeit dafür war.

Ich bin heute Morgen um 7.30 Uhr aufgestanden und hab mit Rose gefrühstückt. Leider hatte ich absolutes Heimweh heute (ich war homesick) und sie hat mich dummerweise nach meiner Familie gefragt. Ich hab dann von Kathi erzählt und mir sind dauernd die Tränen runtergelaufen, ich musste mich zusammenreißen, dass ich nicht anfange zu schluchzen. Ich hab die ganze Zeit an Zuhause gedacht und es war absolut kein schöner Vormittag. Nach dem Frühstück sind wir in die Kirche gegangen (Ja, erster Sonntag hier und ich bin in der Kirche. Absolut untypisch!). Ich hatte das Gefühl, es war ein Erntedankgottesdienst? Keine Ahnung, immer wenn er was von Liebe oder Familie oder so sagte, hatte ich wieder Tränen in den Augen. Der Pfarrer war absolut cool drauf und es machte Spaß ihm zuzuhören. Es war übrigens ein lutherisch-evangelischer Gottesdienst und wir haben sogar ein Lied gesungen, dessen Melodie ich aus deutschen Gottesdiensten kannte, aber ich hab keine Ahnung wie es auf Deutsch heißt.

Danach waren wir noch mal im Lebensmittelgeschäft, weil Rose noch Essen für die Reunion brauchte. Dort treffen sich alle Cousinen und Cousins und das waren ziemlich viele, weil allein Rose 13 Geschwister hat/hatte. Dort gab es ein kleines Buffett für das jeder Gast etwas mitbrachte und danach hab ich mit ein paar anderen Boccia gespielt und sogar einmal gewonnen, obwohl ich überhaupt nicht werfen kann. Außerdem hab ich dort einen sehr netten älteren Herrn (fast alle waren „älter“ dort) getroffen, der für ein Jahr in Heidelberg lebte. Er hatte zwar einen ziemlich starken Akzent, aber sein Deutsch war wirklich gut und ich glaube, es hat ihm gefallen, sich mal wieder auf Deutsch unterhalten zu können.

Nach einem kurzen Zwischenstopp zuhause und einem kleinen Power Nap sind wir dann zu den nächsten Verwandten gefahren. Ich sags euch, ich hab in den letzten 3 Tagen gefühlte 458 Verwandte kennen gelernt, mir schwirrt der Kopf!

Bei den nächsten Verwandten haben wir dann die Goats (Ziegen) angeschaut. Sie hatten ziemlich viele große, vielleicht so um die 25 und ein paar kleine, die waren SO süß, ich musste sofort an Anne denken, die hätte sofort eines mit nachhause genommen.

Jetzt bin ich endlich im Bett und kann das hier tippen. Leider hab ich im Moment immer noch kein Internet, also nicht wundern, dass dieser Blogpost ebenfalls nicht richtig in der Zeit ist :D

In Deutschland fand mein Englischlehrer, dass ich wohl nicht das beste Englisch habe und ich hatte fast die ganzen zwei Jahre in der Oberstufe zwischen 7 und 10 Punkten. Hier lobt mich jeder für mein Englisch und fragt, woher ich es so gut kann.

Hab ich schon über die Straßen hier erzähl? Sie sind so angeordnet, dass sie jeweils im rechten Winkel aufeinandertreffen. Bis jetzt habe ich noch keine einzige Kurve gesehen. Höchstgeschwindigkeit auf den Highways sind 100 km/h und auf den „Landstraßen“ (also die, die so breit sind wie in Deutschland die Bundesstraßen) darf man meistens nur 70 oder 80 fahren. Innerorts aber ebenfalls 50 km/h. Deswegen braucht man von hier nach Toronto auch 2h. Hätten sie die deutschen Verkehrsregeln kenne ich Leute, die es in einer guten Stunde schaffen würden ;) (Fühlt sich jemand angesprochen?!)

Ich beginne übrigens schon Englisch zu denken und warte nur darauf, bis ich in Englisch träume. Außerdem sprechen die Leute hier keinen Dialekt (also NICHT vergleichbar mit Mittelfranken) und ich verstehe fast 90% von dem, was mir erzählt wird.

Heute hat mich tatsächlich jemand gefragt, ob wir in Deutschland auch Smartphones nutzen? :D Ziemlich lustig.

 

Take care,

Lisa

Samstag, 1.9.12


Nachdem mich in der Nacht eine blöde Fliege geärgert hat (JA, die gibt’s auch hier!), bin ich um 7 Uhr aufgestanden und hab Toast gefrühstückt. Mit undefinierbarer Marmelade, war aber gut.

Danach hab ich den Blogeintrag über den Flug geschrieben und hab anschließend Rose beim Frühstück Gesellschaft geleistet. Sie wollte ganz genau wissen, wo ich wohne und alle möglichen Details über meine Familie. Danach sind wir zum Grocery-Store (Lebensmittelgeschäft) gefahren. (Ich tu hier auch was für EURE Vokabeln, falls ihr das merkt :D)

Auf dem Weg dahin haben wir an ihrer Kirche gehalten, Rose ist nämlich ebenfalls protestantisch. Vorne auf der Kirche stand sogar auf Deutsch wann­­ sie erbaut wurde, und wie sie heißt.

Danach waren wir im Big House, also im alten Farmhaus, wo ich leben soll. Blöderweise war noch nix vorbereitet, aber Erin meinte, dass ich am Sonntag oder am Montag einziehen kann. Danach gab es Mittagessen und anschließend war Jeanette mit ihren 2 Kindern und deren Cousins da und haben mich dann eingeladen mit zu ihnen nach Hause zu kommen und den Pool auszunutzen. Das hab ich mir natürlich nicht zweimal sagen lassen.  Sie haben in ihrem Garten einen riesen Pool (größer als Hildes Pool, für die Insider), der natürlich beheizbar ist. Außerdem hat mir Jeanette das ganze Haus gezeigt und ich LIEBE die kanadische Bauweise. Die bauen nämlich alle Kleiderschränke in die Wand ein und natürlich hat der Kleiderschrank dann auch eine eigene Lampe.

Anschließend nahm mich ein anderer Sohn von Bob und Rose wieder mit zu deren Haus, wo ich nach einer Dusche auch schon das Abendessen serviert bekam. Ihr seht also, wenn das so weiter geht, ist das reiner Urlaub für mich :D

Später gibt es anscheinend noch Peach Pie, wenn ich das richtig verstanden habe.

Natürlich hab ich doch etwas daheim vergessen, nämlich meinen Adapter. Die haben hier komplett andere Steckdosen und ich musste das heute 3x erklären, dass ich einen Adapter brauche. Leider weiß ich weder was Adapter in Englisch ist, noch die Vokabel für Steckdose :D Hat aber trotzdem funktioniert.

 

See you later!

 

Freitag, 31.8.12

Da ich die letzten 3 Tage kein Internet hatte, kommen jetzt die Nachträge :)

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Da stand ich nun Freitag also am Flughafen in München mit Mama, Papa und Kathi und dachte mir, dass ja mindestens bis zum Sicherheitscheck nichts schief gehen kann. Denkste. In München herrschte Chaos, vielleicht auch wegen den Streiks der Lufthansa und wir standen fast 3 Stunden am Check-In an. Wow. Danach musste ich dann auch schon in den Sicherheitsbereich, weil bis zur ursprünglichen Abflugzeit nur noch 30 oder 40 Minuten blieben. Also hab ich mich verabschiedet. Sehr traurig, aber wir haben es kurz gehalten und ich bin gegangen bevor dann jeder richtig geweint hätte. Als ich an mein Gate kam sah es so aus, als wäre schon Boarding-Time, aber nein, es kam schlimmer. Ein Lufthansa und ein Air Canada Flug nach Toronto wurden aus irgendeinem mysteriösen Grund am selben Schalter abgefertigt. Halt nein, kam dann die Ansage des vööööööööllig überforderten Personals, die Lufthansa Flieger müssten doch woanders hin. Dann durfte die Businessclass in den Flieger. Dann kleine Kinder. Nein, doch nicht. Der „Plan“ wurde gefühlte 20x geändert und als ich dann auch endlich im Flugzeug war stellte sich heraus, dass freie Platzwahl war, weil am Schalter keine Tickets ausgestellt werden konnten. WTF?! Da ich ja alleine war, wars nicht so tragisch und ich hatte einen Gangplatz neben einer älteren Dame, aber für Familien oder Gruppen war das wirklich nicht mehr witzig. Das Flugzeug startete dann mit einer Stunde Verspätung, was, gemessen an dem riesen Chaos, wirklich noch eine gute Zeit war.

Der Flug an sich war schön, ich hab dreieinhalb Filme angeschaut. Zum einen Freaky Friday, Highschool Musical, The Hunger Games und die Hälfte von The Prince & Me, den ich echt gut fand, aber dann kam mir die Landung in Toronto dazwischen.

Im Flugzeug hab ich natürlich wie immer keine Sekunde geschlafen und war zu dem Zeitpunkt schon dementsprechend müde. Nachdem wir dann eeendlich in unsere Parkposition konnten, durften wir ins Flughafengebäude was aber für mich bedeutete, mein 8,5kg schweres Handgepäck + meine Handtasche + meinen Teddybären gefühlte 5 (in Wirklichkeit warens wahrscheinlich 2) km durch die Gegend zu schleppen. Bei der Passkontrolle wurde ich dann zur Immigration geschickt und obwohl ich angekreuzt habe, von einer Farm zu kommen und in Kanada eine zu betreten wurde ich deswegen nicht gefilzt (solls ja alles schon gegeben haben…..). Als mir der wirklich nette Herr in der Immigration-Abteilung dann  1000 Fragen stellte, die ich entweder nicht verstand oder nicht beantworten konnte war ich kurz vorm Tränenausbruch. Müdigkeit und dieses Überfordertsein war dann doch kurzfristig zu viel für mich. Hat dann aber alles gut geklappt und ich durfte zur Kofferausgabe. Dort bot sich dann das gewohnte Bild. Alle standen direkt am Band und wenn ich meine direkt, mein ich damit, dass ihre Knie die Kante vom Förderband berührten. Tolle Sache! Würde jeder einen Schritt zurückgehen, würde auch die zweite Reihe was sehen. Meinen Koffer hab ich trotzdem bekommen.

Als ich dann zum Exit raus bin, stand da Bob mit einem Schild in der Hand, wo mein Bild drauf war, dass er mich auch sicher findet J Er und seine Frau Rose haben mich gleich ganz lieb in die Arme genommen und begrüßt, ich mag sie wirklich.

Nachdem wir den Ausgang vom Parkhaus gefunden hatten sind wir dann nach einem Zwischenstopp bei Wendy’s endlich nachhause gefahren wo ich dann nach 20 Stunden voller Konzentration endlich ins Bett gefallen bin.

Den Eintrag gibt’s übrigens auch erst jetzt, weil ich nicht gleich Freitag „einziehen“ konnte und somit auch kein Wi-Fi hatte.

 

Lisa