Wochenendupdates kommen mir immer so furchtbar langweilig vor, also besinne ich mich heut mal auf Abwechslung und fang von hinten an. Von ganz hinten.
Heute in 4 Wochen werde ich in Deutschland einen Schweinebraten essen und in meinem eigenen Bett schlafen.
Heute in 3 Wochen werd ich mit Hannah in Chicago sein und bei einer mir unbekannten Person auf dem Sofa schlafen.
Heute in 2 Wochen werd ich vielleicht noch im Bett sein, weil am Abend vorher die Christmas-Party meiner Arbeitgeber stattfand.
Heute in einer Woche habe ich einen ganz normalen Arbeitstag.
Heute konnte ich das erste Mal seit 14 Tagen ausschlafen. Da ich aber ja bekanntlich um 5 Uhr aufstehe, bedeutet ausschlafen, dass ich erst um halb 8 aus dem Bett springe. Ist das nicht toll?
Dann habe ich in aller Ruhe meine Laugensemmeln (die haben so Deutsch geschmeckt, ich war begeistert) gefrühstückt, mit heißer Schokolade von Timmys und Cookies zum Nachtisch und dann mit meinen Eltern geskypt.
Anschließend war ich kurz auf meiner Couch gesessen, bis mir David geschrieben hat, dass ich beim Güllefahren mitfahren kann. Das ist hier SO anders als daheim: Der gesamte Grundbesitz ist praktisch im Kreis um den Stall angeordnet. Also wird am Stall eine Pumpe angeschlossen, die mit einem Schlauch verbunden ist, der dann an einem Gerät am Bulldog angeschlossen ist, das entweder einen Prallteller hat oder die Gülle direkt in den Boden injeziert. Der Bulldog zieht dann den Schlauch quer über den Acker hinter sich her. Ich find das sehr seltsam, aber Papa hat mir erklärt, dass das durchaus üblich ist.
Wir hatten heute nur den Prallteller, weil David nur Gülle gefahren ist, um über den Winter genug Platz zu haben. Dabei haben wir uns dann über Bulldogmarken unterhalten und ich hab ihm erklärt, dass Hans Hirsch aka John Deere Deutscher war. Er dachte, ich verarsch ihn.
Also bitte, als könnten Amerikaner wirklich so hübsche Bulldogs entwickeln ;)
Gestern war ich mit Jeanette, Renee und Stacey in London, um ein College anzuschauen, an dem Renee eventuell "studieren" will. Kanadier (und vielleicht auch Amerikaner? Keine Ahnung) sind ja fest davon überzeugt, ein gutes Bildungssystem zu haben. Wer ihnen den Floh ins Ohr gesetzt hat weiß ich zwar nicht, aber gut.
Wenn man für 2 oder 3 Jahre am College studiert hat man am Ende nicht mal einen Abschluss. Um einen international anerkannten Abschluss zu haben muss man glaub ich grunsätzlich ein Jahr an einer Uni dranhängen. Wie auch immer, es ist teilweise ein bisschen lächerlich.
Das College an sich ist riesig, man braucht echt einen Lageplan!
Im College befindet sich ein Subway, drei Tim Hortons, zwei andere Cafeterias, es ist einfach unglaublich! Dazu gibt es dann Residences, also quasi Studentenwohnheime, in denen man ein Zimmer mieten kann, die direkt am Campus liegen oder Häuser außerhalb, für die man ein Stück laufen muss, um zum Campus zu gelangen.
Alles in Allem fand ich das College und die Residences ziemlich hübsch, aber auch einfach unfassbar groß.
Danach waren wir in einem Frisör- und Manikürefachgeschäft, weil Jeanette ausgebildete Friseurin ist und für dort eine Kundenkarte hat. Man bekommt dort alle Produkte viel günstiger als im Einzelhandel.
Wer mich kennt, weiß, dass ich mich dort nicht beherrschen kann und so war es auch. Ich war immerhin so vernünftig, keine Haarprodukte zu kaufen, weil mein Koffer ja nicht unendlich groß ist, aber beim Nagellack konnte ich nicht Nein sagen.
Die meisten Marken bekommt man ja in Deutschland eh nicht, aber OPI ist ein gutes Beispiel:
In Deutschland kostet eine Flasche mit 15ml 16€, in diesem Shop hab ich sie für umgerechnet 4,70€ bekommen. HALLO? Muss ich dem noch etwas hinzufügen?
Naja, im Endeffekt waren es vier OPI-Lacke und vier China-Glaze-Lacke und ich liebe sie jetzt schon :) Gelegenheit zum Ausprobieren werd ich wahrscheinlich erst in Chicago mit Hannah haben :)
Danach sind wir in die Mall gefahren, da war die Hölle los, weil es der erste Christmas-Sale-Samstag war. Abermillionen an Menschen!
Ich bin dann mit Jeanette bummeln gegangen und wir sind am Build-a-Bear-Store vorbeigekommen. Meine Güte ich konnte mich kaum beherrschen: Das ist ein Laden, wo man sich einen Bär aussucht, den man dann ausstaffieren lassen kann, mit Herz und Sprache, verschiedene Klamotten, lauter so Zeug. Ich meine, dass ich schon mal einen in Deutschland oder wenigstens Europa gesehen hab, aber ich bin mir nicht mehr sicher. Die Viecher waren SO süß.... Unfassbar.
Danach waren wir bei Jack Astors essen. Alle Bedienung haben die kürzesten Röcke der Welt an und sind ganz schwarz angezogen und wenn sie das erste Mal an einen Tisch kommen, schreiben sie ihren Namen auf die Tischdecke, die aus Papier ist. Und zwar auf dem Kopf, damit die Kunden ihn lesen können. GANZ wichtig :D
Anschließend sind wir nochmal in die Mall und dann war ich um halb 9 (wir sind morgens um halb 9 losgefahren) endlich endlich endlich daheim und im Bett. Ein langer Tag, aber es war schön, nicht allein sein zu müssen.
Und das Schönste am Wochenende war wohl die Zeit mit Traci: Traci ist ja meine liebste Arbeitskollegin und gleichzeitig auch die Co-Chefin und Waynes beste Freundin, die weiß also immer was so abgeht und weil sie ihre Klappe selten halten kann, weiß ich auch immer alles. Sehr praktisch.
Am Donnerstag nach der Arbeit bin ich mit zu ihr gefahren und wir haben auf dem Weg bei Timmys Halt für einen Kaba gemacht. Danach gabs Abendessen bei ihr und wir sind weiter zu Lindsey. Sie ist auch eine Arbeitskollegin, hat aber eigentlich Kosmetikerin gelernt. Jaaaa, glaubt es oder nicht.
Bei ihr gab es dann Eyebrowwaxing und lackierte Fingernägel :) Die witzigste Situation war, dass ich ihre Nagellacke entdeckt hab, das waren so um die 25 und ich war total begeistert, weil ich die halben Marken nicht kanne. Und sie dachte, ich wäre so begeistert, weil das so viele Lacke sind und sagt dann sowas nach dem Motto: "Ja, alle reagieren so, wenn sie die vielen Nagellacke sehen." Ich hab mir nix drauf gesagt, ich habs ja nicht nötig mit meinen 68 Fläschchen Nagellack anzugeben ;)
Auf dem Hinweg haben wir übrigens bei Timmys auf einen Kaba vorbeigeschaut.
Daheim haben wir dann Monopoly gespielt und sind dann um 10 Uhr ins Bett gegangen,wir hatten beide eine lange Arbeitswoche hinter uns. Am nächsten Morgen sind ihre Chaoskinder um 8 in die Schule gefahren und wir sind dann zu ihrem Schwiegervater gefahren, wo alle ihre Viecher (Esel, Pferd, Pony, Alpakka, ...) untergebracht sind. Ich kann so Viechzeug zwar eigentlich nicht leiden, aber ich will ja mal nicht so sein... Es war okay.
Zum Mittagessen waren wir beim Chinesen brunchen für sagenhafte 10$ pro Person, inclusive Getränke und Nachtisch!
Auf dem Heimwärtsweg haben wir uns Timmys heiße Schokolade mitgenommen und dann "Eurotrip" geschaut. Der Film handelt von amerikanischen Collegestudenten, die im Sommer nach Europa fliegen um die große Liebe von dem einen Kerl zu finden, die er im Internet kennen gelernt hat. Dabei treffen sie in England die Hooligans, in Deutschland die Hitlerjugend und in Bratislava die Überbleibsel vom Krieg. Also dümmer gehts echt nicht mehr, aber das scheint der kanadische Humor zu sein..... :D
Anschließend gabs Abendessen bei ihr und danach sind wir noch Lebensmittel einkaufen gegangen.
Auf dem Heimwärtsweg haben wir noch Mal bei Timmys Hallo gesagt - für was wohl?
Wer mitgezählt hat weiß, das waren 4x Timmys in 24 Stunden.... :D Typisch kanadisch und übrigens 4x Drive-thru :D
Alles in Allem hatte ich ein echt tolles Wochenende, aber ich vermiss einfach vertraute Menschen um mich rum. Ich hab jetzt noch zweieinhalb Wochen Arbeit, genau gesagt, 11 Tage Arbeit, drei Tage off und nochmal drei Tage Arbeit und ich freu mich wahnsinnig auf die Zeit in Chicago und darauf, dass ich dann bald wieder Zuhause bin. Ich bin froh, dass ich die Zeit hier verkürzt habe, das war die beste Entscheidung!
Die Arbeit im Stall gefällt mir aber extrem gut, weswegen das nächste Praktikum schon in Planung ist. Bis nach Kanada trau ich mich aber nicht nochmal.
Bis bald,
eure Lisa
PS: Am Donnerstag haben wir Buchten repaiert. Die Metallgestelle sind hier nur in den Plastikboden geschraubt, anstatt in den Beton und neigen natürlich dazu, locker zu werden. Das hat mir naürlich extrem Spaß gemacht - gib mir zwei Schraubenschlüssel und ich freu mich :D
Dabei hat mir Lindsey einen Spruch gelernt, um mir zu merken, in welche Richtung ich schrauben muss und den muss ich hier jetzt aufschreiben, um ihn nie mehr zu vergessen ;)
Leftie, loosy - righty, tighty!
Gute Nacht!
Posts mit dem Label London werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label London werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, 18. November 2012
Mittwoch, 26. September 2012
Shopping!!!
Am Sonntag hab ich es endlich geschafft, mein hart verdientes Geld loszuwerden!
Renee, Stacey und Ich waren shoppen. Und zwar in London. An der Themse. Ja, Ontario hat NUR europäische Städtenamen.
Wir haben uns also Sonntagmorgen 11.30 Uhr auf den Weg gemacht und sind nach einem kurzen Stopp bei Tim Hortons (dem besseren, günstigeren Starbucks) in London angekommen. In der Mall haben wir dann erst mal gegessen: Poutine. Pommes mit Bratensoße und Käse. Klingt eklig? Ich fands lecker und es ist angeblich typisch kanadisch.
Wundervoll, endlich ein Bild von mir :) Zu meiner Verteidung: Absolut ungeschminkt und luftgetrocknete Haare.
Trotzdem war ich wahrscheinlich die Bestangezogenste in der ganzen Mall. Nein, nicht eingebildet. Alle anderen Mädels gehen in Jogginghose, Birkenstockschlappen, Leggings, Sweatshirt. Schöne bequeme Kleidung, aber weiter als bis zum Rewe würde ICH damit nicht gehen. Und Leggings, bei der man den halben Ar*** noch sieht find ich persönlich bestimmt nicht ästhetisch! Da sind die Kanadier aber hart und ich hab dasselbe auch schon über die Amerikaner gehört.
Mein Geld hab ich auf jeden Fall gut losgebracht, sehr viel günstiger als in Deutschland wars aber nicht. Mich hats einfach begeistert, dass es so viele andere Sachen gibt, sowohl in Sachen Klamotten als auch Make-up. Außerdem ist meine Einkaufsliste durch den Besuch in der Mall eher gewachsen als geschrumpft ;)
Meine Einkäufe werden wohl niemanden interessieren, ich hab nur in Klamotten investiert, mein nächstes Ziel sind aber UGG-Boots! :)
Nach denen werd ich dann Sonntag in zwei Wochen in Toronto Ausschau halten. Ja, der Plan steht erneut ;) Diesmal wirds durchgezogen, egal wie das Wetter wird!!
Wir haben uns dann in London noch einen Film angesehen, nachdem wir Abend gegessen hatten und ich war dann erst um 12 im Bett. Wir erinnern uns: Ich stehe um 5 Uhr auf...
Ansonsten hab ich den Tag in London sehr genossen, einfach mal wieder richtig unter Menschen zu sein, ein bisschen Bummeln, das fehlt mir schon. Jetzt hat mich mein Arbeitsalltag wieder und ich versuch das Beste draus zu machen.
Das Heimweh packt mich meistens in der Früh, wenn ich noch nicht wirklich wach bin und irgendwas nicht so läuft wie es soll oder ich mich einfach mal wieder total alleine fühl. Ich kann mittlerweile damit umgehen, bin aber nachwievor froh, dass mein Flug umgebucht ist.
Alles Liebe,
Lisa
Renee, Stacey und Ich waren shoppen. Und zwar in London. An der Themse. Ja, Ontario hat NUR europäische Städtenamen.
Wir haben uns also Sonntagmorgen 11.30 Uhr auf den Weg gemacht und sind nach einem kurzen Stopp bei Tim Hortons (dem besseren, günstigeren Starbucks) in London angekommen. In der Mall haben wir dann erst mal gegessen: Poutine. Pommes mit Bratensoße und Käse. Klingt eklig? Ich fands lecker und es ist angeblich typisch kanadisch.
Wundervoll, endlich ein Bild von mir :) Zu meiner Verteidung: Absolut ungeschminkt und luftgetrocknete Haare.
Trotzdem war ich wahrscheinlich die Bestangezogenste in der ganzen Mall. Nein, nicht eingebildet. Alle anderen Mädels gehen in Jogginghose, Birkenstockschlappen, Leggings, Sweatshirt. Schöne bequeme Kleidung, aber weiter als bis zum Rewe würde ICH damit nicht gehen. Und Leggings, bei der man den halben Ar*** noch sieht find ich persönlich bestimmt nicht ästhetisch! Da sind die Kanadier aber hart und ich hab dasselbe auch schon über die Amerikaner gehört.
Mein Geld hab ich auf jeden Fall gut losgebracht, sehr viel günstiger als in Deutschland wars aber nicht. Mich hats einfach begeistert, dass es so viele andere Sachen gibt, sowohl in Sachen Klamotten als auch Make-up. Außerdem ist meine Einkaufsliste durch den Besuch in der Mall eher gewachsen als geschrumpft ;)
Meine Einkäufe werden wohl niemanden interessieren, ich hab nur in Klamotten investiert, mein nächstes Ziel sind aber UGG-Boots! :)
Nach denen werd ich dann Sonntag in zwei Wochen in Toronto Ausschau halten. Ja, der Plan steht erneut ;) Diesmal wirds durchgezogen, egal wie das Wetter wird!!
Wir haben uns dann in London noch einen Film angesehen, nachdem wir Abend gegessen hatten und ich war dann erst um 12 im Bett. Wir erinnern uns: Ich stehe um 5 Uhr auf...
Ansonsten hab ich den Tag in London sehr genossen, einfach mal wieder richtig unter Menschen zu sein, ein bisschen Bummeln, das fehlt mir schon. Jetzt hat mich mein Arbeitsalltag wieder und ich versuch das Beste draus zu machen.
Das Heimweh packt mich meistens in der Früh, wenn ich noch nicht wirklich wach bin und irgendwas nicht so läuft wie es soll oder ich mich einfach mal wieder total alleine fühl. Ich kann mittlerweile damit umgehen, bin aber nachwievor froh, dass mein Flug umgebucht ist.
Alles Liebe,
Lisa
Abonnieren
Posts (Atom)
